Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben eine der Hauptursachen für plötzliche Todesfälle am Arbeitsplatz. Die Alterung der Belegschaft und die Folgen überstandener Virusinfektionen erfordern von Arbeitgebern ein Überdenken der Präventionsansätze. Im Rahmen des Webinars erläutert Zaur Shugushev, Chefkardiologe des Netzwerks „RZD-Medicina“, am Beispiel der größten Verkehrsholding des Landes, wie ein System zur Gesundheitsüberwachung der Mitarbeiter aufgebaut werden kann.
Der Referent geht detailliert auf den Konflikt zwischen Rechts- und Verwaltungsvorschriften (NPA) und klinischen Leitlinien ein. Heute sind es genau die NPA, die Gegenstand der staatlichen Kontrolle und bei der Feststellung der Berufstauglichkeit zwingend einzuhalten sind. Dies ist von entscheidender Bedeutung für Betriebsärzte, die über die Arbeitszulassung entscheiden.
Eines der Hauptprobleme der Branche bleibt der formelle Ansatz bei medizinischen Untersuchungen und der Kauf von Bescheinigungen. Der Vortrag zeigt, wie das Unternehmen seine Mitarbeiter motiviert, Vorsorgeuntersuchungen innerhalb des unternehmensinternen medizinischen Netzwerks durchzuführen: Die Weigerung, an internen Untersuchungen teilzunehmen, kann ein Grund für die Einschränkung des Pakets der freiwilligen Krankenversicherung (DMS) sein. Dies sorgt für Transparenz bei den Gesundheitsdaten des Personals und ermöglicht die frühzeitige Erkennung von Risiken.
Zur Vermeidung lebensbedrohlicher Zustände wurde ein fünfstufiges System zur Fallanalyse eingeführt. Jeder plötzliche Tod am Arbeitsplatz (in 99,9 % der Fälle herzbedingt) wird auf der höchsten, der fünften Stufe untersucht. Der Referent zeigt am Beispiel der Berufseinstufung, wie sich die Aufmerksamkeit der Mediziner verteilt: Die kritische Gruppe (Lokführer, Gleisarbeiter) steht unter besonderer Beobachtung, da ihr Gesundheitszustand die Sicherheit direkt beeinflusst.
Wird eine chronische Erkrankung festgestellt, die eine Tätigkeit in der ersten Gruppe verhindert, wird der Mitarbeiter in eine leichtere Tätigkeit versetzt. Das System sieht jedoch eine Weiterleitung zur Behandlung und Rehabilitation vor: Bei erfolgreicher minimalinvasiver Korrektur des Zustands kann der Arbeitnehmer nach einem Jahr Beobachtung zu seinen früheren, gut bezahlten Aufgaben zurückkehren.
Besonderes Augenmerk wird auf die Altersrisikogruppen gelegt: Männer über 40 und Frauen über 50 Jahre. Das Hauptproblem, mit dem Ärzte konfrontiert sind, ist das Fehlen von Schmerzsymptomen in den frühen Stadien von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Arbeitnehmer weigern sich, eine präventive Therapie in Anspruch zu nehmen, gestützt auf falsche Überzeugungen und die Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.
Im Laufe des Webinars analysiert der Referent populäre Mythen, insbesondere über die Schädlichkeit von Statinen für die Leber und die „10.000-Schritte-Regel“, und belegt anhand der klinischen Praxis die Notwendigkeit einer medikamentösen Unterstützung für ältere Mitarbeiter.
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