Die Gesundheitsschule als Instrument zur Förderung der Gesundheitskultur bei Mitarbeitern

Fallstudie
7 Oktober 2025 🇷🇺 Originalsprache: русский

Von der Behandlung zur Prävention: Warum Unternehmensgesundheit einen systematischen Ansatz erfordert

Mit dem steigenden Durchschnittsalter der Mitarbeiter in Industrieunternehmen, insbesondere in der Altersgruppe 45+, reichen traditionelle Methoden der medizinischen Versorgung nicht mehr aus. Die steigende Krankheitsrate wirkt sich direkt auf die Sicherheit und Effizienz der Produktion aus. In seinem Vortrag erläutert Dmitry Lomakin, leitender Spezialist der Unternehmensgruppe „Zarubezhneft“, wie der Übergang von einer reaktiven Medizin zu einer proaktiven Förderung der Gesundheitskultur nicht nur die Anzahl der Krankheitstage reduziert, sondern auch Arbeitsunfälle verhindert.

Der Referent zeigt am Beispiel eines abgelegenen Ölfelds im Autonomen Kreis der Nenzen, dass der Aufbau eines effektiven Gesundheitsmanagementsystems keine riesigen Budgets erfordert, wenn man sich auf die bestehende Infrastruktur stützt und die Mitarbeiter durch verständliche, praxisnahe Formate einbindet.

Wie das Projekt „Gesundheitsschule“ in der Praxis funktioniert

Die Grundlage des Projekts sind regelmäßige Bildungs- und Praxisveranstaltungen, die darauf abzielen, bei den Mitarbeitern ein bewusstes Verhältnis zu ihrem Gesundheitszustand zu fördern. Der Referent ging detailliert auf die Schlüsselelemente einer erfolgreichen Umsetzung ein:

  • Datenanalyse und Zielsetzung: Das Programm wird nicht zufällig erstellt, sondern basiert auf der Statistik der Arztbesuche, den Ergebnissen von medizinischen Untersuchungen und Herz-Kreislauf-Screenings. Dies ermöglicht es, sich auf die tatsächlichen Probleme der Belegschaft zu konzentrieren (z. B. Bluthochdruck oder Erkrankungen des Bewegungsapparates).
  • Integration von Theorie und Praxis: Die Kurse beinhalten das Üben konkreter Fähigkeiten. Zum Beispiel die richtige Blutdruckmessung oder Erste Hilfe. Das Wissen wird durch regelmäßige Überprüfungen bei nachfolgenden Treffen gefestigt.
  • Nutzung interner Expertise: Als Dozenten fungieren nicht nur externe Mediziner, sondern auch HSE-Spezialisten. Dies erhöht das Vertrauen, da die Informationen von Kollegen vermittelt werden, die die spezifischen Arbeitsbedingungen vor Ort gut kennen.
  • Botschafter-Programm: Einbindung von Meinungsführern aus den Reihen der Mitarbeiter (überwiegend über 45 Jahre), die durch ihr persönliches Beispiel ihr Engagement für einen gesunden Lebensstil demonstrieren und ihre Kollegen motivieren.

Gesundheitsökonomie: Minimale Investitionen bei spürbarem Effekt

Im Vortrag wird der finanzielle Aspekt der Initiative detailliert beleuchtet. Die Organisation der „Gesundheitsschule“ basiert auf der Nutzung bereits vorhandener Ressourcen: Räumlichkeiten (Pausenräume, HSE-Büros) und der medizinischen Grundausstattung der Sanitätsstationen.

Die direkten Kosten für das Projekt belaufen sich laut dem Referenten auf weniger als 100.000 Rubel pro Jahr (einschließlich der Erweiterung des Vertrags mit dem medizinischen Dienstleister). Dabei wird der wirtschaftliche Effekt auf eine halbe Million Rubel jährlich geschätzt, was auf geringere Medikamentenkosten und eine reduzierte Anzahl von Arztbesuchen zurückzuführen ist. Der indirekte Effekt ist noch bedeutender: Die Vermeidung von Vorfällen, die mit einer plötzlichen Verschlechterung des Gesundheitszustands von Mitarbeitern in gefährlichen Produktionsstätten einhergehen, spart dem Unternehmen Millionen von Rubeln.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie startet man eine unternehmensinterne „Gesundheitsschule“ unter Nutzung der bestehenden Infrastruktur?
  • Welche Metriken sollten zur Bewertung der Wirksamkeit von Gesundheitsmanagementprogrammen verwendet werden?
  • Wie sammelt man legal und sicher Daten über die Krankheitsraten der Mitarbeiter, um Zielgruppen zu bilden?
  • Welche Motivationsinstrumente funktionieren am besten, um ältere Mitarbeiter (45+) für die Gesundheitsvorsorge zu gewinnen?
  • Wie berechnet man den wirtschaftlichen Effekt der Einführung präventiver medizinischer Programme?
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