Die traditionelle Kommunikation im Bereich der industriellen Sicherheit und des Arbeitsschutzes (HSE) leidet oft unter übermäßiger Formalität. Trockene juristische Texte sowie eine Fülle von Verboten und Vorschriften rufen bei den Mitarbeitern Ablehnung hervor und wirken wie Moralpredigten. Infolgedessen geht das Wichtigste verloren – der menschliche Kontakt. Der Referent analysiert, warum es wichtig ist, in den Mitarbeitern Menschen zu sehen und nicht nur „Hände mit einem Schraubenschlüssel“, und wie eine Änderung des Kommunikationsansatzes dazu beiträgt, die Einstellung zur Sicherheit am Arbeitsplatz und im Alltag zu verändern.
Bevor man die Kommunikation ändert, muss man den Ausgangspunkt verstehen. Der Vortrag beleuchtet detailliert die Erfahrung mit einer groß angelegten Umfrage (über 2100 Teilnehmer und 20 Fokusgruppen) zur Bewertung des Images der HSE-Funktion nach dem Modell von Patrick Hudson. Bewertet wurden die Erreichbarkeit der Fachkräfte, der Kommunikationsstil, die Angemessenheit von Entscheidungen und der tatsächliche Nutzen. Die Ergebnisse zeigten, dass die Mitarbeiter die Arbeitsschutzspezialisten oft als Aufseher wahrnehmen. Diese Erkenntnis wurde zum Ausgangspunkt für die Entwicklung eines umfassenden Veränderungsprogramms, bei dem die Kommunikation eine Schlüsselrolle beim Aufbau von Vertrauen spielt.
Effektive Kommunikation erfordert einen systematischen Ansatz. Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie man die Arbeit strukturiert: von der Definition der Zielgruppe und der Formulierung von Kernbotschaften bis hin zur Auswahl der Kanäle (Messenger, Infotafeln, Portale). Die wichtigste Phase ist die Erstellung einer Redaktionsrichtlinie, die Themen, Formate und die Kommunikationssprache festlegt. Die Verwendung einer Sprache, die für die Zielgruppe verständlich und nahbar ist, erhöht das Engagement erheblich. Ein Content-Plan hilft dabei, die Informationsvermittlung zu strukturieren, Nachrichtenanlässe zu integrieren und Ressourcen für die Erstellung verschiedener Formate (Texte, Videos, Infografiken) zu verteilen.
Damit Informationen nicht nur den Empfänger erreichen, sondern auch im Gedächtnis bleiben, müssen Engagement-Mechanismen genutzt werden. Im Webinar werden die Prinzipien zur Erstellung effektiver Inhalte behandelt:
Der Referent teilt reale Fallstudien zur Nutzung verschiedener Formate. Videos mit Beteiligung der Produktionsmitarbeiter selbst zeigen die höchste Wirksamkeit, da sie mehr Vertrauen wecken. Zudem wird die Erfahrung bei der Umwandlung komplexer Arbeitsschutzanweisungen in verständliche visuelle Materialien mithilfe neuronaler Netze betrachtet. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (z. B. zur Generierung von Bildern und kurzen Videos) ermöglicht es, erheblich Zeit und Ressourcen zu sparen, erfordert jedoch einen sorgfältigen Umgang mit den Inhalten und der Qualität des Ergebnisses.
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