Das Management von Industrieabfällen auf abgelegenen Bau- und Förderanlagen ist traditionell mit enormen logistischen Kosten verbunden. Wenn sich Produktionsstätten in schwer zugänglichen Regionen wie der Jamal-Halbinsel oder tief in Sibirien befinden, wird die Beauftragung externer Dienstleister für Abtransport und Entsorgung nicht nur schwierig, sondern auch wirtschaftlich unrentabel. In diesem Webinar analysiert die Ökologin Lilia Chanysheva ein praktisches Fallbeispiel für den Übergang eines großen Bauunternehmens zur eigenständigen Verarbeitung kohlenstoffhaltiger Abfälle.
Am Beispiel der Erschließung des Kowyktinskoje-Feldes in der Region Irkutsk zeigt die Referentin das Ausmaß des Problems auf. Pro Jahr fallen auf der Anlage etwa 4000 Kubikmeter kohlenstoffhaltige Abfälle an, wovon 71 % auf Gummiprodukte (Reifen, Schläuche), 20 % auf ölhaltige Abfälle und 9 % auf Altöle entfallen. Die Kosten für die Übergabe dieser Menge an externe Organisationen überstiegen 64 Millionen Rubel pro Jahr. Die Suche nach einer Alternative führte zur Notwendigkeit, lokale Entsorgungstechnologien einzuführen.
Aus den auf dem Markt verfügbaren Lösungen fiel die Wahl auf eine mobile Anlage zur Niedertemperaturpyrolyse. Im Vortrag werden die wichtigsten Vorteile dieser Methode für raue klimatische Bedingungen detailliert betrachtet:
Die Referentin teilt offen die finanziellen Kennzahlen der Einführung. Die gesamten Investitionskosten beliefen sich auf etwa 72 Millionen Rubel, wovon 15 Millionen auf die Anlage selbst und der Großteil (40 Millionen) auf die Vorbereitung des Standorts und der Infrastruktur entfielen. Bei Betriebskosten von 16 Millionen Rubel pro Jahr wird der jährliche wirtschaftliche Effekt auf 32 Millionen geschätzt. Die Amortisationszeit des Projekts beträgt 3 – 3,5 Jahre, was im Vergleich zu den Dienstleistungen von Auftragnehmern Einsparungen von über 260 Millionen Rubel ermöglicht.
In der Praxis erfordert die Wartung des Moduls nur zwei Bediener pro Schicht. Ein wichtiger technologischer Vorteil war die Möglichkeit, großformatige Reifen im Ganzen zu laden, ohne sie vorher zu zerkleinern. Auch Nebenprodukte werden wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt: Der asche-mineralische Rückstand wird für den Straßenbau verwendet, und der Metallkord wird als Schrott abgegeben.
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