Autor: Anna Tyutyunnik, Head of regulatory training group — Branch of PJSC RusHydro - KorUNG
Jedes Unternehmen möchte mit einer Ausbildungsorganisation zusammenarbeiten, die ebenso wie der Arbeitgeber an der Qualität der Personalschulung interessiert ist. Auf dem Markt für Bildungsdienstleistungen gibt es jedoch nach wie vor viele Unternehmen, die keine Kenntnisse und Fertigkeiten, sondern lediglich "Zertifikate" verkaufen.
Wie kann man sich in der Phase der Lieferantenauswahl und der Erfüllung vertraglicher Verpflichtungen vor unzuverlässigen Anbietern schützen? Ich möchte meine Erfahrungen mit Ihnen teilen.
- Qualifikation des Personals des Auftragnehmers, das an der Erbringung der Dienstleistungen beteiligt ist. Die Anforderungen des Auftraggebers an die Qualifikation des Personals können Bestimmungen von Rechtsvorschriften und internen Richtlinien (sofern vorhanden) berücksichtigen. Wenn die Schulung Ihren Anforderungen entsprechend an mehreren Standorten durchgeführt werden muss, ist es denkbar, dass der Schulungsbedarf gleichzeitig auftritt. Dementsprechend muss der Auftragnehmer nachweisen, dass er über die erforderliche Anzahl von Fachkräften verfügt, die entweder fest angestellt (Voll- oder Teilzeit) oder auf Honorarbasis beschäftigt sind. Als Nachweise fordern wir Dokumente an, die das Vorhandensein von Fachkräften belegen (Stellenplan), sowie Informationen über deren Qualifikation (Bildungs- und/oder Qualifikationsnachweise, Prüfungsprotokolle usw.).
- Schulungsprogramm. In diesem Abschnitt geben wir so detailliert wie möglich die Anforderungen an den Inhalt des Schulungsprogramms an (Themenliste, Anzahl der Theorieeinheiten, Umfang der praktischen Übungen), die Form der Schulung sowie das Format der Abschlussprüfung (Kenntnisprüfung): Tests, praktische Prüfung usw. Als Nachweise fordern wir das Schulungsprogramm, Beispiele für Testfragen und praktische Aufgaben an.
- Dokumente über die Schulungsergebnisse. Wir legen die Anforderungen an die Dokumente fest, die nach Abschluss der Schulung ausgestellt werden müssen, sowie das Verfahren für deren Übergabe an den Auftraggeber. Als Nachweise fordern wir Musterdokumente an.
- Materielle und technische Ausstattung. In diesem Abschnitt geben wir die Anforderungen an die Ausrüstung und die persönliche Schutzausrüstung (PSA) an, einschließlich einer spezifischen Liste mit Angabe von Alternativen, die für die Durchführung der Schulung erforderlich sind. Die Anzahl der Artikel berechnen wir basierend auf der Teilnehmerzahl pro Gruppe. Als Nachweise fordern wir an: Kopien von Dokumenten, die das Eigentumsrecht oder das Mietverhältnis belegen; Konformitätsbescheinigungen (falls erforderlich).
- Erfahrung in der Erbringung ähnlicher Dienstleistungen. Wir fordern Informationen über früher erfüllte Verträge an, einschließlich Ansprechpartnern. Nach Ihrem Ermessen können Anforderungen an den Umfang der erfüllten Verträge festgelegt werden, zum Beispiel: In den letzten zwei Jahren vor dem Datum der Antragstellung muss der Teilnehmer Verpflichtungen in einem Gesamtumfang von mindestens 50 % des ursprünglichen maximalen Lospreises erfüllt haben. Als Nachweise fordern wir an: Kopien von Verträgen und Leistungsnachweisen.
- Qualität der Schulung. Wenn die Schulungsqualität eine Ihrer wichtigsten Kennzahlen (KPI) ist, können Sie die technischen Anforderungen um diesen numerischen Indikator ergänzen.
- Verantwortung für die Organisation und Gewährleistung der Sicherheit des Lernprozesses. Während der Erbringung der Dienstleistungen muss der Auftragnehmer die Verantwortung für die Organisation und die Gewährleistung der Sicherheit des Lernprozesses tragen.
Die Anforderung von Nachweisdokumenten ermöglicht es, Vertragspartner auszusortieren, die lediglich ihre Standardunterlagen an elektronische Handelsplattformen senden, ohne die technischen Anforderungen der Ausschreibung genau zu lesen.
Während der Schulung bewerten wir die Qualität der Dienstleistungserbringung anhand von Checklisten, die auf Grundlage der technischen Anforderungen erstellt wurden. Bei Abweichungen erstellen wir eine Mängelrüge wegen unzureichender Qualität der erbrachten Leistungen unter Bezugnahme auf die entsprechenden Punkte der technischen Anforderungen.
Im Falle der Nichterfüllung der Anforderungen behält sich der Auftraggeber das Recht vor, einseitig außergerichtlich vom Vertrag zurückzutreten und vollen Schadenersatz wegen der mangelhaften Qualität der Dienstleistungserbringung zu verlangen.