In ihren Vorträgen und Publikationen betonen Experten für Arbeitssicherheit häufig, dass der menschliche Faktor der wichtigste Einflussfaktor auf das Niveau der Sicherheitskultur in einem Unternehmen ist. Wir bei der RZD AG teilen diese Ansicht und sind davon überzeugt, dass Schulungs- und Einbindungsmaßnahmen für die Mitarbeiter die wirksamsten Wege sind, um den menschlichen Faktor positiv zu beeinflussen. Eine der Initiativen in diesem Bereich ist die Meisterschaft der Profis der RZD AG, die aus Qualifikationsrunden und einem Finale besteht, das alle zwei Jahre stattfindet.
Die Meisterschaft der Profis der RZD AG wurde als nationales Format der betrieblichen Meisterschaft für berufliche Exzellenz nach der WorldSkills-Methodik – RZDSkills – ins Leben gerufen.
Im Bereich HSE treten in unserem Unternehmen sowohl Fachkräfte für Arbeitssicherheit als auch Mitarbeiter in gewerblichen Berufen gegeneinander an, die ihre Kenntnisse der Sicherheitsvorschriften bei der Ausführung technologischer Prozesse unter Beweis stellen. Dabei handelt es sich um Tätigkeiten, die mit beruflichen Risiken verbunden sind, wie zum Beispiel: Betrieb von Lokomotiven, Instandsetzung und laufende Wartung von Gleisanlagen, Wartung der Oberleitung, Instandhaltung und Reparatur von Waggons und vieles mehr.
Vom 17. bis 21. Juli 2023 fand in Jekaterinburg das erste Finale der Meisterschaft der Profis der RZD AG statt. Über 2.000 Eisenbahner aus 65 Fachbereichen und 279 russischen Städten nahmen an der Meisterschaft teil. Für sie wurden 40 Wettbewerbe in 8 Kategorien vorbereitet, die an 4 Standorten stattfanden: Bahnhof Jekaterinburg-Passaschirski, Bahnhof Schartasch, die Produktionsbasis der Swerdlowsker Distanz für Hochbau sowie die Swerdlowsker Kindereisenbahn. Während des Wettbewerbs kamen 2.870 Einheiten an Technik und 77 Simulatoren zum Einsatz.
Um die Sicherheit der Teilnehmer an den Wettbewerbsstandorten zu gewährleisten, wurden Arbeitsschutzanweisungen erstellt und entsprechende Unterweisungen durchgeführt.
In der Kategorie „Arbeitsschutz“ traten 32 HSE-Spezialisten gegeneinander an, die verschiedene Geschäftsbereiche der RZD AG und Regionen repräsentierten: jeweils zwei Vertreter von jeder der 16 Eisenbahndirektionen. Jeder Teilnehmer wurde im Finale von einem Experten begleitet, der einerseits die anderen Teilnehmer bewertete und andererseits die Interessen seines Schützlings bei strittigen Fragen vertrat. Zudem war ein Chefexperte vor Ort, der die Aktivitäten der Experten, Wettbewerber und des Wettbewerbsgeländes während des Finales koordinierte. Für die Experten an allen Standorten wurde ein automatisiertes System zur Bewertung der Teilnehmer entwickelt, das über mobile Endgeräte zugänglich war.
Die Wettbewerbe erstreckten sich über vier Tage und waren in folgende Module unterteilt: Erstellung von Dokumentenlisten, Arbeitsschutzschulungen, Bewertung und Minimierung beruflicher Risiken, Zulassung von Mitarbeitern zur Arbeitsausführung, Erste Hilfe und Unfalluntersuchung, Kontrolle der Arbeitsbedingungen und Arbeitsschutzanforderungen, Funktionsweise des Arbeitsschutzmanagementsystems sowie Implementierung einer Sicherheitskultur.
Die HSE-Spezialisten traten gemäß der festgelegten Wettbewerbsaufgabe in Disziplinen wie der Identifizierung beruflicher Risiken und Gefahren, der Erarbeitung von Präventionsmaßnahmen zur Senkung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten, der Auswahl relevanter Rechtsvorschriften, der Ersten Hilfe bei Arbeitsunfällen und vielem mehr gegeneinander an.
Für die Erste-Hilfe-Wettbewerbe wurden zwei Simulatoren mit realistisch dargestellten Verletzungen angeschafft, darunter Gliedmaßenamputationen, Verbrennungen und Schnittwunden; zudem wurde Kunstblut verwendet. Es muss erwähnt werden, dass die Arbeit mit diesen Simulatoren selbst für erfahrene Fachkräfte, die selbst als Mentoren für Erste Hilfe tätig sind, eine echte Herausforderung darstellte.
Die Veranstaltungen der Meisterschaft ermöglichten es, sowohl die Stärken der Teilnehmer in Fragen der Arbeitssicherheit als auch Entwicklungspotenziale zu identifizieren, was wertvolles Feedback für die für den Arbeitsschutz verantwortlichen Führungskräfte lieferte. Im Hinblick auf die Entwicklungsbereiche sollte auch auf universelle Kompetenzen geachtet werden, die für jede Fachkraft ebenso wichtig sind wie die fachliche Qualifikation.
Die Spezialisten mit den besten Ergebnissen bilden einen inoffiziellen Talentpool im Unternehmen und können für höhere Positionen im Bereich HSE in Betracht gezogen werden.
Derzeit organisieren wir die Regionaletappen zur Auswahl der Teilnehmer für das nächste Finale im Jahr 2025, bei dem die 16 besten HSE-Spezialisten gegeneinander antreten werden. Das Wettbewerbssystem motiviert die Fachkräfte, sich tiefer in berufliche Themen einzuarbeiten, miteinander zu interagieren und ihre besten Qualitäten zu zeigen. Das Finale bietet neben dem Wettbewerbsteil allen Teilnehmern die Möglichkeit, sich über Fachthemen auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und in die Atmosphäre eines groß angelegten Teambuilding-Events einzutauchen.