Autor: Irina Klimanova, Head of HSE Service — Rosatom Fiberglass
Um das Risikobewusstsein zu schärfen, möchte ich ein wichtiges Instrument vorstellen: die „Sicherheitskarte für den Arbeitsbereich“. Sie hilft dabei, Risiken im Bereich zu erkennen und die erforderliche persönliche Schutzausrüstung anzuwenden.
Die Sicherheitskarte ist ein anschauliches „Panorama“ des Produktionsbereichs, in dem Layout, Gefahren, Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln an einem Ort zusammengefasst sind. Eine solche Karte hilft dabei, Mitarbeiter und Auftragnehmer schnell einzuweisen, die Wahrscheinlichkeit von Zwischenfällen zu verringern und die Arbeitsfreigabe zu beschleunigen.
Was auf der Sicherheitskarte des Arbeitsbereichs abgebildet sein kann
- Lageplan des Bereichs mit Erläuterung der Zonen und Ausrüstungen, einschließlich der Grenzen von Gefahrenzonen und Bewegungsrichtungen.
- Gefahren und Einschränkungen
– Lokale Risiken, zum Beispiel: hohe Temperaturen, Stöße, Quetschgefahr, Arbeiten in der Höhe, bewegliche Maschinenteile usw.;
– Zonen mit erhöhter Gefahr, Bereiche mit möglicher Gefahr durch herabfallende Gegenstände, Zugangsverbote/-beschränkungen
- Sicherheitsausrüstung und -ressourcen:
– Anschlagpunkte für Arbeiten in der Höhe, Absperrungen, Netze;
– PSA nach Zonen;
– Rettungs- und Evakuierungsmittel: Erste-Hilfe-Kästen, Wandhydranten, Feuerlöscher usw.;
- Legende und Verhaltensregeln: Erläuterung aller Piktogramme, Liste der wichtigsten Risiken und Anforderungen, Notfallkontakte.
- Dokumenteninformationen: Genehmigungsdatum der Karte, Verantwortlicher für die Erstellung, Version. Es kann auch ein QR-Code mit einem Link zu Anweisungen, dem Rettungsplan und anderen nützlichen Dokumenten für diesen Bereich erstellt werden.
Die Karte wird erstellt für:
- Die schnelle Orientierung neuer Mitarbeiter und Auftragnehmer. Sie kann auch für visuelle Unterweisungen vor Arbeitsbeginn genutzt werden;
- Die Unterstützung von 5S: Abgrenzung von Zonen, Standardisierung von Ansätzen, Minimierung von Chaos und Unordnung;
- Das Verständnis von Risiken bei Arbeiten mit erhöhter Gefährdung. Dadurch verringert sich die Zeit für die Abstimmung von Arbeiten mit Erlaubnisscheinen, da alle Informationen auf einem Plan verfügbar sind. Die Karte kann auch zur Erstellung eines Arbeitsablaufplans unter Berücksichtigung bereits identifizierter Risiken verwendet werden;
- Die Unterstützung bei HSE-Rundgängen und Personalschulungen;
- Die Erhöhung der Notfallbereitschaft: Das Personal sieht die nächstgelegenen Feuerlöscheinrichtungen, Erste-Hilfe-Kästen und Fluchtwege.
Wann die Karte überprüft und aktualisiert werden muss
Eine Überprüfung der Karte ist bei jeder Änderung zwingend erforderlich, die sich auf das Risiko oder die Wege von Personen/Fahrzeugen/Lasten auswirkt:
- Änderung des Layouts: Versetzen von Ausrüstung, Entstehen von temporären Zonen (langfristige Reparatur- oder Bauarbeiten), Änderung von Durchgängen oder Treppen;
- Neue oder veränderte Gefahren: Entstehen neuer Bodenbeläge, Änderung der Temperaturbedingungen usw.;
- Änderung der Schutz- und Notfallausrüstung: Versetzen/Hinzufügen von Feuerlöschern, Hydranten, Erste-Hilfe-Kästen, Anschlagpunkten, Absperrungen usw.;
- Aktualisierung von Regeln: neue Anforderungen an PSA, Arbeitsfreigaben, Bewegungsregeln im Bereich;
- Nach der Untersuchung von Zwischenfällen: Identifizierung von toten Winkeln, Konflikten bei Verkehrsströmen, unleserlichen oder veralteten Symbolen;
Eine gut durchdachte und aktuelle Sicherheitskarte macht den Arbeitsbereich zu einem „transparenten“ System: Allen Personen im Bereich sind die Gefahren VOR dem Betreten klar und ersichtlich. Es ist verständlich, wie man sich schützen kann und welche grundlegenden Aufenthaltsanforderungen gelten. Dies ist eines der kostengünstigsten HSE-Instrumente, das keine direkten finanziellen Ausgaben erfordert, da solche Karten vom Team des Unternehmens selbst entwickelt werden können.