Autor: Vladimir Stepanov, Director of Industrial Safety and Occupational Health Department — OTEKO
Moderne Technologien ermöglichen eine erhebliche Verbesserung des Schulungsprozesses in wichtigen Bereichen wie Arbeitsschutz und Anlagensicherheit. Eine der vielversprechendsten Technologien ist heute der Einsatz von VR (Virtual Reality) und Mixed Reality für Simulatoren. In Kombination mit interaktiven SCORM-Simulatoren ermöglichen diese Lösungen die Schaffung einer tiefgreifend fesselnden und realistischen Lernumgebung. Wie bei jeder anderen Technologie gibt es jedoch auch hier Feinheiten, die bei der Implementierung berücksichtigt werden sollten.
VR: Volles Eintauchen in den Prozess
Virtual Reality ist ein neues Schulungsinstrument, das den Effekt des vollständigen Eintauchens ermöglicht. Einfache Unterweisungen verwandeln sich in dynamische Situationen, in denen der Mitarbeiter nicht mehr nur ein Außenstehender, sondern ein aktiver Teilnehmer am Geschehen ist. Je nach Umgebung hängt die Entwicklung der Situation von seinen Handlungen ab, und man kann sich nicht einfach "heraushalten". Diese Erfahrung macht das Lernen effektiver und einprägsamer, da sie mit realen Handlungen und Konsequenzen verknüpft ist.
Trotz des Potenzials sind VR-Technologien jedoch noch weit von der Perfektion entfernt. Nach meinen Beobachtungen in Unternehmen, die virtuelle Simulatoren einsetzen, wurden diese Systeme in den meisten Fällen eher für Demonstrationen und "Präsentationszwecke" als für die tatsächliche Schulung der Mitarbeiter genutzt. Die Arbeiter selbst absolvieren auf solchen Simulatoren selten vollständige Kurse, und dafür gibt es mehrere Gründe.
Probleme bei der VR-Bereitstellung: Worauf man vorbereitet sein muss
- Anpassungsbedarf. Mitarbeiter benötigen Zeit, um sich an VR-Headsets und Controller zu gewöhnen. Das ist nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint, besonders wenn die Beschäftigten zuvor noch nie mit der virtuellen Realität in Berührung gekommen sind. Erst nach der Beherrschung der Ausrüstung können sie direkt mit der Schulung beginnen.
- Technische Komplexität. VR-Headsets sind recht eigenwillige Geräte. Sie erfordern regelmäßige Kalibrierungen, und ihre Anzahl in den Betrieben ist aufgrund der hohen Kosten oft begrenzt. Zudem fällt es einigen Nutzern schwer, sich an VR zu gewöhnen – es tritt der "Motion Sickness"-Effekt auf, was eine vollwertige Schulung erschweren kann.
- Qualität der Inhalte. Die meisten Lösungen auf dem Markt entsprechen noch nicht den Erwartungen. Die Ausführungsqualität der Programme sowie der Realismus bei der Erzeugung der Atmosphäre lassen zu wünschen übrig. Dennoch bringen die Zukunft der VR-Technologien und ihre Weiterentwicklung echten Nutzen.
Schlussfolgerungen und Ansätze
Basierend auf der Analyse aller Vor- und Nachteile von Virtual Reality sind wir zu Schlussfolgerungen gekommen, die helfen, diese Technologien richtig zu implementieren und bestmöglich zu nutzen:
- Wahl des Auftragnehmers. Unternehmen, die VR-Lösungen entwickeln und implementieren, sollten über fundierte Erfahrung in der Entwicklung von VR-Produkten verfügen. Man sollte Entscheidungen nicht allein auf Basis des Preises treffen, da man sonst riskieren könnte, ein Produkt zu erhalten, das lediglich im Schrank verstaubt. Es ist wichtig, die Ausführungsqualität und die Erfahrung aus früheren Implementierungen zu bewerten.
- Mixed Reality. Damit Simulatoren wirklich nützlich werden, müssen Elemente der Mixed Reality eingesetzt werden. Das bedeutet, dass virtuelle Szenarien durch physische Objekte ergänzt werden sollten – Modelle von Steuerpulten, Feuerlöschern, Puppen usw. Objekte, die physisch existieren und während des VR-Trainings bedient werden. Wenn ein Mitarbeiter mit realen Gegenständen interagieren kann, die Haptik spürt und das Gewicht der Ausrüstung abwägt, sammelt er praktische, gegenständliche Erfahrung, anstatt sich nur die Abfolge der Schritte zu merken.
- SCORM-Simulatoren. VR-Headsets sind ein teures Vergnügen, insbesondere wenn ein Unternehmen eine große Anzahl von Mitarbeitern hat. Um Massenschulungen zu gewährleisten, sollten die Simulatoren das SCORM-Format unterstützen. Dieses Format kann auf jedem Gerät ausgeführt werden – vom Smartphone bis zum Infokiosk – , was interaktives Lernen ohne die Notwendigkeit einer massiven Hardware-Anschaffung ermöglicht.
- Wahl der Ausrüstung. Man sollte nicht nach den teuersten VR-Headsets streben. Es gibt viele erschwingliche und kostengünstige Optionen. Das Hauptkriterium – das Headset sollte kabellos sein und die Simulatoren sollten direkt auf das Gerät geladen werden, um eine ständige Verbindung zum Computer zu vermeiden.
- Effektivität der Simulatoren. Viele Simulatoren bestehen heute aus Schritt-für-Schritt-Anweisungen für die Nutzer. "Geh hierhin, setz den Helm auf, nimm die Handschuhe...". Unsere Aufgabe ist es jedoch, dem Mitarbeiter eine reale Erfahrung unter sicheren Bedingungen zu vermitteln, damit er emotional beteiligt ist und sich besser einprägt, wie man in Notsituationen handelt. Wenn ein Mitarbeiter während des Trainings "von einer Last erdrückt" wird oder sieht, wie "Blut fließt", wird er diese Erfahrung sein Leben lang nicht vergessen und in einer realen Situation kein falsches Verhalten an den Tag legen.
Fazit: Die Zukunft liegt in der Interaktion und Mixed Reality
Ich plädiere keineswegs dafür, reales Training vollständig durch virtuelles zu ersetzen. Eine effektive Kombination beider Ansätze kann jedoch hervorragende Ergebnisse liefern. Virtual Reality und Mixed Reality können eine Ergänzung zum realen Unterricht sein und es den Mitarbeitern ermöglichen, Szenarien sicher in einer kontrollierten Umgebung zu üben. Darüber hinaus lässt sich mit VR das gewünschte Ausbildungsniveau erreichen: Anstatt sich auf die Fähigkeiten eines einzelnen Ausbilders zu verlassen, erhält jeder Mitarbeiter eine gleichbleibend hochwertige und detaillierte Schulung.
Ein weiterer entscheidender Vorteil ist der Ersatz langweiliger Lehrfilme, an die sich kaum jemand erinnert, durch eine vollwertige Gamifizierung des Lernprozesses. Dies macht das Lernen nicht nur spannender, sondern trägt auch zu einer besseren Einprägung von Regeln und Verfahren bei, was letztendlich zu einem höheren Sicherheitsniveau führt.
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Sehr nützliche und aktuelle Informationen
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