Der HSE-Bereich in Russland durchläuft eine umfassende Transformation und wechselt von einem streng vorschreibenden Ansatz zu einem risikoorientierten Management. Der Vortrag befasst sich detailliert mit dem Bundesgesetz über obligatorische Anforderungen, das neue Spielregeln für Arbeitgeber und Aufsichtsbehörden festlegt. Die wichtigste Änderung ist das Prinzip der Verhältnismäßigkeit: Die Kosten für die Erfüllung der Anforderungen müssen dem abgewendeten Risiko angemessen sein. Der Referent analysiert, wie dieser Ansatz die Arbeitslogik von HSE-Fachkräften verändert und von ihnen ein tieferes Verständnis der Produktionsprozesse sowie Eigenständigkeit bei der Entscheidungsfindung fordert.
Der aktualisierte zehnte Abschnitt des Arbeitsgesetzbuches verlagert den Schwerpunkt vom Schutz der Arbeitsrechte auf die Gewährleistung der tatsächlichen Sicherheit der Arbeitnehmer. Der Referent zeigt am Beispiel neuer Definitionen des Berufsrisikos, wie die Gesetzgebung mit internationalen Standards harmonisiert wird, wobei nicht nur die Wahrscheinlichkeit, sondern auch die Schwere möglicher Folgen berücksichtigt wird. Eine wichtige Neuerung ist der Vorrang der Prävention und der Minimierung von Gesundheitsschäden, was von den Arbeitgebern einen proaktiven Ansatz zur Erkennung von Gefahren bereits in der Entwurfsphase neuer Arbeitsplätze und der Einführung von Technologien erfordert.
Die Gesetzesänderungen erlegen den Arbeitgebern neue Pflichten auf, darunter die Führung eines Registers der Rechts- und Verwaltungsvorschriften und die systematische Ermittlung von Gefahren. In dem Vortrag wird betont, dass die HSE-Vorschriften nun keine Querverweise mehr enthalten und die Fachkräfte selbstständig ein umfassendes Bild der Anforderungen für ihr Unternehmen erstellen müssen. Besonderes Augenmerk wird auf das Verbot der Arbeit unter gefährlichen Arbeitsbedingungen (Klasse 4) und die Notwendigkeit der Entwicklung von Maßnahmenplänen zu deren Beseitigung gelegt.
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