Warum einen strukturierten Ansatz bei der Unfalluntersuchung verwenden?

5 November 2025 🇷🇺 Original: русский 1 Min. Lesezeit

Die Untersuchung von Arbeitsunfällen ist nicht nur ein formales Verfahren, sondern ein entscheidendes Instrument zur Vermeidung wiederkehrender Vorfälle. Die Wirksamkeit einer solchen Untersuchung hängt jedoch direkt von der Methodik ab, die das Team anwendet. Genau hier rückt der strukturierte Ansatz in den Vordergrund – eine systematische, konsequente und zielgerichtete Analysemethode, die es ermöglicht, über oberflächliche Ursachen hinauszugehen und die wahren Grundfaktoren des Vorfalls zu ermitteln.

Was ist ein strukturierter Ansatz?

Ein strukturierter Ansatz zur Unfalluntersuchung beinhaltet die Verwendung etablierter Methoden (wie z. B. der „5-Why“-Methode, des Fehlerbaums, der Ishikawa-Analyse oder des Schweizer-Käse-Modells), eines klaren Handlungsalgorithmus und standardisierter Dokumentationsformulare. Er schließt Chaos, Subjektivität und emotionale Bewertungen aus und ersetzt sie durch Logik, Fakten und Beweise.

Hauptvorteile des strukturierten Ansatzes

1. Tiefgehende Ermittlung der Grundursachen

Ohne Struktur beschränkt sich die Untersuchung oft auf den „menschlichen Faktor“: „Der Mitarbeiter hat keine PSA getragen“, „hat die Anweisungen nicht befolgt“. Ein strukturierter Ansatz hilft dabei, die richtigen Fragen zu stellen:

  • Warum hat der Mitarbeiter keine PSA getragen?
  • War die PSA verfügbar und gebrauchstauglich?
  • Hat er eine ausreichende Schulung und Unterweisung erhalten?
  • Gab es Zeitdruck oder eine unzureichende Unternehmenskultur?

Eine solche Analyse ermöglicht es, systemische Mängel aufzudecken: Lücken in der Schulung, ineffektive Verfahren, unzureichende Kontrolle durch das Management.

2. Erhöhung der Objektivität und Reproduzierbarkeit

Standardisierte Methoden gewährleisten die Vergleichbarkeit von Untersuchungen zwischen verschiedenen Vorfällen und Abteilungen. Dies ist besonders wichtig für große Organisationen mit mehreren Standorten. Ein solcher Ansatz verringert auch das Risiko von Voreingenommenheit und der „Suche nach dem Schuldigen“ – der Fokus verlagert sich von der Bestrafung auf die Verbesserung des Systems.

3. Effektive Umsetzung von Präventivmaßnahmen.

Wenn die Grundursachen genau ermittelt sind, werden die vorgeschlagenen Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen konkret und wirksam. Anstelle der allgemeinen Forderung, „die Disziplin zu stärken“, kann man beispielsweise Folgendes einführen:

  • ein aktualisiertes Verfahren zur Ausgabe von PSA,
  • ein Erinnerungssystem vor Arbeitsbeginn,
  • Änderungen der KPIs, um die Missachtung der Sicherheit zugunsten der Produktivität nicht zu fördern.

4. Aufbau einer Sicherheitskultur

Die Mitarbeiter sehen, dass die Untersuchung kein Instrument der Bestrafung ist, sondern eine Möglichkeit, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Dies stärkt das Vertrauen, fördert die Meldung potenzieller Risiken und bezieht das Personal in die gemeinsame Arbeit zur Gewährleistung der Sicherheit ein.

5. Einhaltung gesetzlicher und internationaler Standards

Viele HSE-Standards (z. B. ISO 45001) fordern ausdrücklich einen systematischen Ansatz zur Untersuchung von Vorfällen. Ein strukturierter Ansatz zeigt die Reife des HSE-Managementsystems und die Bereitschaft der Organisation, aus Fehlern zu lernen.

Ein Unfall ist immer ein Signal dafür, dass im System etwas nicht stimmt. Ein strukturierter Ansatz ermöglicht es, das Ereignis nicht nur zu erfassen, sondern seine Sprache zu verstehen und richtig zu interpretieren. Er verwandelt eine Tragödie in eine Chance für Wachstum, die Stärkung der Sicherheitskultur und den Aufbau eines sichereren und nachhaltigeren Arbeitsumfelds. Letztendlich ist es genau dieser Ansatz, der Leben rettet – nicht nur das derjenigen, die bereits betroffen sind, sondern auch das derjenigen, die morgen betroffen sein könnten.

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