An den Standorten von ZNDKh (ZARUBEZHNEFT-dobycha Kharyaga) arbeitet eine große Anzahl von Mitarbeitern (bis zu 1000 pro Schicht, davon 150 ZNDKh-Mitarbeiter), einschließlich der Mitarbeiter von Vertragsunternehmen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk des Unternehmens darauf, tödliche Unfälle zu vermeiden und Arbeitsunfälle zu minimieren. Die überwiegende Mehrheit der Unfälle ist auf eine Kombination aus gefährlichen Bedingungen und gefährlichen Handlungen zurückzuführen. Insgesamt ist von Jahr zu Jahr ein rückläufiger Trend zu verzeichnen, dennoch wird weiterhin eine erhebliche Anzahl von Unfällen registriert.
Die HSE-Fachgemeinschaft nutzt als eines ihrer Analyseinstrumente die auf Unfallstatistiken basierende „Unfallpyramide“ von DuPont. Gemäß dieser Pyramide sind etwa 96 % der Vorfälle auf unvorsichtiges menschliches Verhalten am Arbeitsplatz zurückzuführen und nur 4 % auf Geräteausfälle. Auf jeden tödlichen Unfall oder Vorfall mit schwerer Verletzung kommen viele kleinere Vorfälle, sowohl mit leichten als auch ohne Verletzungen.
Um Todesfälle und Verletzungen zu vermeiden, muss ein wirksames Arbeitsschutzsystem auf Folgendes abzielen:
Der Grundgedanke besteht darin, moderne Technologien in den Prozess der Früherkennung von Unfallursachen zu integrieren.
Angesichts des allgemeinen Digitalisierungstrends wurde bei ZNDKh eine Überprüfung der Technologien durchgeführt, die zur Gewährleistung sicherer Arbeitsbedingungen eingesetzt werden können. Dabei wurde der Bereich Videoüberwachung und Videoanalyse als Priorität eingestuft.
Videoanalysesysteme basieren auf Algorithmen für Computer Vision und Deep Learning, die den Videostream in Echtzeit analysieren.
Die Hauptfunktionen der Videoanalyse sind:
Um die Abdeckung der Anlagen zu erweitern, ist es sinnvoll, zusätzlich zu stationären Überwachungskameras auch Inspektionsroboter und Drohnen (UAVs) einzusetzen, die mit Videokameras und Sensoren ausgestattet sind.
Es ist anzumerken, dass bei der Nutzung der vorgeschlagenen Lösungen eine Reihe von Einschränkungen bestehen, wie zum Beispiel:
Durch Benchmarking haben wir herausgefunden, dass sich der russische Öl- und Gassektor aktiv in Richtung der Einführung digitaler Lösungen in das HSE-System bewegt.
Auch Zarubezhneft nutzt digitale Technologien. So führt ZNDKh beispielsweise seit 2018 mithilfe von Drohnen eine Fernüberwachung der Anlagen des Kharyaga-Feldes und der angrenzenden Gebiete durch. Diese Inspektionsmethode liefert Informationen über den Zustand der Schutzzonen von Pipelineabschnitten und der natürlichen Umgebung rund um die Industriestandorte. Die Inspektion mit Drohnen reduziert den Zeit- und Arbeitsaufwand erheblich und ermöglicht die Überwachung schwer zugänglicher Bereiche.
Bei ZNDKh ist die Einführung des Systems „Intellect“ geplant, wobei ein Sicherheitsmodul implementiert wird, das aus den folgenden Blöcken besteht:
Das Sicherheitssystem in den Produktionsstätten des Unternehmens schreibt vor, dass die Mitarbeiter sich an den Handläufen festhalten müssen. Die Videoanalyse ermöglicht es, Fälle zu erkennen, in denen diese Anforderung nicht erfüllt wird, und den Operator des Sicherheitssystems sofort darüber zu informieren.
Es ist geplant, einen Inspektionsroboter und Drohnen, die mit Überwachungskameras ausgestattet sind, an das System „Intellect“ anzuschließen.
„Intellect“ ist eine multifunktionale Softwareplattform zur Erstellung umfassender Sicherheitssysteme, die vom russischen Unternehmen ITV entwickelt wurde. Dieses System vereint isolierte Sicherheitssysteme wie Videoüberwachung, Brand- und Einbruchmeldeanlagen, Perimeterschutz sowie Zutrittskontrollsysteme in einer einzigen Infrastruktur.
Im Rahmen des derzeit bestehenden Systems „Intellect“ sind die ZNDKh-Anlagen mit 163 Überwachungskameras ausgestattet. Die Abdeckung der Arbeitsbereiche beträgt etwa 50 %. Da die bestehende Kameraflotte die Produktionsstätten nicht vollständig abdeckt, wird der Einsatz eines Inspektionsroboters und von Drohnen, die in das System „Intellect“ integriert sind, dazu beitragen, den Überwachungsbereich der Anlagen zu erweitern.
Beispiel für die Informationsausgabe auf dem Bildschirm des Systemoperators, die das Fehlen eines Schutzhelms bei einem Mitarbeiter meldet.
Als Ergebnis der Umsetzung dieser Lösungen werden für das Unternehmen folgende Effekte erzielt:
Für HSE-Spezialisten werden die implementierten Lösungen Zeit freisetzen, die bisher für die routinemäßige Überwachung von Anlagen aufgewendet wurde, um komplexere analytische Aufgaben zu lösen und Arbeiten mit hohem Risiko zu kontrollieren.
Die Einführung der betrachteten digitalen Technologien kann die Grundlage für zukünftige Innovationen im Bereich der Videoanalyse bilden:
* - LiDAR ist eine Fernerkundungstechnologie, die Laserimpulse verwendet, um genaue Entfernungen zu Objekten und deren räumliche Lage zu messen.
Fazit: Trotz bestehender Herausforderungen sind Videoanalyse und Roboter ein wirksames Instrument zur Gewährleistung der Sicherheit in der modernen Produktion, und es müssen Möglichkeiten für deren Einführung und Nutzung gesucht werden.
Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Implementierung ist Offenheit und Kommunikation mit der Belegschaft. Es ist wichtig zu erklären, dass der Zweck des Systems nicht in der Bestrafung liegt, sondern im Schutz von Leben und Gesundheit der Mitarbeiter. Die Einführung muss mit einer Überprüfung der Verfahren, Schulungen und der Schaffung einer Sicherheitskultur einhergehen, in der die Technologie als Helfer und nicht als Aufseher fungiert. Digitale Technologien im HSE-Bereich sind ein evolutionärer Schritt von einem reaktiven zu einem proaktiven Modell. Dies ermöglicht es, Leben zu retten, Unternehmenswerte und die Umwelt zu schützen sowie die Produktionseffizienz auf ein völlig neues Niveau zu heben.