Komfortable und sichere Arbeitsbedingungen sind einer der Schlüsselfaktoren, die sich auf die Produktivität und Gesundheit der Mitarbeiter auswirken. Ungünstige Arbeitsbedingungen führen zu einer hohen Rate an Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, was wiederum die Gesamtproduktivität verringert.
Der Produktivitätsrückgang kann bei Arbeiten unter erhöhten Temperaturen bis zu 50 % betragen, während Betriebslärm diese um 5-20 % reduziert. Ein effektives HSE-Managementsystem trägt hingegen zur Steigerung der Arbeitsqualität, zur Fehlerreduzierung und zur Erhöhung des Volumens der erledigten Aufgaben bei.
Schlüsselfaktoren: Arbeitsbedingungen und Produktivität
Die Arbeitsproduktivität hängt von vielen Faktoren ab, aber zu den einflussreichsten und gleichzeitig kontrollierbaren gehören die Arbeitsbedingungen, einschließlich der sanitären und hygienischen Aspekte. Sichere und komfortable Arbeitsbedingungen sind Schlüsselelemente, die sich direkt auf die Arbeitseffizienz des Personals auswirken. Arbeitsgesetze und -vorschriften, wirtschaftliche Bedingungen, Marktwettbewerb sowie soziale und kulturelle Faktoren können sowohl direkte als auch indirekte Auswirkungen auf die Produktivität haben. Ein effektives Produktivitätsmanagement erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der all diese Aspekte berücksichtigt.
Sanitäre und hygienische Bedingungen wie Raumtemperatur, Beleuchtung, Lärm- und Vibrationspegel wirken sich unmittelbar auf die Leistungsfähigkeit aus. Beispielsweise kann das Arbeiten bei erhöhten Temperaturen (30 °C) die Arbeitsproduktivität um bis zu 50 % senken, und Betriebslärm kann sie um 5-20 % verringern. Die Schaffung eines optimalen Mikroklimas, das thermischen Komfort bietet, ist für die Aufrechterhaltung einer hohen Produktivität von entscheidender Bedeutung. Eine rationale künstliche Beleuchtung kann Studien zufolge die Produktivität um bis zu 13 % steigern.
Die Arbeitsbedingungen beeinflussen auch den allgemeinen Gesundheitszustand der Mitarbeiter. Die Nichteinhaltung sanitärer und hygienischer Normen kann zur Entwicklung von Berufskrankheiten und zur Verlängerung allgemeiner Krankheitszeiten führen, was sich wiederum negativ auf die Produktivität auswirkt. Eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen ist somit direkt mit einer höheren Qualität der geleisteten Arbeit, weniger Fehlern und einem größeren Volumen der erledigten Aufgaben verbunden. Darüber hinaus senken komfortable Bedingungen die Fluktuation und sorgen für Stabilität im Unternehmen. Die Überwachung des Zustands der Arbeitsplätze und die Einhaltung der HSE-Anforderungen tragen zur Schaffung einer sicheren und komfortablen Arbeitsumgebung bei.
Der Einfluss der Arbeitsbedingungen auf die Arbeitsproduktivität hat auch eine wirtschaftliche Bedeutung. Die Organisation des HSE-Managements im Unternehmen beeinflusst, wie Studien zeigen, das Endergebnis der Produktionstätigkeit. Die Schaffung komfortabler Bedingungen steigert die Arbeitsproduktivität und folglich auch die wirtschaftlichen Ergebnisse des Unternehmens. Die Nichteinhaltung von HSE-Vorschriften führt hingegen zu einer geringeren Produktionseffizienz und steigenden Kosten. Somit sind Investitionen in die Schaffung sicherer und komfortabler Arbeitsbedingungen ein wichtiger Faktor zur Steigerung der Produktivität und der allgemeinen Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.
Ich möchte auch anmerken, dass es sehr wichtig ist, die Arbeits- und Ruhezeiten einzuhalten. Dieser Faktor hat einen sehr starken Einfluss auf die Sicherheit und die Unfallquote im Team, im Unternehmen und im Allgemeinen.
Hier ist ein Beispiel aus meiner persönlichen Praxis:
Im Jahr 2018, während der Arbeit an einem Bauprojekt für eine kombinierte Anlage zur Tiefenreinigung und Erdölverarbeitung, hatte der Direktor für Wirtschaft und Finanzen einen Dienstwagen mit einem persönlichen Fahrer. Aufgrund der Besonderheiten der Arbeit blieb der Vorgesetzte oft bis 22:00, 23:00 und manchmal bis 00:00 Uhr bei der Arbeit. Die ganze Zeit über war auch sein Fahrer im Dienst, und sie kehrten sehr oft spät abends nach Hause zurück.
Der Vorgesetzte lebte außerhalb der Stadt, und sein Fahrer musste ihn um 5 Uhr morgens abholen, während der Fahrer selbst erst sehr spät in der Nacht nach Hause zurückkehrte. In diesem Arbeitsrhythmus arbeiteten der Fahrer und der Vorgesetzte mehr als zwei Jahre lang. An einem Arbeitstag fuhr der Fahrer um 5 Uhr morgens los, um seinen Vorgesetzten abzuholen. Während er auf der äußersten rechten Spur der MKAD (Moskauer Autobahnring) fuhr, schlief er am Steuer ein, und sein Auto kollidierte mit einem geparkten Lkw auf einer Verkehrsinsel. Der Dienstwagen prallte mit einer Geschwindigkeit von 90 km/h unter das Heck des stehenden Sattelzuges.
Der Fahrer hatte großes Glück; er blieb praktisch unverletzt und kam mit Kratzern an der Stirn und an beiden Händen davon. Die Position des Fahrersitzes war auf eine halbliegende Position eingestellt, die Rückenlehne war stark geneigt, und das rettete ihn. Wäre der Fahrersitz in einem 90-Grad-Winkel eingestellt gewesen, wären die Folgen tragisch gewesen. Bei der internen Untersuchung dieses Vorfalls stellte die Kommission als eine der Ursachen einen groben Verstoß gegen die Arbeits- und Ruhezeiten fest. Dieser Fall beweist, wie stark sich die Erschöpfung eines Mitarbeiters auf seinen Zustand und seine Sicherheit auswirkt.
Nach diesem Vorfall wurden im Unternehmen Änderungen an verschiedenen internen Vorschriften vorgenommen und Anweisungen zur Einhaltung der Arbeits- und Ruhezeiten durch die Mitarbeiter erlassen.
All dies hätte jedoch vermieden werden können, wenn man einfache Regeln zur Einhaltung der Arbeits- und Ruhezeiten befolgt hätte.