Die Fähigkeit, mit Risiken unter „Feldbedingungen“ umzugehen und den Produktionsprozess zu analysieren, um kritische Stellen zu identifizieren, die potenziell zu Verletzungen des Bedienpersonals führen könnten, ist ein Indikator für den Reifegrad des HSE-Managementsystems im Betrieb.
Im Unternehmen AO „Apatit“ wurden in den ersten 10 Monaten dieses Jahres durch die gemeinsamen Bemühungen der für die Arbeitssicherheit im Transportwesen zuständigen Dienste und Abteilungen durch die Auswertung von Videoüberwachungsaufnahmen, einschließlich der auf Lokomotiven installierten Kameras, eine Reihe von Verstößen gegen die HSE-Anforderungen festgestellt. Diese hätten zu schweren oder tödlichen Unfällen führen können, sowohl beim eigenen Personal als auch bei Mitarbeitern von Vertragsunternehmen (im Folgenden: VU), die ihre Tätigkeiten im Bewegungsbereich von Waggons auf nicht-öffentlichen Bahngleisen von Verladeanlagen unter Einsatz spezieller Rangiergeräte (Elektroschieber, Rangierwinde, Lokoroboter) ausführen.
Praxisbeispiele:
1. Im März dieses Jahres rollte ein VU-Mitarbeiter nach dem Aufschneiden der Oberseite des Waggon-Inliners einer Waggongruppe auf dem Bahngleis der Verladeanlage „Entladung von granuliertem Schwefel“ den herausgeschnittenen Teil des Inliners zu einer Rolle zusammen. Er brachte diese jedoch nicht auf die 0,00-m-Ebene zum Lagerplatz hinunter, sondern entschied sich, die aufgerollten Inliner während der Fahrt des Zuges von den Waggons herunterzuziehen, und brachte damit sein Leben in Gefahr.
*Der Pfeil zeigt den VU-Mitarbeiter
2. Im Mai dieses Jahres wurde beim Abziehen beladener Waggons vom Bahngleis der Verladeanlage „Verladung von Harnstoff“, während sich der Rangierleiter im Raum zwischen den Waggons befand und die Bremsschläuche zwischen Lokomotive und Waggon verband, von einem Vertreter der Verladeanlage ohne Befehl des Rangierleiters der Elektroschieber in Bewegung gesetzt. Dies führte zu einer unkontrollierten Bewegung der Waggons, wodurch das Leben des Rangierleiters in Gefahr gebracht wurde.
**Der Pfeil zeigt den Rangierleiter
3. Im August dieses Jahres begab sich ein VU-Mitarbeiter an der Verladeanlage „Verladung von Harnstoff“ zum Entkuppeln der Waggons unter Lebensgefahr in den Raum zwischen den Waggons, während diese mittels Elektroschieber auf dem Bahngleis in Bewegung gesetzt wurden. Dies führte in der Folge zu einer unbeabsichtigten, unkontrollierten Bewegung des Waggons und schuf das Risiko eines Transportunfalls. Er legte den Hemmschuh unter den bereits rollenden Waggon, nachdem dieser abgekuppelt worden war.
***Der Pfeil zeigt den VU-Mitarbeiter
Was lässt sich daraus schließen? Die sich wiederholenden Vorfälle zeigten, dass jegliche Kontrolle über die Handlungen des Personals hinsichtlich der Einhaltung grundlegender HSE-Vorschriften fehlte.
Ohne auf das Eintreten eines negativen Ereignisses zu warten, traf ich die Entscheidung, zu allen oben genannten Fällen interne Untersuchungen durchzuführen und Korrekturmaßnahmen zu erarbeiten. Abgesehen von disziplinarischen Maßnahmen möchte ich auf einige organisatorische und technische Maßnahmen eingehen. Zum Beispiel:
Gemäß den Anforderungen der technischen Spezifikation analysiert das System den Videostream der Kameras in Echtzeit und nutzt Computer Vision zur Personenerkennung. Es gleicht deren Standort automatisch mit den vom Benutzer definierten virtuellen Gefahrenzonen ab. Bei unbefugtem Überschreiten der Grenze einer solchen Zone sendet das System sofort ein Signal, das den Startstromkreis des Elektromotors unterbricht und dessen weiteren Betrieb verhindert.
Nach Abschluss der Tests, der Übernahme dieses Systems in den produktiven Betrieb und den daraus resultierenden Veränderungen werden wir auf der Plattform des HSEDAYS-Projekts auf jeden Fall darüber berichten.
Kommentare 2
Der Einsatz von Videoanalysesystemen im Eisenbahnverkehr zur Erkennung von Personen in Gefahrenzonen ist eine gute Praxis, die Arbeitsunfälle beim Eisenbahnbetrieb verhindern wird.
Eine gute Praxis zur Vermeidung von Verletzungen im Eisenbahnverkehr.