Die Erhaltung der Biodiversität und die Minimierung der Umweltauswirkungen werden zu einem integralen Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie großer Industrieunternehmen. In diesem Webinar teilt Varvara Stepanova, Umweltmanagerin bei PAO Severstal, die einzigartigen Erfahrungen des Unternehmens bei der Integration von Umweltinitiativen in Produktionsprozesse am Beispiel des metallurgischen Kombinats Tscherepowez (TschMK).
Die Referentin beginnt mit der Demonstration einer interaktiven Karte besonders sensibler Gebiete, die auf der Website des Unternehmens verfügbar ist. Dieses Tool zeigt anschaulich, dass die Produktionsanlagen von Severstal die Grenzen ökologisch bedeutsamer Zonen nicht berühren. Das Unternehmen belässt es jedoch nicht bei dieser Feststellung, sondern überwacht aktiv den Zustand der Biogeozönosen, um seine Auswirkungen auf diese zu bewerten.
Eines der Schlüsselprojekte, über die Varvara spricht, ist die Zusammenarbeit mit dem staatlichen Biosphärenreservat Darwin. Im Rahmen dieser 2019 gestarteten Partnerschaft werden groß angelegte Untersuchungen von Indikatorvogelarten durchgeführt, insbesondere von seltenen Raubvögeln wie dem Seeadler und dem Fischadler.
In der Präsentation werden praktische Schritte zur Unterstützung der Populationen seltener Vögel detailliert behandelt. Die Referentin zeigt am Beispiel der Schaffung künstlicher Nester, wie die natürliche Zerstörung von Lebensräumen kompensiert werden kann. Die Installation von modularen Nestern in den Sümpfen des Reservats hat bereits Ergebnisse geliefert: Die Vögel nehmen sie erfolgreich an.
Neben ornithologischen Untersuchungen führt Severstal gemeinsam mit dem I.D. Papanin-Institut für Biologie der Binnengewässer eine Bewertung der Auswirkungen von Abwässern auf den Fluss Koschta durch. Die Ergebnisse zeigen, dass die Artenvielfalt an den Einleitungsstellen den Hintergrundwerten entspricht.
Eine weitere wichtige Initiative ist das Projekt „Grüner Schild von Severstal“. Im Zuge dendrologischer Untersuchungen wurden mehr als 130 Hektar Land untersucht und 112 Baum- und Straucharten identifiziert, darunter auch Arten der Roten Liste. Es wurde ein langfristiger Begrünungsplan für das Industriegelände entwickelt, der Arten verwendet, die gegen anthropogene Einflüsse resistent sind.
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