Die Praxis hat gezeigt, dass die mit Verkehrsunfällen im Tagebau verbundenen Risiken die allgemeinen Betriebsrisiken in Bezug auf die Anzahl schwerer Verletzungen und tödlicher Unfälle übertreffen.
Es ist bekannt, dass Muldenkipper unter schwierigen Bedingungen wie schlechter Sicht, rutschigen Straßen, steilen Hängen und instabilem Untergrund eingesetzt werden. Dies gilt insbesondere für die Polarregion. Die Arbeit unter solchen Bedingungen erfordert vom Fahrer höchste Konzentration und zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen.
Wie können wir die Risiken minimieren, die mit Fehlverhalten des Fahrers verbunden sind? Durch den Einsatz aktiver technischer Sicherheitsassistenten, einschließlich autonomer Technologien? Ja, das ist derzeit ein Trend, aber kein Allheilmittel.
Ein wichtiges Glied in der Sicherheitskette bleibt nach wie vor die Schulung der Mitarbeiter. Aber wie vermeidet man dabei, dass beim Auszubildenden lediglich ein mechanisches Gedächtnis (* als mechanisches Gedächtnis bezeichnet man die Fähigkeit, Informationen aufzunehmen und wiederzugeben, die man weder kennt noch versteht) entwickelt wird, und erreicht stattdessen ein logisches Gedächtnis (** beim logischen Gedächtnis werden alle Informationen sorgfältig analysiert und strukturiert, vom Wichtigen zum Nebensächlichen)?
Die Lösung, die in unserem Unternehmen aktiv angewendet wird, ist die jährliche Weiterbildung der Fahrer, die in den Tagebauen der Wostotschny-Mine eingesetzt werden, durch ein Coaching im Rahmen des Programms „Defensives Fahren“ (im Folgenden: Programm).
Das Programm basiert auf einem tiefgreifenden Verständnis für sicheres Fahren und zielt darauf ab, die häufigsten Fehler der Fahrer, die Ursachen der von ihnen herbeigeführten Situationen sowie Methoden zu deren Vermeidung zu untersuchen. Die Methodik dieses Programms wird in den größten Bergbauunternehmen am häufigsten als Standardplattform für die Ausbildung von Fahranfängern und die Verbesserung der Fahrkünste eingesetzt.
Woraus besteht das Programm?
Erstens entwickeln die Trainer einer spezialisierten Schulungsorganisation einen schrittweisen Ausbildungsplan für die vom Kunden genannten risikoreichsten Vorgänge im Zusammenhang mit dem Fahren eines großen, tonnenschweren Muldenkippers. Der Trainer erklärt den Teilnehmern in Form einer interaktiven Präsentation, sozusagen „kinderleicht“, die Prinzipien eines sicheren Verhaltensmodells unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren:
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Der nächste Schritt ist die Wiederholung des gelernten Materials auf dem Übungsgelände, das in unserem Unternehmen direkt auf dem Gelände des Tagebaus eingerichtet wurde.
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Dies ist der interessanteste und spektakulärste Teil. Der Trainer stellt dem Fahrer über Funk eine Aufgabe und erklärt den anderen Auszubildenden gleichzeitig die Fehler, die der Fahrer macht. Und so geht es reihum, bis alle die Prüfung absolviert haben.
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Ein effektives Lernmodell? Durchaus. Erfordert es zusätzliche finanzielle Aufwendungen und Anpassungen der Arbeitspläne der Fahrer während der Ausbildungszeit? Ja, aber es lohnt sich. Ein Menschenleben ist wichtiger.
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Der Artikel beschreibt detailliert das Schulungsprogramm "Defensives Fahren" für Schwerlastfahrer. Sehr relevant in den Regionen des Hohen Nordens.