Eine stille Heldentat am Ufer des Flusses Tom: Warum unsere Spinnrute immer warten muss

Eine stille Heldentat am Ufer des Flusses Tom: Warum unsere Spinnrute immer warten muss

21 Oktober 2025 🇷🇺 Original: русский 1 Min. Lesezeit

Seit mehreren Jahren verbringen mein Mann und ich unsere Sommerwochenenden mit Angeln am Fluss Tom. Wir kennen hier jede Biegung, jeden vielversprechenden Platz für Barsche. Aber im Laufe der Jahre hat sich bei uns noch eine weitere, weniger romantische, aber extrem wichtige Tradition entwickelt. Bevor wir die Spinnrute ins Wasser werfen, nehmen wir einen großen Müllsack und gehen das Ufer ab.

Mütterchen Tom ist ein starker und schöner Fluss, aber er ist nicht allmächtig. Er kann die Plastikflaschen, Plastiktüten und Verpackungen, die von den „Erholungssuchenden“ zurückgelassen werden, nicht selbst aus seinen Gewässern fischen. Und er befreit sich so gut er kann von dieser Last, indem er den Müll während des Hochwassers ans Ufer spuckt oder ihn einfach in die Uferzone spült. Es ist unmöglich, dies ohne Tränen der Enttäuschung mitanzusehen.

Dabei ist dieser Müll nicht nur ein ästhetisches Problem. Er ist ein stiller Killer der lokalen Flora und Fauna. Plastik, das Jahrhunderte braucht, um sich zu zersetzen, gibt Mikroplastik und Toxine an Wasser und Boden ab. Fische und Vögel verwechseln es mit Nahrung, was zu ihrem Tod führt. Tüten, die sich in Algen verfangen, stören den Sauerstoffhaushalt. Glasflaschen verschmutzen den Boden. Wir kommen für den Fang und die Stille, aber was hinterlassen wir im Gegenzug?

Unser kleines Ritual ist keine Heldentat, sondern einfache Achtsamkeit. Wir möchten, dass unsere Kinder auch in zehn Jahren hierher kommen können und keine Müllhalde, sondern einen mächtigen, sauberen Fluss vorfinden.

Die Regeln für unseren Aufenthalt am Ufer, die nicht komplizierter sind als das Binden eines Angelknotens:

  1. Nimm eine Tüte mit. Nicht nur eine für das Essen, sondern eine zweite für den Müll. Für den eigenen und, wenn möglich, auch für fremden.

  2. Nimm alles wieder mit. Vergrabe oder verbrenne den Müll nicht – das schadet dem Boden und der Luft noch mehr.

  3. Schütze die Ufervegetation. Sie befestigt das Ufer und ist ein Zuhause für viele Organismen.

  4. Verwende Reinigungsmittel nur im äußersten Notfall und weit weg vom Wasser. Denke daran, dass all dies in den Fluss gelangt.

Amateursport und Erholung in der Natur bedeuten nicht nur körperliche Aktivität, sondern auch Verantwortung. Verantwortung für den Ort, der uns Kraft und Freude schenkt. Lasst uns unsere Natur so behandeln, wie sie es verdient – mit Fürsorge und Respekt. Dann wird sie noch viele Jahrhunderte lang stark und schön bleiben!

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