Heute stellen Arbeitgeber nicht selten fest, dass Berufseinsteiger zu Beginn ihrer Karriere nicht immer ein bewusstes Sicherheitsverhalten an den Tag legen. Das liegt nicht allein am Hochschullehrplan: Der Grundstein für eine solche Haltung wird deutlich früher gelegt – bereits in der Schulzeit. In diesem Zusammenhang erscheint die Idee, eine Arbeitssicherheitskultur gezielt von der Schulbank an aufzubauen, als ein logischer und zeitgemäßer Schritt.
„Arbeitssicherheitskultur“ muss nicht zwingend ein eigenständiges Schulfach sein, sondern kann als interdisziplinäres Modul oder Kurs konzipiert werden. Es lässt sich in Fächer wie Sicherheitserziehung, Werken und Technik oder in Berufsorientierungskurse integrieren.
Die Inhalte sollten nicht nur Vorschriften des Arbeitsschutzes umfassen, sondern auch angrenzende Themen: Grundlagen der Psychologie, Kommunikationskultur im Team sowie Grundlagen des betrieblichen Risikomanagements.
Man muss ehrlich anerkennen, dass der Schullehrplan nicht die gesamte Vielfalt realer Produktionsabläufe, die Spezifika sämtlicher Berufe, konkreter Anlagen und Technologien abdecken kann. Das ist auch völlig in Ordnung. Die Hauptaufgabe eines solchen Programms besteht darin, bei den Lernenden ein ganzheitliches Verständnis zu entwickeln: Arbeitssicherheit ist ein komplexes System, das das Wissen um Normen, bewusstes Handeln, ständige Wachsamkeit und persönliche Verantwortung beinhaltet.
Die gezielte Entwicklung einer Arbeitssicherheitskultur von der Schulbank an ist eine Investition in die Zukunft. Ein solcher Ansatz trägt dazu bei, eine Generation heranzubilden, für die Sicherheit nicht bloß aus Verboten besteht, sondern eine innere Haltung darstellt. Auf solchen Grundhaltungen baut später ein wirksames Arbeitsschutzsystem in den Unternehmen auf.