Der Aufbau einer Kultur für Arbeitsschutz und Anlagensicherheit (HSE) ist ohne effektive Kommunikation unmöglich. Es geht nicht nur um die Information über gesetzliche Anforderungen, sondern darum, den Verstand der Mitarbeiter über ihre Emotionen und Werte zu erreichen. Der Vortrag beleuchtet detailliert praktische Erfahrungen beim Aufbau einer Kommunikation, die spontane Impulse in bewusste und geplante Handlungen umwandelt. Der Sprecher analysiert verschiedene Methoden, von internen Blogs bis hin zu großen Foren, und zeigt, wie jedes Instrument dazu beiträgt, ein einheitliches Sicherheitsumfeld im Unternehmen zu schaffen.
Die Erstellung eines internen HSE-Blogs ermöglicht eine lebendige und informelle Kommunikation mit den Mitarbeitern. Es ist wichtig, trockene Bürokratie zu vermeiden und eine lebendige Sprache zu verwenden, indem Geschichten und Beispiele erzählt werden. Der Sprecher weist jedoch auf Schwierigkeiten hin: die Sicherstellung von Abonnements und die Moderation von Kommentaren, die den Blog in einen unkontrollierten Chat verwandeln könnten. Offizielle E-Mail-Newsletter (Eilmeldungen, Bulletins) haben ebenfalls ihre Nachteile – das Risiko, dass die E-Mail in der Flut der Posteingänge untergeht. Zur Steigerung der Effizienz wird ein primärer Versand an Führungskräfte empfohlen, die die Informationen dann mit ihren Abteilungen besprechen.
Visuelle Instrumente spielen eine Schlüsselrolle. Vorgefertigte Plakate sind günstig und einfach zu verwenden, aber oft mit kleinem Text überladen, den niemand liest. Selbstgemachte Plakate sind einzigartig und ziehen mehr Aufmerksamkeit auf sich, erfordern jedoch Designfähigkeiten und Zeit. Eigene Videos sind eine hervorragende Möglichkeit, Informationen zu vermitteln (z. B. Einführungsunterweisungen oder Regeln für Arbeiten in der Höhe), aber ihre Erstellung erfordert erhebliche Ressourcen. Bildschirme an belebten Orten (Kantinen, Eingangsbereiche) sind eine moderne Alternative zu Arbeitsschutztafeln und ermöglichen die Übertragung dynamischer Inhalte ohne Ton.
Für ein tiefes Eintauchen in HSE-Themen zeigt der Sprecher am Beispiel von „Wissenstagen“ – Aufklärungssitzungen, die interaktiv und dynamisch sein sollten, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu halten. Auftragnehmerforen sind ein mächtiges Instrument für große Unternehmen. Ihr Ziel ist es, einen Teamgeist zu schaffen und Erfahrungen auszutauschen. Es ist wichtig, die Anwesenheit der Führungskräfte der Auftragnehmer zu fordern und die Teilnehmer so zu platzieren, dass sie sich miteinander vermischen. Bei solchen Veranstaltungen sollte das Mikrofon besser an die Geschäftsführung und nicht an die HSE-Spezialisten übergeben werden, da die Worte der Führungskräfte mehr Gewicht haben.
Ideenboxen und Verbesserungsvorschläge funktionieren effektiv, wenn die Ideen finanzielle Unterstützung erhalten. Meetings sind nicht nur das Vorlesen von Anweisungen gegen Unterschrift, sondern eine Gelegenheit für das Management, Führungsqualitäten zu zeigen. Eine interaktive Diskussion von Vorfällen, bei der der Verursacher selbst über seine Fehler spricht, hinterlässt einen viel tieferen Eindruck als eine formelle Bestrafung. Der Sprecher erwähnt auch unkonventionelle Ansätze wie die „Morgenbegrüßung“ mit der Diskussion aktueller Risiken am Gebäudeeingang und die Durchführung von Kindertagen zur Förderung des Teamgeists.
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