Videoüberwachung der Zukunft ist keine Überwachung, sondern Schutz. Schutz für Menschen, Technik und Produktion

22 September 2025 🇷🇺 Original: русский 1 Min. Lesezeit

Warum ist die Überprüfung der Technik vor der Schicht keine Formalität, sondern eine Frage der Sicherheit und Effizienz?

Als ich als Ingenieur in der Transportniederlassung Murmansk arbeitete, war ich für Dutzende von technischen Einheiten verantwortlich: Gabelstapler, Kräne, Energiestationen, Umschlaganlagen. Von der technischen Einsatzbereitschaft dieser Geräte hing die Produktivität des gesamten Terminals direkt ab – die Fähigkeit, das vorgegebene Frachtvolumen per See-, Schienen- und Straßentransport umzuschlagen.

Doch wie so oft gab es ständige Spannungen zwischen dem Betriebsdienst und dem Instandhaltungsdienst. Der Betrieb forderte: „Repariert schneller – wir verlieren Zeit!“ Die Mechaniker antworteten: „Geht vorsichtiger mit der Technik um!“ Diesem Konflikt liegt ein und dasselbe Problem zugrunde: mangelnde Kontrolle bei der Vorbereitung der Technik auf den Einsatz.

Eine Geschichte aus dem Leben: Wenn „nicht hingeschaut“ zum Unfall führt

Ein besonders anschaulicher Fall ereignete sich im Winter. Ein Maschinist durchlief vor der Schicht die medizinische Untersuchung, erhielt seinen Fahrauftrag, ging zum Fahrzeug – und startete den Motor sowie die Fahrt, ohne es zu inspizieren. Er bemerkte nicht, dass das Fahrzeug noch an das Vorwärmsystem angeschlossen war. Das Ergebnis: Er riss das Kabel samt Schaltschrank von der Gebäudewand ab, und das Ganze „baumelte“ hinter ihm her über das Terminalgelände.

Als ihn Kollegen anhielten, war er aufrichtig überrascht: „Ich war das nicht! Das war jemand anderes!“ Wir mussten ihm die Aufnahmen der Überwachungskameras zeigen – erst dann gab er sein Verschulden zu.

Reaktives Management ist keine Lösung.

Ja, der Mitarbeiter wurde bestraft. Ja, beim nächsten Mal wird er vielleicht vorsichtiger sein. Aber in einem halben Jahr könnte sich Ähnliches wiederholen – bei ihm oder seinen Kollegen. Weil sich das System nicht geändert hat. Die Menschen hoffen weiterhin, dass „jemand anderes geprüft hat“, und die Verantwortung für die Inspektion wird als Formalität abgetan.

Skalierung des Problems: Vom Terminal zum gesamten Unternehmen.

Heute arbeite ich in der Hauptverwaltung des Unternehmens und sehe: Dieses Problem ist nicht lokal – es ist systemisch. In einem der Bergwerke von Nornickel stießen wir auf dasselbe: Elektrolokführer kommen zur Schicht, setzen sich in die Kabine – und fahren los, ohne die obligatorische Inspektion von Wagen, Kupplungen, Bremsen usw. vor der Fahrt durchzuführen. „Die Mechaniker haben alles geprüft“ – so die Standardantwort.

Wir installierten Kameras an den Abstellplätzen der Elektrolokomotiven. Die ersten Aufnahmen zeigten: Die Mehrheit der Mitarbeiter führt keine Inspektion durch. Nach Gesprächen mit der Geschäftsführung begannen einige, das System zu „überlisten“ – sie stellten die Technik an andere Orte, damit die Kameras das Fehlen der Inspektion nicht erfassten. Erst nach dem Eingreifen des Chefingenieurs begann sich die Situation zu bessern.

Doch selbst dann entstand ein weiteres Problem: Wer soll täglich die Aufnahmen von über 40 Kameras sichten? Manuell ist das unrealistisch. Und hier entschieden wir uns für den Einsatz von Videoanalytik auf Basis von neuronalen Netzen.

Die Lösung: Das neuronale Netz als „unsichtbarer Inspektor“ vor der Schicht.

Wir haben uns folgende Aufgabe gestellt:

Automatische Erfassung, ob der Mitarbeiter die Inspektion der Technik vor der Schicht gemäß Checkliste durchführt – ohne menschliche Beteiligung.

Für die Maschinisten gibt es ein klares Reglement:

  • Lichtanlagen prüfen;
  • Bedienpult inspizieren;
  • Bremsen testen;
  • Sandvorrat prüfen;
  • Wagen umrunden und Kupplungen inspizieren usw.

Wir haben das neuronale Netz darauf trainiert, diese Handlungen zu erkennen. Wenn ein Mitarbeiter einen Punkt nicht ausführt, generiert das System ein kurzes Videofragment (bis zu 20 Sekunden) und sendet eine Benachrichtigung per E-Mail mit Link und Metadaten: wer, wann, in welcher Schicht, was genau nicht getan wurde.

Das Ergebnis:

  • Wir erhalten nur die „Verstöße“ – es müssen keine stundenlangen Videos gesichtet werden;
  • Die Mitarbeiter wissen, dass sie beobachtet werden;
  • Die Qualität der Inspektionen ist gestiegen – weil die Kontrolle permanent und objektiv geworden ist;
  • Die Reaktion wurde proaktiv statt reaktiv.

Es ist wie bei Blitzern im Straßenverkehr: Man weiß nicht, wann man erfasst wird – deshalb hält man sich immer an die Regeln.

Vorteile und Potenzial der Lösung

  1. Automatisierung der Routine – wir entlasten Menschen von der Videosichtung.
  2. Objektivität – keine subjektive Bewertung, nur Fakten.
  3. Präventiver Effekt – Mitarbeiter beginnen, die Verfahren einzuhalten, da sie um die Kontrolle wissen.
  4. Skalierbarkeit – anwendbar an jedem Standort: Minen, Steinbrüche, Terminals, Werkstätten.
  5. **Flexibilität** – leicht an verschiedene Checklisten und Gerätetypen anpassbar (Lademaschinen, Muldenkipper, Förderbänder usw.).

Wir planen bereits, den Einsatz der Videoanalytik auf andere Gerätetypen und Prozesse auszuweiten – von der HSE-Kontrolle (PSA) bis zur Einhaltung von Fahrtrouten.

Wichtige technische Aspekte der Umsetzung

  1. Infrastruktur – Videostreams erfordern leistungsstarke Rechenressourcen.
  2. Datensicherheit – die Verarbeitung muss lokal (im Bergwerk) erfolgen, um nicht Terabytes an Daten in die Cloud oder andere Regionen zu übertragen.
  3. Optimierung des Traffics – nur kurze Fragmente mit Verstößen werden in die Cloud gesendet (geringes Datenvolumen, hoher Wert).
  4. Integration in die IT-Infrastruktur – es ist wichtig, die Anforderungen an die Informationssicherheit des Unternehmens einzuhalten.

Fazit: Sicherheitskultur beginnt im Kleinen – mit der Prüfung vor der Schicht

Dieser Case zeigt: Selbst ein scheinbar einfaches Verfahren – die Inspektion der Technik vor der Arbeit – kann zum Wachstumspunkt für das gesamte System der Arbeitssicherheit werden.

Technologien ersetzen keine Menschen – sie helfen Menschen, besser zu werden.

Videoüberwachung + Videoanalytik ist keine „Spionage“, sondern ein Werkzeug, das:

  • Mitarbeiter vor Unfällen schützt;
  • Ausrüstung vor Schäden schützt;
  • das Unternehmen vor Stillständen und Verlusten schützt.

Wir haben uns davon überzeugt: Es funktioniert. Und wir laden alle Kollegen ein, Erfahrungen zu teilen, einzuführen, anzupassen und zu skalieren. Denn Sicherheit dreht sich nicht um Bußgelder und Strafen. Es geht um Kultur, Verantwortung und Technologien, die helfen, diese aufzubauen.

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