Die Entwicklung einer Sicherheitskultur ist nicht nur eine Reihe von Vorschriften, sondern eine Schlüsselpriorität, die in der Strategie moderner Produktionsunternehmen verankert ist. Der Referent analysiert, warum es selbst bei moderner Ausrüstung und effektiven Schutzsystemen unmöglich ist, Verletzungen auf null zu reduzieren, ohne am Verhalten der Mitarbeiter zu arbeiten. Sicherheitskultur bedeutet die persönliche Verantwortung jedes Mitarbeiters für das eigene Handeln und die Sicherheit der Kollegen.
Der Vortrag beleuchtet detailliert ein Paradoxon: Die wichtigsten (oder „goldenen“) Sicherheitsregeln sind eingeführt, jeder hat sie per Unterschrift zur Kenntnis genommen, sie hängen an Informationstafeln, aber es gibt kein tiefes Engagement der Mitarbeiter. Die Regeln werden nicht Teil ihres Alltags. Der Referent zeigt an einem Beispiel, dass es nicht ausreicht, Regeln einfach zu erfinden und von oben herab vorzugeben – es ist notwendig, qualitativ hochwertige Dialoge mit den Mitarbeitern aufzubauen, damit sie das persönliche Bedürfnis nach Sicherheit erkennen.
Eine interessante Erkenntnis des Webinars ist der Einfluss der historisch gewachsenen Mentalität auf Arbeitsprozesse. In der russischen Praxis wird oft der Erfüllung der Produktionsaufgabe um jeden Preis Vorrang eingeräumt, während die Kommunikation ein Schwachpunkt bleibt. Bei der Informationsübermittlung kommt es zu enormen Verlusten: Von dem, was beabsichtigt war, bis zu dem, was verstanden und ausgeführt wird, kommt kaum die Hälfte an. Genau deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, nicht an Worten zu sparen und zu erklären, warum bestimmte HSE-Instrumente benötigt werden.
Um das Kommunikationsproblem zu lösen, analysiert der Referent die Praxis der Durchführung von Präsenzdialogen mit Führungskräften der unteren Ebene (Meistern). Das Ziel dieser Treffen ist es, den Menschen verständlich zu machen: Sie selbst brauchen Sicherheit, nicht die HSE-Spezialisten. In den Sitzungen werden reale Situationen analysiert: Risikobewertung vor einer Autofahrt, die Gefahr der Handynutzung am Steuer, die Notwendigkeit, sich auf dem Rücksitz anzuschnallen. Interaktive Formate, wie ein Spiel zum Turmbau unter Berücksichtigung des Risikogleichgewichts, helfen dabei, den Stoff besser zu verinnerlichen.
Im Webinar werden Methoden zur Bewertung der Sicherheitskultur diskutiert. Der Referent merkt an, dass es unmöglich ist, eine „Durchschnittstemperatur“ für ein großes Unternehmen mit vielen Betrieben unterschiedlichen Alters und Profils zu ermitteln. Die Bewertung erfolgt lokal durch anonyme Umfragen anhand von sieben Kriterien (einschließlich Führung und Einstellung zu Risiken). Die Ergebnisse werden auf die Hudson-Leiter übertragen, um das aktuelle Niveau zu verstehen und gezielte Verbesserungspläne zu entwickeln.
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