Die Inbetriebnahme ist eine der komplexesten und riskantesten Phasen beim Bau von Industrieanlagen. In dieser Zeit arbeiten Bauarbeiter, Monteure und Spezialisten für die Anlageneinstellung gleichzeitig auf einer Baustelle. Diese Überschneidung von Aufgaben schafft neue Bedrohungen, auf die das Personal oft nicht vorbereitet ist. In seinem Vortrag analysiert Damir Talipov, Leiter der HSE-Abteilung bei RENERA-Enertek, das Konzept von SIMOPS (gleichzeitige Operationen) und teilt praktische Erfahrungen im Sicherheitsmanagement während der Vorinbetriebnahme und Inbetriebnahme.
Der Sprecher merkt an, dass zu Beginn der Tests von Systemen und Subsystemen eine Reihe spezifischer Probleme auftreten:
Zur Minimierung der Risiken bei gleichzeitiger Ausführung von Arbeiten schlägt der Sprecher einen strukturierten Ansatz vor, der aus mehreren Phasen besteht:
Es ist notwendig, alle sich überschneidenden Operationen zu identifizieren. Wenn sie zeitlich nicht getrennt werden können, muss sichergestellt werden, dass die Bau- und Montagearbeiten projektgemäß abgeschlossen und dokumentiert sind. Es ist wichtig, eine schrittweise Übergabe von Zonen und Systemen zur Inbetriebnahme sicherzustellen, Merkblätter zu Arbeitsumgebungen zu entwickeln und eine Benachrichtigungsmatrix zu genehmigen.
Detaillierte Überprüfung jedes Knotens und Projektpunkts unter Beteiligung der Bauaufsicht und unabhängiger Organisationen. Die Verwendung von Checklisten ermöglicht eine objektive Bewertung des Bereitschaftsstatus der Ausrüstung für den Start der Inbetriebnahme und verhindert Notfälle.
Übergang von Bausicherheitszeichen zu Betriebssicherheitszeichen. Platzierung von Merkblättern mit Informationen über Risiken und Sicherheitsmaßnahmen bei der Arbeit mit bestimmten Medien (Gas, Chemikalien). Der Sprecher betont die Wichtigkeit einer rechtzeitigen (48 Stunden im Voraus) Benachrichtigung aller Projektbeteiligten über bevorstehende Tests unter Angabe von Ort, Zeit, Art der Arbeit und verantwortlichen Personen.
Zum Schutz des Personals, das nicht an der Inbetriebnahme beteiligt ist, werden die Absperrung von Gefahrenzonen, Abschirmungen und das Lockout-Tagout-System (LOTO) eingesetzt. In einigen Fällen ist die Einrichtung spezieller SIMOPS-Zonen mit Zugangskontrolle (Zutrittskontrollsystem) sinnvoll. Die Verriegelung von Geräten (z. B. Schieber an Gaspipelines oder Elektroräume) liegt in der Regel im Verantwortungsbereich des Auftraggebers.
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