Auf den ersten Blick scheinen diese Berufe Gegensätze zu sein. Die einen streben in den Weltraum, die anderen steigen unter die Erde hinab. Doch bei genauerer Betrachtung wird deutlich, dass die Arbeit von Kosmonauten und Bergleuten Gemeinsamkeiten aufweist. Heute vergleichen wir die Belastungsfaktoren und Risiken, mit denen sie täglich konfrontiert sind.
Gefährliche Arbeitsbedingungen
Zunächst einmal sind es ähnliche Arbeitsbedingungen: Sowohl Kosmonauten als auch Bergleute befinden sich über längere Zeit in isolierten Räumen und sind erhöhten psycho-emotionalen Belastungen und Stress ausgesetzt. Beide benötigen nach der Arbeit eine längere Erholungs- und Regenerationsphase. Aus diesem Grund arbeiten Kosmonauten ausschließlich im Schichtbetrieb (Wachmethode), während Bergleute entweder im Schichtdienst oder ebenfalls im Fernpendelbetrieb (Wachmethode) tätig sind. Übrigens ist die kostenlose Beförderung zum Wohn- und Arbeitsort eine weitere Gemeinsamkeit in den Arbeitsbedingungen von Kosmonauten und Bergleuten.
Die Arbeit im freien Weltraum ist mit gefährlichen physikalischen Faktoren verbunden. Dazu gehören Vakuum, Strahlung, Meteoriten und die Strahlungsenergie der Sonne. Raumanzüge helfen, deren Auswirkungen zu minimieren. In ihnen werden das notwendige Mikroklima, der Druck und die Luftzusammensetzung aufrechterhalten. Gleichzeitig schränkt der Raumanzug die Bewegungsfreiheit des Kosmonauten ein und verringert so seine Leistungsfähigkeit.
Im Bergwerk zählen vor allem Methan und die Gefahr von Einstürzen zu den gefährlichen Faktoren. Bergleute klagen oft über unbequeme Schutzbrillen oder Stiefel, aber gerade die Arbeitskleidung und die persönliche Schutzausrüstung (PSA) schützen sie zuverlässig vor Kohlenstaub, Wasserzufluss in den Grubenbauen, erhöhtem Lärm durch Maschinen und anderen schädlichen Faktoren.
Ohne Risikobeurteilung — weder unter die Erde noch in den Himmel
Sowohl bei der Erschließung von Bodenschätzen als auch bei der Erforschung des Weltraums ist ein kompetenter risikoorientierter Ansatz entscheidend.
In der Arbeit von Kosmonauten und Bergleuten gibt es viele Risikofaktoren: Die einen sind sehr hoch oben, die anderen sehr tief unten. Und einige Instrumente des Risikomanagements überschneiden sich. Auch Kosmonauten nutzen die dynamische Risikobeurteilung — bevor sie mit der Arbeit beginnen, stellen sie sich die Frage: „Was kann schiefgehen?“, und erst wenn sie diese vollständig beantwortet haben, fahren sie mit weiteren Handlungen fort. Bergleute gehen genauso vor.
Welches gemeinsame tödliche Risiko kann sowohl im Bergwerk als auch im Weltraum eintreten? In erster Linie sind dies Explosionen oder Brände. Auf den ersten Blick scheint die Wahrscheinlichkeit des Eintretens tödlicher Risiken in der Erdumlaufbahn höher zu sein als im Bergwerk. Statistiken zeigen jedoch oft das Gegenteil.
Das Risiko für Verletzungen hingegen — ob leicht, wie ein Schnitt in den Finger, oder schwer — ist bei Bergleuten viel höher. Dies liegt daran, dass der Weg zum Arbeitsplatz im Bergwerk lang ist — Förderkorb, Diesellokomotive, Sesselbahn. In den Abbaustätten befinden sich viele Menschen gleichzeitig. Unter Tage gibt es mehr mechanisierte und manuelle Arbeit sowie rotierende Maschinen, weshalb die Anzahl der eingetretenen Risiken bei Bergleuten statistisch gesehen höher ist als bei Kosmonauten.
So unterschiedliche Berufe auf den ersten Blick, und doch so viele Gemeinsamkeiten!