Evolution der Kontrolle: von formalen Prüfungen zur digitalen Partnerschaft
In der modernen Industrie werden Auftragnehmer zu einem integralen Bestandteil des Produktionsprozesses. Die Integration von Fremdpersonal birgt jedoch oft das Risiko einer Verringerung der allgemeinen Sicherheitskultur. Im Rahmen des Webinars analysiert Rustam Azizov, Leiter der Abteilung für die Zusammenarbeit mit Auftragnehmern bei der JSC OTEKO, die praktischen Erfahrungen bei der Transformation der Interaktion mit Auftragnehmern – von der Auswahlphase bis zur Erstellung eines endgültigen Zuverlässigkeitsratings.
Mehrstufige Auswahl und Standardisierung von Anforderungen
Der Referent zeigt am Beispiel seines Unternehmens, wie ein formaler Ansatz bei der Auswahl von Vertragspartnern durch tiefgreifende Analysen ersetzt wird. Das wichtigste Instrument ist ein Vor-Ort-Audit, das vor Vertragsabschluss durchgeführt wird.
- Digitalisierte Checklisten beim Audit. Sie ermöglichen eine objektive Bewertung nicht nur der Dokumentation, sondern auch der tatsächlichen Bedingungen an den Standorten der Auftragnehmer: Zustand der Ausrüstung, Bereitstellung von PSA und Lebensbedingungen. Dies filtert unzuverlässige Auftragnehmer bereits in der Ausschreibungsphase heraus.
- Interviews mit Führungskräften. Die Bewertung des Engagements der obersten Führungsebene für Sicherheitsfragen gibt Aufschluss darüber, ob der Auftragnehmer für eine langfristige Partnerschaft und Entwicklung bereit ist.
- Strikte Standardisierung. Die Einführung von Zusatzvereinbarungen mit klaren Verantwortlichkeitsgrenzen und einem Strafsystem (mit der Möglichkeit, diese durch proaktive Beschaffung von PSA zu ersetzen) schafft transparente Spielregeln.
Digitale Integration und Automatisierung von Zulassungen
Ein effektives Management von Tausenden von Fremdarbeitern ist ohne eine einheitliche Informationsumgebung unmöglich. Der Vortrag befasst sich detailliert mit dem Prozess der Integration von Auftragnehmern in die internen IT-Systeme des Auftraggebers.
- Einheitliches System zur Ausstellung von Arbeitsfreigaben. Auftragnehmer stellen Arbeitsfreigaben selbstständig im Unternehmenssystem des Auftraggebers aus. Dies sorgt für Transparenz: Der Auftraggeber sieht in Echtzeit, wo und welche Arbeiten mit erhöhtem Risiko durchgeführt werden.
- Automatisierte Tests vor der Zulassung. Die Einführung eines Moduls zur Wissensüberprüfung schließt den Einfluss des menschlichen Faktors aus. Ein Mitarbeiter wird erst nach erfolgreichem Bestehen eines elektronischen Tests, der auf das Profil der auszuführenden Arbeiten zugeschnitten ist, in die Arbeitsfreigabe aufgenommen.
- Heatmap der Kontrolle. Basierend auf Daten über die Anzahl des Personals, Risiken und Ergebnisse früherer Inspektionen berechnet das System automatisch die erforderliche Anzahl täglicher Audits für jeden Bereich.
Umfassende Bewertung und Rating
Der letzte Schritt des Zyklus ist die Erstellung eines objektiven Ratings, das sich direkt auf die weitere Zusammenarbeit auswirkt. Der Referent betont die Bedeutung eines Gleichgewichts zwischen reaktiven und proaktiven Indikatoren.
Anstatt sich nur auf Unfallstatistiken zu stützen, berücksichtigt das Bewertungssystem präventive Maßnahmen: rechtzeitige Beseitigung von Verstößen, Durchführung eigener Audits durch den Auftragnehmer, Teilnahme an Sicherheitstagen und Initiative bei der Mitarbeiterschulung. Dieser Ansatz motiviert Vertragspartner, Vorfälle nicht zu verbergen, sondern die Arbeitsbedingungen systematisch zu verbessern.
Was Sie in diesem Webinar lernen werden:
- Wie organisiert man ein Vor-Ort-Audit eines Auftragnehmers vor Vertragsabschluss und welche Kriterien sollten in die Checkliste aufgenommen werden?
- Wie funktioniert das System der „gelben und roten Karten“ für Verletzer grundlegender Sicherheitsregeln?
- Wie können finanzielle Strafen für Auftragnehmer durch proaktive Investitionen in die Sicherheit ersetzt werden?
- Wie integriert man externe Organisationen in das interne digitale System zur Ausstellung von Arbeitsfreigaben und zur Registrierung von Vorfällen?
- Wie erstellt man eine Heatmap von Objekten für eine optimale Ressourcenverteilung der Prüfer?