Die ökologische Verantwortung von Unternehmen, insbesondere im Öl- und Gassektor, steht unter genauer Beobachtung der Stakeholder. Das Management von Treibhausgasemissionen (THG) ist nicht nur ein Tribut an Trends, sondern eine Notwendigkeit, die einen systematischen Ansatz, eine genaue Erfassung und die Einführung moderner Technologien erfordert. In diesem Webinar teilt Elena Sergeeva, Vertreterin der Umweltabteilung des Unternehmens, ihre langjährige praktische Erfahrung im THG-Emissionsmanagement, angefangen bei der grundlegenden Erfassung bis hin zur Bewertung vielversprechender Projekte.
Die Grundlage für ein effektives Emissionsmanagement ist ein transparentes Erfassungs- und Berichtssystem. Die Referentin betont die Wichtigkeit der Festlegung konkreter KPIs: Emissionsintensität (Tonnen CO2-Äquivalent pro Tonne gefördertem Produkt), absolute Kennzahlen und Zielvolumina für die Reduzierung. Um die Zuverlässigkeit der Daten zu gewährleisten, unterzieht sich das Unternehmen regelmäßig einer externen Verifizierung des Erfassungssystems für Scope 1 und Scope 2.
Die angesammelte Datenmenge erforderte den Übergang zu digitalen Lösungen. Die Einführung eines digitalen Dashboards ermöglichte die Visualisierung der tatsächlichen Kennzahlen in Echtzeit. Jedes Element des Systems ist anklickbar, was eine detaillierte Analyse von Abweichungen und eine schnelle Entscheidungsfindung des Managements ermöglicht.
Der Vortrag geht detailliert auf die Erfahrungen bei der Umsetzung von zwei Schlüsselpraktiken ein:
Die Referentin zeigt an einem Beispiel, wie das Unternehmen die Machbarkeit der Einführung neuer Technologien analysiert. Es wurde eine Bewertung für den Bau eines Windkraftwerks (WKA) mit einer Leistung von bis zu 20 MW durchgeführt. Die Analyse ergab, dass der Bau einer WKA auf dem Gelände des Ölfelds 15 – 20 % teurer wäre als in Regionen mit höherem Windpotenzial (z. B. in der Region Uljanowsk) und dass die Stromgestehungskosten direkt von der Einzelleistung der Anlage abhängen.
Auch die Möglichkeit der CO2-Abscheidung und -Speicherung wurde untersucht. Trotz der geringen Mengen an eigenen Emissionen bewertete das Unternehmen das Potenzial zur Sammlung von THG von benachbarten Emittenten, wählte Reinigungs- und Kompressionstechnologien aus, und Geologen identifizierten Lagerstätten für die Gasinjektion. Ein finanzökonomisches Modell ermöglichte die Bewertung der Kosten für die Umsetzung eines solchen Projekts.
Darüber hinaus untersuchte das Unternehmen das Potenzial von Waldklimaprojekten auf dem Gebiet seiner Ölfelder. Es wurden Flächen für Brandschutzmaßnahmen und Pflegehiebe ausgewählt und das erwartete Niveau der Kohlenstoffbindung unter Einhaltung des Prinzips der Zusätzlichkeit berechnet.
Ein wichtiger Arbeitsbereich war die Zusammenarbeit mit der Regierung des Autonomen Kreises der Chanten und Mansen (KhMAO) zur Erweiterung des Netzwerks zur Überwachung von Treibhausgasströmen aus Moorökosystemen. Das Unternehmen beteiligt sich an der Einrichtung eines Beobachtungsstandorts in einem unberührten Moor innerhalb seines Lizenzgebiets und kauft die erforderliche Ausrüstung (CO2- und Methan-Gasanalysatoren, Wettersensoren) für die Integration in das System des Carbon-Polygons.
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