In Fortsetzung unserer Reihe mit praktischen Tipps möchte ich heute ein weiteres Instrument vorstellen, das für Industriebetriebe in der Praxis nützlich sein kann.
Jeder weiß, was eine Gefährdungsbeurteilung ist, aber sehr oft endet die Risikoarbeit in einem Unternehmen mit einer globalen Bewertung des Ist-Zustands und der Entwicklung von Maßnahmen auf Basis dieser Ergebnisse – und das war's. Viele vergessen, dass es unvorhersehbare Situationen gibt, die manchmal schwer einzuschätzen oder vorherzusagen sind und einen individuellen Ansatz erfordern. Über genau diese Art der Gefährdungsbeurteilung möchte ich im Folgenden berichten.
GVAB – Gefährdungsbeurteilung vor Arbeitsbeginn, die in den folgenden Fällen durchgeführt wird:
Die GVAB wird vom unmittelbaren Arbeitsverantwortlichen zusammen mit den an diesen Arbeiten beteiligten Mitarbeitern durchgeführt. In erster Linie werden Gefährdungen identifiziert, die während des Arbeitsprozesses auftreten können, und die entsprechenden Schutzmaßnahmen festgelegt. Außerdem wird gemäß dem entwickelten Formular ein Abschnitt mit der Beschreibung der erforderlichen Arbeitsschritte ausgefüllt, wobei für jeden Schritt die Sicherheitsmaßnahmen angegeben werden. Nach der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung genehmigt ein Vertreter der HSE-Abteilung dieses Formular und erteilt die Arbeitsfreigabe. Nach Abschluss der Arbeiten wird ebenfalls der entsprechende Abschnitt ausgefüllt: Die Durchführung der angegebenen Maßnahmen wird überprüft.
Teilweise kann dieses Format einige Abschnitte von Arbeitserlaubnissen duplizieren, aber wir sind der Meinung, dass es detaillierter und verständlicher ist und viele Risiken berücksichtigt, die in Standard-Arbeitserlaubnissen nicht vorgesehen sind.
Wir setzen dieses Formular in unserem Werk aktiv ein und können dieses Format daher uneingeschränkt zur Anwendung empfehlen. Dabei kann es natürlich bei Bedarf an die eigenen Bedürfnisse angepasst, vereinfacht oder um bestimmte Risiken ergänzt werden.