Wussten Sie, wie der erste Prototyp einer Übungspuppe für das Training der Herz-Lungen-Wiederbelebung entstand? Wessen Gesicht wurde einst für die Gestaltung der Puppe verwendet?
Viele werden sich das vielleicht fragen. Auch ich habe die Entstehungsgeschichte der Puppe ganz zufällig erfahren.
Es gibt viele Versionen darüber, wessen Gesicht für die Erstellung der Puppe verwendet wurde, aber die glaubwürdigste ist die Geschichte der berühmten „Unbekannten aus der Seine“.
Ende des 19. Jahrhunderts lag der Körper eines jungen Mädchens auf dem Tisch eines Pariser Leichenschauhauses.
Die Leiche des etwa sechzehnjährigen Mädchens wurde unweit des Louvre aus der Seine gezogen. Auch nach längerer Zeit konnte sie nicht identifiziert werden.
Damals war es üblich, Abgüsse, sogenannte Totenmasken, von Verstorbenen anzufertigen. Auch von diesem unbekannten Mädchen wurde eine Totenmaske erstellt. Der Abguss wurde im Schaufenster des Leichenschauhauses ausgestellt und erlangte wahre Berühmtheit. Von der Totenmaske wurden Kopien angefertigt und verkauft.
Sechzig Jahre lang blieb die Pariser Ertrunkene namenlos. Erst nach 60 Jahren wurde sie „wiederbelebt“ und erhielt einen Namen.
Im Jahr 1958 erhielt der norwegische Spielzeughersteller Åsmund Laerdal den Auftrag, eine Übungspuppe für das Training von Wiederbelebungsmaßnahmen zu entwickeln.
Der Auftraggeber war der österreichische Arzt Peter Safar, der Begründer der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Åsmund Laerdal entwickelte eine weibliche Übungspuppe und kopierte dabei das Gesicht der Totenmaske der Pariser Ertrunkenen.
Die Puppe wurde „Resusci Anne“ („Wiederbelebte Anna“) genannt. So erhielt die unbekannte Pariserin schließlich ihren Namen.
Seitdem wurde „Annushka“ zum Vorbild für alle derartigen Übungspuppen, und jeder, der an der Puppe übt, küsst 💋 die Pariser Ertrunkene. Da es so viele dieser Menschen gibt, wird die Unbekannte aus der Seine oft als das „meistgeküsste Mädchen der Welt“ bezeichnet!