Das Lockout/Tagout-System (LOTO) ist zu einem unverzichtbaren Standard der industriellen Sicherheit geworden, doch sein Vorhandensein auf dem Papier garantiert nicht den Schutz des Personals. Oft stehen Unternehmen vor der Situation, dass Vorschriften geschrieben und Tafeln aufgestellt sind, die Mitarbeiter die Regeln jedoch weiterhin ignorieren und sich auf jahrelange Erfahrung und den Unwillen berufen, Zeit für das Abschalten von Anlagen aufzuwenden. Im Rahmen des Webinars analysiert Valeria Ishina, Leiterin der HSE-Abteilung des Werks "Techno", einen praktischen Fall des Neustarts eines nicht funktionierenden LOTO-Systems, das zuvor aufgrund mangelnder Kommunikation und einer formalen Einstellung zu Risiken zu tragischen Folgen geführt hatte.
Die Referentin geht detailliert auf die Schritte ein, die zur Schaffung eines tragfähigen Verfahrens zur Blockierung gefährlicher Energie erforderlich sind. Der Schwerpunkt liegt auf dem Übergang von allgemeinen Regeln zu konkreten visualisierten Lösungen für jeden Bereich.
Die Einführung jeglicher Änderungen stößt unweigerlich auf Widerstand sowohl beim Linienpersonal als auch bei den Abteilungsleitern. Die Referentin zeigt an einem Beispiel, wie die Aufdeckung massenhafter Verstöße (fehlende Anhänger, unvollständiger Abbau von Restenergie) zum Anlass für eine umfassende außerplanmäßige Wissensprüfung wurde. Es stellte sich heraus, dass nur 20 % der Mitarbeiter den Handlungsalgorithmus wirklich verstanden hatten. Die Lösung bestand darin, die Schulung direkt in die Produktionsbereiche zu verlegen: eine schrittweise Analyse der Blockierung an konkreten Baugruppen unter Beteiligung des technischen Dienstes.
Ein systematischer Ansatz ermöglichte es, LOTO von einer aufgezwungenen HSE-Initiative in einen natürlichen Bestandteil des technologischen Prozesses zu transformieren. Das Engagement des Personals stieg auf 100 %, und die Anzahl der festgestellten Verfahrensverstöße sank von 57 Fällen auf null. Die weitere Entwicklung des Systems sieht die Einführung von QR-Codes mit Videoanleitungen aus der Ich-Perspektive für jeden Blockierpunkt vor, was die Fehlerwahrscheinlichkeit bei der Arbeit mit unbekannten Anlagen minimiert.
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