Die Schaffung sicherer Arbeitsbedingungen beginnt damit, was der Mitarbeiter sieht, wenn er an seinen Arbeitsplatz kommt. Wenn Gefahren nicht gekennzeichnet sind und Regeln nur auf dem Papier existieren, entsteht eine Kultur, in der Sicherheit als Formalität wahrgenommen wird. Ilya Pakhaluev, Leiter der Abteilung für Arbeitsschutz bei der JSC Uralskaya Folga (UC RUSAL), teilt seine Erfahrungen bei der Entwicklung und Umsetzung eines umfassenden Programms zur Gefahrenvisualisierung, das ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem proaktiven Risikomanagement wurde.
In dem Vortrag wird der Prozess des Übergangs von einem reaktiven Modell zur systematischen Unfallverhütung detailliert betrachtet. Der Referent zeigt am Beispiel seines Unternehmens, wie ein einheitlicher Visualisierungsstandard nicht nur hilft, Risiken zu senken, sondern auch die Einstellung des Personals zur eigenen Sicherheit zu verändern.
Die Grundlage des Programms bildete ein Unternehmensstandard, der einheitliche Regeln für die Gefahrenkennzeichnung festlegt. Der Referent analysiert die Schlüsselelemente dieses Systems:
Das Programm wird in drei Phasen umgesetzt: Gefahrenerkennung, Vorbereitung von Lösungen und deren praktische Umsetzung. Eine Schlüsselrolle in diesem Prozess spielt eine ständige Arbeitsgruppe.
Der Leiter der Abteilung ist zwingend Mitglied der Gruppe, da er die Besonderheiten seines Bereichs am besten kennt. Das Team führt gezielte Inspektionen mit obligatorischer Foto- und Videodokumentation von Gefahrenzonen sowohl im Außen- als auch im Innenbereich durch. Auf der Grundlage dieser Daten werden konkrete Lösungen entwickelt: welche Schilder aufgestellt werden sollen, wo Markierungen anzubringen sind, welche PSA verwendet werden soll. Das Projekt wird zu einem flexiblen Dokument, das während der Umsetzung angepasst wird, um maximale Effizienz zu erreichen.
Die Umsetzung jeglicher Veränderungen stößt auf Schwierigkeiten. Der Referent merkt an, dass das Hauptproblem nicht die technische Umsetzung ist, sondern die Einbeziehung von Führungskräften und Personal.
Wenn die Führungskraft in Sicherheitsfragen keine Führungsstärke zeigt, die Anforderungen an Markierungen und das Tragen von PSA nicht einhält, werden auch die Mitarbeiter die neuen Regeln ignorieren. Um das Verhalten zu ändern, werden Verhaltensaudits und ein System der progressiven Motivation eingesetzt, das mit Aufklärungsgesprächen beginnt. Das Ziel ist nicht zu bestrafen, sondern eine bewusste Einhaltung der Regeln zu erreichen und Sicherheit auf die Ebene der persönlichen Werte jedes Mitarbeiters zu heben.
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