Die sechste Saison der internationalen professionellen Plattform HSE DAYS wird in einer Zeit eröffnet, in der Fragen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes (HSE) nicht nur einen formalen Ansatz, sondern echte, funktionierende Instrumente erfordern. Im Rahmen des Webinars diskutierten Branchenexperten die wichtigsten Entwicklungsrichtungen der Gemeinschaft, wobei ehrenamtliche Tätigkeiten und Benchmarking einen besonderen Platz einnehmen. Diese Initiativen sind eine natürliche Antwort auf das Bedürfnis der Unternehmen, reale Erfahrungen auszutauschen und nach effektiven Lösungen zur Senkung der Unfallraten zu suchen.
Evgeny Parygin, Leiter des Instituts der Beauftragten für Sicherheitskultur bei Rosatom, ging in seinem Vortrag detailliert auf das Konzept der ehrenamtlichen Unterstützung für Unternehmen ein. Was vorgeschlagen wird: die Schaffung einer freiwilligen Expertengruppe, die bereit ist, Unternehmen zu beraten, die sich in den Anfangsphasen der Entwicklung einer Sicherheitskultur befinden. Warum das wichtig ist: Viele Unternehmen wollen sich weiterentwickeln, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen, da sie sich auf einem reaktiven Niveau befinden. Wie es in der Praxis funktioniert: Experten mit umfassender Erfahrung bei der Implementierung von Best Practices (darunter aus 12 vom Projekt abgedeckten Wirtschaftszweigen) werden bei der Durchführung von Selbstbewertungen, Audits und der Erstellung von Dokumenten helfen und so den Transformationsprozess beschleunigen.
Der Gründer der HSE DAYS, Andrey Prokopenko, sprach das drängende Problem der steigenden Arbeitsunfälle an. Der Redner zeigt anhand von Statistiken, dass die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle in den letzten fünf Jahren um 44 % gestiegen ist (von 1277 im Jahr 2020 auf 1836 im Jahr 2024). Darüber hinaus wurden Fälle von verheimlichten Unfällen aufgedeckt. Als Reaktion auf diese Herausforderungen konzentriert sich das Projekt auf die Entwicklung des Clubs der Sicherheitsgaranten, um die Führungskräfte der Unternehmen einzubinden, sowie auf globales Benchmarking – den Informationsaustausch über Instrumente, die Unfälle tatsächlich reduzieren. Geplant ist auch die Modernisierung der Fallstudienbibliothek (über 500 Praktiken) mit benutzerfreundlichen Filtern.
Vladimir Varlamov, HSE-Direktor bei Sibkor (SUEK), betonte die Bedeutung eines systematischen Ansatzes für Sicherheitsinstrumente. Der Redner analysiert den Prozess der „Risikojagd“ und weist auf die Notwendigkeit hin, alle Maßnahmen in einem einzigen Trichter zu sammeln, die Kritikalität der Risiken ehrlich zu bewerten und die Grundursachen zu analysieren. Nur so kann man sich von sich ständig wiederholenden Verstößen lösen. Ekaterina Rogova, Projektleiterin für die Verbesserung der Produktionskultur bei Metalloinvest, ergänzte das Thema Benchmarking und merkte an, dass es sich nicht nur um trockene Statistiken handelt, sondern um eine tiefgehende Analyse der Implementierung von Instrumenten und Fehlern. Sie nannte das Beispiel der erfolgreichen Übernahme der „Heatmap“ von Evraz, die es ermöglicht, kritische Sicherheitskennzahlen in den Bereichen zu visualisieren.
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