Nachhaltige Entwicklung und Umweltstrategie der RZD
Unter den heutigen Bedingungen wird die Umsetzung der Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung zu einem integralen Bestandteil der Strategie großer Unternehmen. Andrey Lisitsyn, Vertreter der RZD, erläutert ausführlich die Ansätze des Unternehmens zur Umweltsicherheit, zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks und zur Anpassung an den Klimawandel. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Übergang von deklarativen Zielen zu praktischen Schritten, einschließlich der Einführung neuer Technologien und Überwachungssysteme.
Reduzierung des CO2-Fußabdrucks: von der Strategie zur Praxis
Der Referent betont, dass das Unternehmen bis 2050 Klimaneutralität anstrebt, was der nationalen Strategie entspricht. Dafür wird ein Maßnahmenpaket umgesetzt:
- Technologische Modernisierung: Einführung neuer Schienenfahrzeuge, Elektrifizierung, Umstellung auf Erdgaskraftstoff und Entwicklung von Wasserstoffzügen (Projekt auf Sachalin gemeinsam mit Rosatom und TMH). Dies ermöglicht eine erhebliche Reduzierung der Treibhausgasemissionen.
- Entwicklung der Eigenerzeugung: Nutzung erneuerbarer Energiequellen (EE), wie Solarmodule am Bahnhof in Adler, Windenergie und Wärmepumpen. Dies verringert die Abhängigkeit von traditionellen Energiequellen.
- Klimaprojekte: In der Erkenntnis, dass das Erreichen von absoluten Null-Emissionen unmöglich ist, entwickelt das Unternehmen Ausgleichsmaßnahmen, einschließlich Waldklimaprojekten und der Wiedervernässung von Torfmooren.
Umweltüberwachungs- und Erfassungssystem
Man kann nur steuern, was man messen kann. Der Vortrag zeigt, wie die RZD ein umfassendes Kontrollsystem aufgebaut hat:
- Überwachungsinfrastruktur: 16 Umweltschutzzentren, mehr als 50 stationäre und 56 mobile Labore sowie automatisierte Komplexe zur Überwachung der Umweltsituation auf Baustellen (z. B. am Baikalsee).
- Erfassung des CO2-Fußabdrucks: Es wurde ein System eingeführt, mit dem Fahrgäste den CO2-Fußabdruck ihrer Reise direkt auf dem Ticket sehen können. Für Versender wurde ein Rechner entwickelt, der die ökologischen Vorteile des Schienenverkehrs im Vergleich zum Straßen- und Luftverkehr aufzeigt.
- Automatisierung: Entwicklung des einheitlichen automatisierten Unternehmensmanagementsystems für Industrie-, Brandschutz und Umwelt (EK ASU OTPB), in dem Daten aus allen Laboren und Sensoren zusammenfließen.
Recycling und Reduzierung der Umweltauswirkungen
Der Referent analysiert konkrete Fallstudien zur Abfallwirtschaft, die nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Effekte bringen:
- Installation von Leergutautomaten: An den Bahnhöfen wurden mehr als 250 Automaten zum Sammeln von Plastik aufgestellt. Ein unerwarteter Effekt war die dreifache Reduzierung des Müllaufkommens, was zu erheblichen Einsparungen bei der Abfallentsorgung führte.
- Verarbeitung von Industrieabfällen: Es wurden Anlagen zur Verarbeitung von Gummi- und Stahlbetonprodukten zu Sekundärrohstoffen (Bodenfliesen, kleine Architekturformen) angeschafft.
- Schutz der biologischen Vielfalt: Umsetzung von Projekten am Baikalsee, einschließlich des Baus von Ökopfaden, der Reinigung der Ufer und des Seegrunds durch Freiwillige sowie der Unterstützung gefährdeter Tierarten.
Was Sie in diesem Webinar lernen werden:
- Wie ein großes Transportunternehmen bis 2050 Klimaneutralität erreichen will?
- Welche Technologien für die Umweltüberwachung bei großen Infrastrukturprojekten eingesetzt werden?
- Wie die Aufstellung von Leergutautomaten an Bahnhöfen half, die Kosten für die Müllentsorgung zu senken?
- Wie die Erfassung des CO2-Fußabdrucks für Fahrgäste und Versender organisiert ist?
- Wie Fragen der Verarbeitung von Industrieabfällen und des Schutzes der biologischen Vielfalt am Beispiel des Baikalsees gelöst werden?