Digitaler Simulator als Teil des durchgängigen Geschäftsprozesses für theoretische und praktische HSE-Schulungen

Fallstudie
5 November 2024 🇷🇺 Originalsprache: русский

Voraussetzungen für die Einführung: Unternehmenswachstum und personelle Herausforderungen

Das intensive Wachstum der Produktionskapazitäten bringt unweigerlich personelle Herausforderungen mit sich. Angesichts des Mangels an qualifizierten Fachkräften, der Erweiterung des Bohranlagenparks und der hohen Personalfluktuation können traditionelle Unterweisungsmethoden das erforderliche Sicherheitsniveau nicht mehr gewährleisten. Dmitry Surodeykin erläutert, wie der Übergang zu interaktiven Schulungsformaten dazu beiträgt, nachhaltige Fähigkeiten für sicheres Arbeiten aufzubauen, bevor der Mitarbeiter eine reale Produktionsstätte betritt.

Warum ein digitaler Simulator und keine VR-Technologien?

Bei der Auswahl einer technischen Lösung stoßen Spezialisten oft auf strenge infrastrukturelle Einschränkungen. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Auswahlprozess zwischen VR-Simulatoren und Desktop-Lösungen. Aufgrund der Besonderheiten von Schichtcamps und des extrem begrenzten Arbeitsraums in Wohnwagen entschied sich das Unternehmen für einen PC-basierten digitalen Simulator. Dies gewährleistete die Zugänglichkeit der Schulung ohne Verlust der Visualisierungsqualität – das System zeichnet reale Bohranlagen mit allen Blöcken, Modulen und Aufnahmerampen detailliert nach, sodass der Mitarbeiter seinen zukünftigen Arbeitsplatz im Voraus studieren kann.

Szenarien für Hochrisikoarbeiten und Visualisierung von Folgen

Besonderes Augenmerk wird im Simulator auf zwei kritische Bereiche gelegt: Arbeiten in der Höhe und Be- und Entladearbeiten. Im Modul für Be- und Entladearbeiten üben die Mitarbeiter praktisch die Aussonderung von Seilen, das richtige Anschlagen von Lasten und die Verwendung von Handzeichen des Einweisers. Im Modul für Arbeiten in der Höhe kontrolliert das System streng die Algorithmen zur Verwendung von PSA und zur Fortbewegung auf Strukturen. Begeht der Mitarbeiter einen groben Verstoß – zum Beispiel beim Aufstieg auf einer Tunnelleiter – , unterbricht der Simulator den Prozess und zeigt ein Dialogfeld mit einer Beschreibung der fatalen Folgen an. Dies schafft eine klare Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen Fehler und Unfall ohne reales Gesundheitsrisiko.

Die Wirtschaftlichkeit der Sicherheit: Wie sich der Simulator amortisiert

Die Einführung digitaler Werkzeuge erfordert stets eine Kostenbegründung gegenüber dem Unternehmen. Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie sich unproduktive Zeiten aufgrund von Verstößen in direkte finanzielle Verluste verwandeln. Die Analyse ergab, dass die Verluste durch Ausfallzeiten der Bohrmannschaft aufgrund von Vorfällen bei Be- und Entladearbeiten sowie Arbeiten in der Höhe über mehrere Monate hinweg die Entwicklungskosten des Simulators selbst um ein Vielfaches überstiegen. Diese transparente Mathematik wurde zum Hauptargument für das Management bei der Verteidigung der Projektinvestitionen.

Integration in den durchgängigen Schulungsprozess und Ergebnisse

Der Simulator ersetzt nicht die grundlegende Pflichtschulung, sondern wird als zusätzliche, strenge Barriere in den durchgängigen Geschäftsprozess integriert. Der Mitarbeiter absolviert eine theoretische Ausbildung im Schulungszentrum, studiert die lokalen Vorschriften am Standort und übt dann Szenarien in der digitalen Umgebung. Erst nach erfolgreichem Bestehen der Prüfung im Simulator wird er zu praktischen Schulungen vor Ort unter Anleitung eines Meisters zugelassen. Die Automatisierung des Prozesses ermöglicht es Führungskräften, sofortige Benachrichtigungen über die Testergebnisse zu erhalten. Die Analyse der Einführung zeigte eine deutliche Steigerung der Wirksamkeit der Sicherheitsbarrieren – von 48 % auf 90 %, wobei die Statistiken der ersten Auswertungen ergaben, dass die meisten Mitarbeiter die Prüfung nicht beim ersten Mal bestehen, was ihre Zulassung zu gefährlichen Arbeiten ohne angemessene Qualifikation zuverlässig verhindert.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie man dem Management Investitionen in die Entwicklung eines digitalen Simulators durch die Berechnung der Kosten für unproduktive Zeiten begründet?
  • Warum ein Desktop-Simulator unter den Bedingungen der Schichtarbeit effektiver und praktischer sein kann als eine VR-Brille?
  • Wie man digitale Tests in einen einheitlichen Geschäftsprozess für die Zulassung von Personal zu Praktika integriert?
  • Wie sich die Visualisierung realer Produktionsanlagen im Simulator auf die Qualität der Mitarbeiterschulung auswirkt?
  • Wie man die Kontrolle über den Schulungsverlauf und die Information der Führungskräfte über die Ergebnisse automatisiert?
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