Inspektion am Arbeitsplatz: Was prüfen? Wie nichts übersehen? Das Modell für sicheres Arbeiten und seine praktische Anwendung

19 November 2023 🇷🇺 Original: русский 1 Min. Lesezeit

Für die Organisation der Arbeitssicherheit in der Produktion ist die Einbeziehung aller Beteiligten des Produktionsprozesses in die Verbesserung der Sicherheitskultur das wichtigste Element. Die Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften sowie die Identifizierung und Beseitigung von Gefahren und Risiken am Arbeitsplatz ist eine Gemeinschaftsaufgabe und keineswegs nur das Vorrecht der HSE-Fachkraft und der Mitarbeiter selbst. Bei dieser Mission müssen wir auch die Linienvorgesetzten einbeziehen.

Der HSE-Fachkraft kommt eine sehr wichtige Aufgabe zu – das Personal darin zu schulen, Risiken zu identifizieren und diese Risiken in der Produktion zu steuern.

Die Linienvorgesetzten darin zu schulen, qualitativ hochwertige Inspektionen an den Arbeitsplätzen durchzuführen.

Die Praxis zeigt, dass reale Arbeitsschutzprüfungen oft chaotisch ablaufen, d. h. die prüfende Person – sei es ein Produktionsmeister (Linienvorgesetzter) oder ein Bereichsleiter, der für die Kontrolle sicherer Arbeitsbedingungen verantwortlich ist – prüft beim Besuch eines Arbeitsplatzes sozusagen „alles, was ins Auge fällt und verdächtig erscheint“. Zudem kann sich die prüfende Person an geltenden Anweisungen orientieren, die sicheres Verhalten des Personals beschreiben. Es gibt Beispiele für die Organisation von Inspektionen, bei denen wir deutlich sehen können, dass die prüfende Person vorab entwickelte Checklisten verwendet, die Standardkriterien für die Organisation sicherer Arbeitsbedingungen beschreiben.

Methoden zur Überprüfung der Einhaltung von Anweisungen und Kriterien in Checklisten haben ihre Berechtigung. Ich möchte heute jedoch meine Erfahrungen mit der Anwendung eines universellen Ansatzes teilen, der sowohl in der Anfangsphase der Bildung einer Sicherheitskultur als auch in bereits bestehenden Arbeitsschutzmanagementsystemen sehr nützlich ist.

Dieser Ansatz basiert auf dem Modell für sicheres Arbeiten, das in internationalen Praktiken angewendet wird.

Das Modell besteht aus vier grundlegenden Elementen, die für die Organisation sicherer Arbeitsbedingungen am Arbeitsplatz erforderlich sind:

  • Element Nr. 1. Kompetentes Personal.
  • Element Nr. 2. Angemessene Verfahren.
  • Element Nr. 3. Intakte Ausrüstung und Werkzeuge.
  • Element Nr. 4. Umgebung.

In der praktischen Anwendung sieht das so aus:

Sie sind der „Prüfer“.

Sie kommen zu einer Inspektion an einen beliebigen Arbeitsplatz (genau an jeden beliebigen Arbeitsplatz, da die Methode universell ist), um die Sicherheit der Arbeitsausführung zu prüfen.

Nehmen wir als Beispiel eine nicht standardmäßige und nicht monotone Arbeit, wie Schweißarbeiten an einem Rohrleitungsabschnitt innerhalb einer Werkstatt (außerhalb eines stationären Postens).

Prüfen wir der Reihe nach:

  • „Kompetentes Personal“:

Die Ausführenden müssen Mitarbeiter sein, die über die erforderliche Qualifikation für diese Art von Arbeit verfügen;

Der Ausführende muss in sicheren Arbeitspraktiken geschult sein, die Risiken an seinem Arbeitsplatz kennen und Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass diese Risiken ihn während der Arbeit beeinträchtigen.

  • „Angemessene Verfahren“:

Der Ausführende führt nur die Arbeiten aus, die ihm per Arbeitsauftrag zugewiesen wurden;

Vor Beginn der Arbeiten hat der Mitarbeiter eine Risikobeurteilung durchgeführt. Befragen Sie den Mitarbeiter unbedingt dazu, welche Risiken er erkannt hat und was er tut, um diese Risiken zu verringern (auszuschließen). Beurteilen Sie, ob alles berücksichtigt wurde. Wenn nicht, erläutern Sie dem Mitarbeiter zusätzlich, welche Risiken er nicht berücksichtigt hat und wie diese gesteuert werden können (um deren Auswirkungen auf den Mitarbeiter, mit dem das Gespräch geführt wird, zu verhindern).

Wendet der Mitarbeiter die PSA korrekt an, ist die gesamte erforderliche PSA vorhanden, ist sie funktionstüchtig oder nicht.

  • „Intakte Ausrüstung und Werkzeuge“:

Inspizieren Sie die verwendete Ausrüstung und das Werkzeug.

Ausrüstung und Werkzeug müssen voll funktionsfähig sein.

Sie müssen mit den erforderlichen Schutzhauben und Verriegelungen ausgestattet sein.

Wenn Sie sich über den Zustand der Ausrüstung oder des verwendeten Werkzeugs unsicher sind, stoppen Sie deren Verwendung und Betrieb und studieren Sie gemeinsam mit dem geprüften Mitarbeiter das technische Datenblatt des Produkts.

  • „Angemessene Arbeitsbedingungen“

Die Zugangswege zum Arbeitsplatz müssen frei und nicht blockiert sein.

Prüfen Sie, ob Beleuchtung und Belüftung ausreichend sind.

Höhenunterschiede müssen gesichert (abgedeckt) sein.

In den Arbeitsbereichen von Maschinen dürfen sich keine Personen aufhalten.

Die Arbeitsbedingungen werden in einer 360°-Perspektive vom Ort der Arbeitsausführung aus betrachtet.

Bei der Identifizierung von Risiken, die nicht sicher und ohne zusätzliche Kräfte und Mittel beseitigt werden können, wird die Arbeit SOFORT eingestellt, bis die Mängel behoben sind.

Durch die Anwendung dieser universellen Inspektionsmethode werden Sie das Sicherheitsniveau an den Arbeitsplätzen garantiert erhöhen, da diese Methode es ermöglicht, Risiken zu erkennen und dabei nichts zu übersehen.

Zudem wird die Frage – worauf man bei Inspektionen an Arbeitsplätzen achten sollte – ein für alle Mal geklärt.

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