Der Übergang zur Kreislaufwirtschaft ist nicht nur ein ökologischer Trend, sondern eine Notwendigkeit für große Industrieunternehmen. Im Rahmen des Webinars teilt Renata Efremova, Vertreterin des Unternehmens „Severstal“, die Erfahrungen des Metallurgischen Kombinats Tscherepowez bei der Einführung von Wasser- und Abfallrecyclingtechnologien. Die Referentin erläutert, wie es dem Unternehmen gelang, eine Abfallverwertungsquote von 99,3 % und eine Wasserrückführungsquote von 98,43 % zu erreichen, trotz des enormen Verbrauchs von über 3 Milliarden Kubikmetern Wasser pro Jahr.
Die Referentin zeigt am Beispiel ihres Unternehmens die Entwicklung der Wassernutzung auf: Seit 1994 wurde die Anzahl der Abwassereinleitungen von neun auf zwei reduziert. Heute zielt die Strategie des Unternehmens nicht auf den vollständigen Ausschluss von Einleitungen ab (was technologisch unmöglich ist), sondern auf die Verringerung der Schadstoffkonzentration. Dafür werden sowohl traditionelle Methoden (Filtration, Reagenzienbehandlung) als auch innovative Ansätze angewendet.
Besondere Aufmerksamkeit wird im Vortrag der Phytosanierung gewidmet. An vier Standorten des Unternehmens werden spezielle Pflanzen eingesetzt, die Schwermetalle und Stickstoffverbindungen absorbieren. Diese einheimischen Pflanzen reinigen das Wasser effektiv und verursachen beim Absterben keine Sekundärverschmutzung, wodurch ein natürlicher Recyclingkreislauf entsteht.
Zur objektiven Bewertung der Umweltauswirkungen arbeitet das Unternehmen mit dem Institut für Biologie der Binnengewässer der Russischen Akademie der Wissenschaften zusammen. Jährlich werden Biotestverfahren des Wassers an den Einleitungsstellen anhand von Phyto- und Zooplankton sowie dem Zustand der Fische durchgeführt. Die Referentin stellt fest, dass dieser Ansatz ein realistischeres Bild liefert als die bloße Einhaltung von Normen. Das Ergebnis dieser Arbeit war die Rückkehr des Nasenfisches in das Gewässer des Rybinsker Stausees, der dort 10 Jahre lang fehlte.
Im Vortrag wird der Ansatz zur Abfallwirtschaft detailliert betrachtet. Das Unternehmen verarbeitet Stahlwerks- und Hochofenschlacken, führt Schrott über Schredderanlagen in die Produktion zurück und entsorgt Staub, Zunder und zinkhaltigen Schlamm. Die Abfälle finden Anwendung im Straßenbau und in der Herstellung von Versatzmischungen. Darüber hinaus werden Projekte zur Rekultivierung alter Ölschlammspeicher umgesetzt.
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