Treibhausgasemissionsmanagement

Fallstudie
12 Dezember 2022 🇷🇺 Originalsprache: русский

Treibhausgasemissionsmanagement: Vom Monitoring bis zu Waldklimaprojekten

Die ökologische Verantwortung von Unternehmen, insbesondere im Öl- und Gassektor, steht unter genauer Beobachtung der Stakeholder. Das Management von Treibhausgasemissionen (THG) ist nicht nur ein Tribut an Trends, sondern eine Notwendigkeit, die einen systematischen Ansatz, eine genaue Erfassung und die Einführung moderner Technologien erfordert. In diesem Webinar teilt Elena Sergeeva, Vertreterin der Umweltabteilung des Unternehmens, ihre langjährige praktische Erfahrung im THG-Emissionsmanagement, angefangen bei der grundlegenden Erfassung bis hin zur Bewertung vielversprechender Projekte.

Leistungskennzahlen und Digitalisierung der Erfassung

Die Grundlage für ein effektives Emissionsmanagement ist ein transparentes Erfassungs- und Berichtssystem. Die Referentin betont die Wichtigkeit der Festlegung konkreter KPIs: Emissionsintensität (Tonnen CO2-Äquivalent pro Tonne gefördertem Produkt), absolute Kennzahlen und Zielvolumina für die Reduzierung. Um die Zuverlässigkeit der Daten zu gewährleisten, unterzieht sich das Unternehmen regelmäßig einer externen Verifizierung des Erfassungssystems für Scope 1 und Scope 2.

Die angesammelte Datenmenge erforderte den Übergang zu digitalen Lösungen. Die Einführung eines digitalen Dashboards ermöglichte die Visualisierung der tatsächlichen Kennzahlen in Echtzeit. Jedes Element des Systems ist anklickbar, was eine detaillierte Analyse von Abweichungen und eine schnelle Entscheidungsfindung des Managements ermöglicht.

Praktische Lösungen: Von der Leckagebehebung bis zu CEMIS

Der Vortrag geht detailliert auf die Erfahrungen bei der Umsetzung von zwei Schlüsselpraktiken ein:

  • Erkennung und Behebung von Methanleckagen. Eine umfassende Inspektion der technologischen Ausrüstung (Verbindungselemente, Absperr- und Regelarmaturen, Flansche) zeigte, dass die tatsächliche Anzahl der Leckagen weniger als 1 % der potenziellen Stellen ausmacht und die Masse der Methanemissionen halb so hoch ist wie die berechneten Werte. Alle festgestellten Leckagen werden umgehend behoben oder in den Reparaturplan aufgenommen.
  • Informationssystem für das Emissionsmanagement (CEMIS). Dies ist ein analytisches System, das die tatsächliche Leistung von Energieanlagen (z. B. Gasturbinenkraftwerke und Pumpen) mit dem Passmodell vergleicht. Abweichungen werden hervorgehoben, sodass das Personal die Wartungspläne anpassen kann. Die Einführung von CEMIS bei Pumpenanlagen über 10 Monate ermöglichte eine Reduzierung des Stromverbrauchs um 2,9 Mio. kWh, was einer Reduzierung der indirekten Emissionen um 1,3 Tausend Tonnen CO2 entspricht.

Bewertung vielversprechender Projekte: Erneuerbare Energien, CO2-Abscheidung und Waldklimainitiativen

Die Referentin zeigt an einem Beispiel, wie das Unternehmen die Machbarkeit der Einführung neuer Technologien analysiert. Es wurde eine Bewertung für den Bau eines Windkraftwerks (WKA) mit einer Leistung von bis zu 20 MW durchgeführt. Die Analyse ergab, dass der Bau einer WKA auf dem Gelände des Ölfelds 15 – 20 % teurer wäre als in Regionen mit höherem Windpotenzial (z. B. in der Region Uljanowsk) und dass die Stromgestehungskosten direkt von der Einzelleistung der Anlage abhängen.

Auch die Möglichkeit der CO2-Abscheidung und -Speicherung wurde untersucht. Trotz der geringen Mengen an eigenen Emissionen bewertete das Unternehmen das Potenzial zur Sammlung von THG von benachbarten Emittenten, wählte Reinigungs- und Kompressionstechnologien aus, und Geologen identifizierten Lagerstätten für die Gasinjektion. Ein finanzökonomisches Modell ermöglichte die Bewertung der Kosten für die Umsetzung eines solchen Projekts.

Darüber hinaus untersuchte das Unternehmen das Potenzial von Waldklimaprojekten auf dem Gebiet seiner Ölfelder. Es wurden Flächen für Brandschutzmaßnahmen und Pflegehiebe ausgewählt und das erwartete Niveau der Kohlenstoffbindung unter Einhaltung des Prinzips der Zusätzlichkeit berechnet.

Zusammenarbeit im Bereich Monitoring: Carbon-Polygone

Ein wichtiger Arbeitsbereich war die Zusammenarbeit mit der Regierung des Autonomen Kreises der Chanten und Mansen (KhMAO) zur Erweiterung des Netzwerks zur Überwachung von Treibhausgasströmen aus Moorökosystemen. Das Unternehmen beteiligt sich an der Einrichtung eines Beobachtungsstandorts in einem unberührten Moor innerhalb seines Lizenzgebiets und kauft die erforderliche Ausrüstung (CO2- und Methan-Gasanalysatoren, Wettersensoren) für die Integration in das System des Carbon-Polygons.

Was Sie aus diesem Webinar lernen werden:

  • Wie baut man ein KPI-System für das Treibhausgasemissionsmanagement auf?
  • Warum können die tatsächlichen Methanemissionen aus diffusen Quellen halb so hoch sein wie die berechneten?
  • Wie hilft das Informationssystem CEMIS, indirekte Emissionen zu reduzieren und Strom zu sparen?
  • Welche Faktoren beeinflussen die Rentabilität des Baus von Windkraftwerken auf Ölfeldern?
  • Wie bewertet man das Potenzial von Waldklimaprojekten und Projekten zur CO2-Abscheidung?
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