In modernen Industriebetrieben wird eine Vielzahl von Stoffen verwendet, die in Form von Gasen, Dämpfen oder Stäuben in die Luft am Arbeitsplatz gelangen und eine Gefahr für die Gesundheit der Beschäftigten darstellen können.
Beim Eindringen in den menschlichen Körper können Schadstoffe verschiedene Störungen verursachen. Diese Störungen äußern sich in Form von akuten und chronischen Berufskrankheiten oder Vergiftungen. Akute Vergiftungen treten häufig infolge von Unfällen, Geräteausfällen und groben Verstößen gegen HSE-Vorschriften auf. Sie zeichnen sich durch die kurzzeitige Einwirkung relativ hoher Schadstoffkonzentrationen aus, wobei die Stoffe unmittelbar zum Zeitpunkt der Exposition oder nach einer relativ kurzen (meist mehrstündigen) Latenzzeit in den Körper gelangen. Chronische Vergiftungen entstehen allmählich bei längerer Einwirkung von Schadstoffen, die in relativ geringen Mengen in den Körper gelangen. Sie entwickeln sich infolge der Anreicherung des Schadstoffs im Körper (materielle Kumulation) oder der durch ihn verursachten Veränderungen (funktionelle Kumulation).
Die Überwachung des Schadstoffgehalts in der Luft am Arbeitsplatz muss durch akkreditierte Labore erfolgen, die über die erforderliche Analyseausrüstung verfügen. Diese Ausrüstung muss im staatlichen Register eingetragen und ordnungsgemäß nach Methoden kalibriert sein, die gemäß der Gesetzgebung der Russischen Föderation zur Gewährleistung der Einheitlichkeit der Messungen genehmigt und zertifiziert wurden.
Bei der Einführung in die wirtschaftliche Tätigkeit müssen diese Stoffe einer obligatorischen toxikologischen Bewertung und hygienischen Normierung unterzogen werden.
Die Identifizierung chemischer Faktoren in modernen Unternehmen ist aufgrund der komplexen Zusammensetzung der Gasemissionen oft schwierig.
Eine Fachkommission legt auf der Grundlage von Studien zur Toxizität chemischer Stoffe gesetzlich vorgeschriebene maximale Arbeitsplatzkonzentrationen (PDK) für Schadstoffe in der Luft am Arbeitsplatz fest. Diese Werte werden korrigiert oder ergänzt, sobald neue Ergebnisse aus experimentellen Untersuchungen vorliegen.
Entscheidungen über die Notwendigkeit der Begründung von PDK und OBUV (vorläufige sichere Einwirkungspegel) in der Luft am Arbeitsplatz sowie in der Außenluft von Wohngebieten werden auf der Grundlage hygienischer Kriterien getroffen.
Die hygienische Normierung von Schadstoffen erfolgt in vier Etappen. In der ersten Etappe wird die Zweckmäßigkeit von Untersuchungen zur hygienischen Normierung festgestellt. In der zweiten Etappe werden auf der Grundlage einer Informationsanalyse Stoffe identifiziert, für die gemäß den vorgeschlagenen Kriterien keine hygienischen Normen entwickelt werden müssen. In der dritten Etappe werden die Abfolge und der Umfang der Untersuchungen festgelegt, die für eine beschleunigte Begründung hygienischer Normen (OBUV, ODU, PDK) erforderlich sind. In der vierten Etappe wird die Entscheidung über die Entwicklung einer hygienischen Norm auf der Grundlage der durchgeführten toxikologisch-hygienischen Untersuchungen gemäß den methodischen Richtlinien getroffen.
Das Verzeichnis der Schadstoffe mit Angabe von OBUV, ODU, PDK in der Luft am Arbeitsplatz, Aggregatzuständen und Besonderheiten der Wirkung auf den Körper ist in der SanPiN 1.2.3685-21 aufgeführt.
Die Einführung eines effektiven Systems zur Überwachung der Luftqualität in Unternehmen schafft die Voraussetzungen für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in allen Bereichen der Produktion.
Die Abbildung zeigt ein modernes System der Toxizitätskategorien.
Der Arbeitsplatzgrenzwert (OEL) – die durchschnittliche Konzentration (µg/m³) eines Stoffes im Arbeitsbereich über einen Zeitraum von acht Stunden.
Die Toxizitätskategorie (OEB) – das Toxizitätsniveau eines Stoffes.
Jede der fünf Toxizitätskategorien (OEB1-OEB5) entspricht einem bestimmten OEL-Wert.