Sicherheitskultur in der Nuklearindustrie: praktische Erfahrungen

Fallstudie
17 Dezember 2025 🇷🇺 Originalsprache: русский

Sicherheitskultur als Stressmanagementsystem

Die Entwicklung einer Sicherheitskultur in großen Unternehmen stößt unweigerlich auf das Problem des menschlichen Faktors. Angesichts von Personalmangel und Generationswechsel verlieren traditionelle Managementmethoden an Wirksamkeit. Tatiana Melnitskaya, eine Expertin mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in der Psychologie zur Erhöhung der Zuverlässigkeit des menschlichen Faktors, analysiert, wie sich Stress auf die HSE auswirkt und warum Emotionsmanagement zu einer Schlüsselkompetenz für Führungskräfte wird.

Der Einfluss von Stress auf die berufliche Zuverlässigkeit

Die Referentin betont, dass ein hohes Stressniveau die kognitiven Fähigkeiten eines Mitarbeiters kritisch verringert. Unter Stress verliert ein Mensch bis zu 50 % seiner Intelligenz und 40 % seiner Aufmerksamkeit und seines Gedächtnisses. Genau diese Faktoren verursachen fehlerhafte Handlungen in der „roten Zone“ – Situationen mit erhöhtem Risiko. Daher ist ein System von Anti-Stress-Maßnahmen und das Training der Selbstregulation nicht nur eine Frage des Komforts, sondern ein entscheidender Aspekt der Gewährleistung der Arbeitssicherheit.

Faktoren für beruflichen Stress

  • Zunahme des Arbeitsvolumens: Ständige Überlastung führt zur Erschöpfung der Ressourcen.
  • Konflikte mit Führungskräften: Ein direktiver Führungsstil (typisch für die erste Stufe der Sicherheitskultur) treibt Untergebene in den Stress.
  • Persönliche und generationenübergreifende Konflikte: Probleme außerhalb der Arbeit beeinträchtigen ebenfalls erheblich die Konzentration und Zuverlässigkeit des Mitarbeiters.

Die Rolle der Führungskraft bei der Schaffung eines sicheren Umfelds

Der Vortrag befasst sich ausführlich mit der Verantwortung des Top-Managements. Die Referentin zeigt an einem Beispiel, dass Führung untrennbar mit individueller Stressresistenz verbunden ist. Wenn eine Führungskraft ihre Emotionen nicht kontrollieren kann und diese an Untergebenen auslässt, versetzt sie diese auf die grundlegende Motivationsebene (Angst vor Bestrafung) und zerstört das Engagement. Erfolgreiche Teams bauen auf der „1 zu 3“-Regel auf: Auf eine negative Emotion (z. B. Kritik oder Bestrafung) sollten drei positive (Ermutigung, konstruktives Feedback) kommen. Dies ermöglicht es, den ressourcenvollen Zustand des Mitarbeiters zu erhalten.

Mechanismen der Selbstregulation: Wie man „die Emotion am Schwanz packt“

Tatiana Melnitskaya erklärt die Physiologie von Stress: Negative Emotionen verursachen die Ausschüttung von Cortisol, das das Immunsystem unterdrückt und die Leistungsfähigkeit verringert. Um diese Auswirkungen zu kompensieren, ist es notwendig, die Produktion von „Glückshormonen“ (Melatonin, Adrenalin, Oxytocin, Vasopressin) bewusst zu aktivieren. Dies wird durch ausreichende Erholung, angenehme Kommunikation, das Verlassen der Komfortzone und ein positives Selbstwertgefühl erreicht. Das Hauptprinzip besteht darin, bewusst Freude an einfachen Dingen zu haben, ohne das Leben in eine mechanische „To-Do-Liste“ zu verwandeln.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie beeinflusst Stress die Wahrscheinlichkeit von Fehlern in der Produktion?
  • Warum zerstört ein direktiver Führungsstil das Engagement des Personals?
  • Welche vier Möglichkeiten gibt es, negative Emotionen auszudrücken, und welche davon ist sicher?
  • Wie wendet man die „1 zu 3“-Regel an, um den ressourcenvollen Zustand des Teams zu erhalten?
  • Welche Methoden zur Bewertung des Stressniveaus werden in der Nuklearindustrie angewendet?
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