Arbeitssicherheit wird von Mitarbeitern oft als eine langweilige Ansammlung formaler Normen, Regeln und Arbeitsschutzanweisungen wahrgenommen. Unternehmensvorschriften verstauben jahrelang in den Regalen, und standardmäßige Sicherheitsunterweisungen werden lediglich als Pflichtübung „abgehakt“.
In Unternehmen mit einer ausgeprägten Sicherheitskultur hat sich dieser Ansatz jedoch längst geändert. Zum Haupttreiber des Wandels werden interne Trainer – fest angestellte Mitarbeiter, die ihre Kollegen in einem bewussten Umgang mit Risiken schulen.
Sicherlich kennt ein externer Referent die Theorie und die gesetzlichen Grundlagen. Aber nur er, der interne Trainer, weiß genau, an welcher Stelle im Betrieb die Arbeiter stolpern, welche Maschine am häufigsten ausfällt und warum Mitarbeiter ihre Schutzbrillen vernachlässigen. Er spricht dieselbe Sprache wie die Belegschaft und passt abstrakte Regeln an konkrete Arbeitsplätze an.
Menschen nehmen Kritik und Anmerkungen von externen Beratern nur ungern an. Einem Kollegen, der selbst den Weg vom Anfänger zum Experten innerhalb des Unternehmens gegangen ist, wird immer mehr Vertrauen entgegengebracht. Der interne Trainer ist kein strafender Inspektor, sondern ein Mentor, der ein aufrichtiges Interesse daran hat, dass jeder seiner Kollegen gesund nach Hause zurückkehrt.
Wenn sich in der Produktion die Ausrüstung ändert oder ein neues Berufsrisiko identifiziert wird, muss das Unternehmen nicht wochenlang nach einem Dienstleister suchen und Schulungsprogramme abstimmen. Ein interner Trainer kann das Material innerhalb eines Tages anpassen und eine gezielte Unterweisung für ein bestimmtes Team direkt am Arbeitsplatz durchführen.
Schulungen durch eigene Mitarbeiter verwandeln Sicherheit von einer Management-Richtlinie in einen gemeinsamen Wert. Die Trainer werden zu Botschaftern für sicheres Verhalten in der Kaffeepause und in Meetings. Sie bemerken gefährliche Handlungen, bevor diese zu Mikroverletzungen oder Unfällen führen.
Investitionen in die Ausbildung interner Sicherheitstrainer sind nicht nur eine Budgetersparnis gegenüber externen Anbietern. Es ist ein strategischer Schritt, der formale Regeln in echte Gewohnheiten der Mitarbeiter transformiert, Leben rettet und die Ressourcen des Unternehmens schont.
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