Management von Umweltrisiken zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit von Großprojekten

Fallstudie
8 März 2025 🇷🇺 Originalsprache: русский

Entwicklung des Umweltrisikomanagements in Großprojekten

Das Management von Umweltrisiken in großen Investitionsprojekten ist nicht nur die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, sondern ein Instrument, das sich direkt auf die Wirtschaftlichkeit auswirkt. Der Referent analysiert die Erfahrungen des Unternehmens EuroChem, wo der Übergang von manueller Steuerung zu einer systematischen Methodik nicht nur die Standardisierung von Prozessen ermöglichte, sondern auch enorme finanzielle Verluste verhinderte.

Entwicklung und Implementierung einer einheitlichen Methodik

Bis 2021 fehlte dem Unternehmen ein einheitlicher Ansatz zur Bewertung von Umweltrisiken für das Portfolio von Großprojekten, das Vermögenswerte in Russland, Kasachstan und Brasilien umfasst. Die implementierte Methodik basiert auf klassischen Instrumenten (HAZID, ENVID) und einer qualitativen Bewertung anhand einer 5x5-Matrix. Eine zwingende Voraussetzung war die Durchführung von Präsenz-Risikositzungen mit funktionsübergreifenden Teams (Planer, Bauherren, Einkäufer) beim Übergang des Projekts durch jede Phase (Stage-Gate) oder mindestens einmal im Jahr.

Wichtige Änderungen in der aktualisierten Methodik (2024)

  • Einführung neuer Attribute: Die Einführung des Status „Showstopper“ (SS), der Attribute für Terminverschiebungen (T) und Budgeterhöhungen ($) ermöglichte eine klare Klassifizierung von Risiken, um sie auf die Ebene des Top-Managements zu bringen.
  • Bewertung der Wirksamkeit von Maßnahmen: Es wurden Bewertungskriterien (von ineffektiv bis effektiv) basierend auf der Änderung der Schwere oder Wahrscheinlichkeit des Risikos eingeführt, was die Kosten für die Risikominderung transparent machte.
  • Detaillierung der Risikomatrix: Der Übergang von Buchstabenbezeichnungen (A, B, C) zu alphanumerischen (z. B. von A1 bis A6) ermöglichte es, die Dynamik auch innerhalb einer Kritikalitätskategorie zu verfolgen.

Digitalisierung des Prozesses: Modul „Insight“

Der Verzicht auf die Arbeit in Excel und Word zugunsten eines speziellen Moduls im Informationssystem „Insight“ automatisierte die Kontrolle über die Durchführung von Maßnahmen. Das System sendet Benachrichtigungen an die Verantwortlichen, ermöglicht es den Kuratoren, Belege zu genehmigen oder abzulehnen und überfällige Aufgaben zu verfolgen, was erheblich Zeit und Ressourcen spart.

Praxisbeispiel: Aufhebung von Schutzgebietsbeschränkungen

In der Präsentation wird ein kritisches Risiko detailliert untersucht: die Gefahr der Ablehnung der staatlichen Expertise, da sich das Abbaugebiet unter einem besonders geschützten Naturgebiet (Schutzgebiet) von regionaler Bedeutung in der Region Perm befindet. Ein direktes Abbauverbot gefährdete die Förderung von 70 Millionen Tonnen Erz (etwa 3 Milliarden Dollar Umsatz).

Zur Lösung des Problems wurde umfangreiche Arbeit geleistet:

  • Ökologisch-ökonomische Bewertung und UVP: Zweijährige Studien unter Einbeziehung einer führenden Universität bewiesen das Fehlen globaler negativer Veränderungen für die Landschaft.
  • Abstimmungen mit Aufsichtsbehörden: Es wurden positive Gutachten der Staatlichen Kommission für Reserven (GKZ) und des VNII Ekologiya (Naturministerium Russlands) eingeholt.
  • Änderung der regionalen Gesetzgebung: Es wurde eine Änderung in einen Erlass der Regierung der Region Perm aufgenommen, die das Verbot für Lizenzen aufhebt, die vor Januar 2022 ausgestellt wurden.

Als Ergebnis verhinderte das Team durch Investitionen von zig Millionen Rubel und 2,5 Jahren Zeit den Verlust von Milliarden Dollar und bewies, dass das Management von Umweltrisiken die Wirtschaftlichkeit eines Projekts radikal verbessern kann.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie integriert man die Bewertung von Umweltrisiken in das Gesamtsystem des Managements von Großinvestitionsprojekten?
  • Welche Kriterien sollten verwendet werden, um kritische Risiken (Showstopper) zu identifizieren?
  • Wie bewertet man die tatsächliche Wirksamkeit von Maßnahmen zur Risikominderung?
  • Wie automatisiert man die Kontrolle über die Umsetzung des Risikomanagementplans?
  • Wie baut man die Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden auf, um gesetzliche Beschränkungen für den Abbau unter schwierigen Umweltbedingungen aufzuheben?
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