Einsatz industrieller Exoskelette zur Reduzierung der physischen Belastung des Personals

Fallstudie
18 November 2025 🇷🇺 Originalsprache: русский

Schwere körperliche Arbeit in Produktions- und Lagerstätten bleibt eine der Hauptursachen für Berufskrankheiten des Bewegungsapparates. Im Gemeinschaftsunternehmen „RUSVIETPETRO“ arbeitet ein erheblicher Teil der Mitarbeiter unter schädlichen Arbeitsbedingungen (Klasse 3.1) hinsichtlich des Schweregrades. Eine Analyse der Krankschreibungen zeigte, dass Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems an erster Stelle stehen, was zu erhöhter Ermüdung, verminderter Produktivität und steigenden Kompensationskosten führt. In diesem Webinar analysiert Timur Larionov, Spezialist der Abteilung für Produktionskontrolle, ein Pilotprojekt zur Einführung passiver industrieller Exoskelette als systemische Lösung für dieses Problem.

Funktionsweise und biomechanischer Schutz

Die Zielgruppe des Pilotprojekts waren Lagerarbeiter und Öl- und Gasförderoperatoren, die regelmäßig schwere Werkzeuge wie Hochdruckschläuche und große Schraubenschlüssel tragen. Der Referent zeigt am Beispiel eines passiven Modells, wie das System das Gewicht des Oberkörpers kompensiert und den Druck auf die Wirbelsäule beim Bücken und Heben von Lasten verringert.

Das Hauptmerkmal des verwendeten Modells ist eine Unterstützungskraft von bis zu 50 Kilogramm beim Heben von Lasten auf eine Höhe von bis zu 1,6 Metern. Nach Tests, die vom Institut für biomedizinische Probleme (IBMP) bestätigt wurden, verringert sich die Belastung der Armmuskulatur um 22 – 46 %, und die Gesamtbelastung bei der Arbeit im Exoskelett sinkt um 62 %. Gleichzeitig blockiert das Gerät physisch die Möglichkeit, eine Last falsch (durch ruckartiges Heben aus tiefer Beugung) anzuheben, und zwingt den Arbeiter, sich streng physiologisch zu bewegen.

Überwindung von Widerständen und Bewertung der Wirksamkeit

Die Einführung neuer persönlicher Schutzausrüstungen und Mechanisierungen stößt beim Personal oft auf Widerstand. Der Vortrag beleuchtet detailliert die Phase der anfänglichen Ablehnung: Die Arbeiter klagten über Unbequemlichkeit. Diese „Unbequemlichkeit“ wurde jedoch dadurch verursacht, dass das Exoskelett das Arbeiten in gewohnten, aber verletzungsanfälligen Haltungen nicht zulässt. Nach einer Eingewöhnungsphase stellten die Mitarbeiter eine deutliche Verringerung der Ermüdung gegen Ende der Schicht und einen Rückgang von Rückenschmerzen fest.

Die Qualitätsbewertung wurde von den Arbeitern selbst anhand von fünf praktischen Kriterien durchgeführt: Stabilität, Autonomie, Komfort, Kontrollierbarkeit und Haltbarkeit. Kontinuierliches Feedback und das Prinzip der Freiwilligkeit waren Schlüsselfaktoren für den erfolgreichen Abschluss des Pilotprojekts.

Wirtschaftlichkeit und Auswirkungen auf die Arbeitsplatzbewertung

Die direkte Amortisation von Exoskeletten wirft aufgrund der langen Return-on-Investment-Zeiten bei der Standardberechnung der Ausrüstungskosten oft Fragen auf. Der Referent schlägt jedoch vor, die Wirtschaftlichkeit durch die Reduzierung indirekter Verluste zu bewerten: Verringerung der Anzahl von Krankschreibungen und Vermeidung teurer Ausfallzeiten von qualifiziertem Personal.

Ein zusätzlicher wirtschaftlicher Effekt wird durch die potenzielle Senkung der Arbeitsbedingungsklasse nach den Ergebnissen der speziellen Arbeitsplatzbewertung erzielt. Die Überführung von Arbeitsplätzen aus einer schädlichen in eine zulässige Klasse ermöglicht es dem Unternehmen, die Zahlung des zusätzlichen Tarifs von 4 % zu streichen, was die Amortisationsrechnung der Einführung radikal verändert.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie berechnet man die Reduzierung der Belastung des Bewegungsapparates bei der Verwendung eines passiven Exoskeletts richtig?
  • Warum ist anfängliches Unbehagen beim Tragen eines Exoskeletts ein Zeichen für dessen korrekte Funktion?
  • Nach welchen fünf Kriterien bewerten Arbeiter die Wirksamkeit und den Komfort industrieller Exoskelette in der Praxis?
  • Wie rechtfertigt man den Kauf von Exoskeletten durch geringere Krankengeldzahlungen und eine Änderung der Arbeitsbedingungsklasse?
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