Gefahrenkennzeichnung, Schilder und Markierungen: Erfahrungen von UC RUSAL

Fallstudie
5 Oktober 2021 🇷🇺 Originalsprache: русский

Von der Kontrolle zur Prävention: Ein systematischer Ansatz zur Gefahrenvisualisierung

Die Schaffung sicherer Arbeitsbedingungen beginnt damit, was der Mitarbeiter sieht, wenn er an seinen Arbeitsplatz kommt. Wenn Gefahren nicht gekennzeichnet sind und Regeln nur auf dem Papier existieren, entsteht eine Kultur, in der Sicherheit als Formalität wahrgenommen wird. Ilya Pakhaluev, Leiter der Abteilung für Arbeitsschutz bei der JSC Uralskaya Folga (UC RUSAL), teilt seine Erfahrungen bei der Entwicklung und Umsetzung eines umfassenden Programms zur Gefahrenvisualisierung, das ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem proaktiven Risikomanagement wurde.

In dem Vortrag wird der Prozess des Übergangs von einem reaktiven Modell zur systematischen Unfallverhütung detailliert betrachtet. Der Referent zeigt am Beispiel seines Unternehmens, wie ein einheitlicher Visualisierungsstandard nicht nur hilft, Risiken zu senken, sondern auch die Einstellung des Personals zur eigenen Sicherheit zu verändern.

Einheitlicher Visualisierungsstandard: Schilder, Markierungen und Signalanlagen

Die Grundlage des Programms bildete ein Unternehmensstandard, der einheitliche Regeln für die Gefahrenkennzeichnung festlegt. Der Referent analysiert die Schlüsselelemente dieses Systems:

  • Gruppensicherheitszeichen: Werden an den Eingängen zu Werkstätten und Gefahrenzonen angebracht. Strenge Anordnungsregel – von oben nach unten: Verbotszeichen (rot), Warnzeichen (gelb) und Gebotszeichen (blau). Gebotszeichen für PSA sind logisch angeordnet: vom Kopfschutz bis zum Fußschutz. Dies vereinfacht die Wahrnehmung und das Einprägen der Anforderungen.
  • Signalmarkierung: Ein einheitlicher Farbcode wurde eingeführt. Gelb-schwarze Markierungen kennzeichnen ständige Gefahren, rot-weiße – vorübergehende, und grüne Linien heben sichere Verkehrswege hervor. Dieser Ansatz schließt Fehlinterpretationen aus und bildet feste Gewohnheiten beim Personal.
  • Licht- und akustische Signalanlagen: Werden dort eingesetzt, wo Schilder allein nicht ausreichen. Der Referent nennt das Beispiel der Verwendung von Blinklichtern (Lichtmarkierungen) an Pressen und Transferwagen. In lauten Werkstätten liegt der Schwerpunkt auf Lichtsignalen, in staubigen auf akustischen Signalen, und in besonders gefährlichen Zonen werden sie kombiniert.
  • Absperrsystem: Der Standard klassifiziert Absperrungen in feste, verschiebbare, abnehmbare und tragbare. Alle sind gelb gestrichen, was sie visuell mit ständigen Gefahren verbindet und das System intuitiv verständlich macht.

Vom Audit zur Umsetzung: Implementierungsalgorithmus

Das Programm wird in drei Phasen umgesetzt: Gefahrenerkennung, Vorbereitung von Lösungen und deren praktische Umsetzung. Eine Schlüsselrolle in diesem Prozess spielt eine ständige Arbeitsgruppe.

Der Leiter der Abteilung ist zwingend Mitglied der Gruppe, da er die Besonderheiten seines Bereichs am besten kennt. Das Team führt gezielte Inspektionen mit obligatorischer Foto- und Videodokumentation von Gefahrenzonen sowohl im Außen- als auch im Innenbereich durch. Auf der Grundlage dieser Daten werden konkrete Lösungen entwickelt: welche Schilder aufgestellt werden sollen, wo Markierungen anzubringen sind, welche PSA verwendet werden soll. Das Projekt wird zu einem flexiblen Dokument, das während der Umsetzung angepasst wird, um maximale Effizienz zu erreichen.

Überwindung von Widerständen und die Rolle der Führungskraft

Die Umsetzung jeglicher Veränderungen stößt auf Schwierigkeiten. Der Referent merkt an, dass das Hauptproblem nicht die technische Umsetzung ist, sondern die Einbeziehung von Führungskräften und Personal.

Wenn die Führungskraft in Sicherheitsfragen keine Führungsstärke zeigt, die Anforderungen an Markierungen und das Tragen von PSA nicht einhält, werden auch die Mitarbeiter die neuen Regeln ignorieren. Um das Verhalten zu ändern, werden Verhaltensaudits und ein System der progressiven Motivation eingesetzt, das mit Aufklärungsgesprächen beginnt. Das Ziel ist nicht zu bestrafen, sondern eine bewusste Einhaltung der Regeln zu erreichen und Sicherheit auf die Ebene der persönlichen Werte jedes Mitarbeiters zu heben.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie entwickelt und implementiert man einen einheitlichen Standard zur Gefahrenvisualisierung im Unternehmen?
  • Welche Arten von Signalanlagen sind bei hohem Lärm- und Staubaufkommen effektiv?
  • Wie ordnet man Gruppensicherheitszeichen für eine bessere Wahrnehmung richtig an?
  • Wie bezieht man Abteilungsleiter in den Prozess der Risikoerkennung und -beseitigung ein?
  • Welche Instrumente helfen, die Einstellung des Personals zur Einhaltung von Sicherheitsregeln zu ändern?
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