Warum elektrische Anlagen in der Anlagensicherheit besondere Aufmerksamkeit erfordern
Arbeiten an elektrischen Anlagen gehören zur Kategorie der Arbeiten mit erhöhtem Risiko. Trotz strenger Regulierung der Verfahren und Anforderungen an die Schutzausrüstung bleibt der menschliche Faktor das schwächste Glied im Sicherheitssystem. Herkömmliche Kontrollmethoden, die auf der Beobachtung durch Bediener und regelmäßigen Überprüfungen der Einhaltung von HSE-Vorschriften basieren, können keine Überwachung rund um die Uhr und keine schnelle Reaktion auf Verstöße gewährleisten.
Bei SUEK begann der Einsatz der Videoanalyse bei elektrischen Anlagen, und zwar mit:
Das System überprüft automatisch das Vorhandensein, die Vollständigkeit und die korrekte Verwendung der PSA, einschließlich dielektrischer Handschuhe, Schutzhelme, Schutzbrillen, Spezialkleidung usw.
Die Videoanalyse erkennt die Anwesenheit von Personal in Bereichen mit hohem Stromschlagrisiko: in der Nähe von offenen spannungsführenden Teilen, in Schaltanlagen und in elektrischen Betriebsräumen.
In beiden Fällen generiert das System eine Meldung und zeichnet ein Video auf, in dem der Ort des Verstoßes unter Angabe der genauen Uhrzeit markiert ist. Dies spart Zeit, da nicht das gesamte Videomaterial gesichtet werden muss, und optimiert so die Arbeit des Bedieners.
Für den rechtmäßigen Einsatz von Videoanalyse auf dem Werksgelände muss der Arbeitgeber:
interne Richtlinien entwickeln und genehmigen, die das Verfahren der Videoüberwachung, die Zwecke ihrer Nutzung und die Standorte der Kameras festlegen;
die Mitarbeiter gegen Unterschrift über den Einsatz von Videoüberwachungssystemen informieren sowie die überwachten Bereiche mit speziellen Schildern und Hinweistafeln kennzeichnen;
den Schutz der personenbezogenen Daten der Mitarbeiter gewährleisten, indem eine entsprechende interne Richtlinie ausgearbeitet und die Zustimmung zur Verarbeitung biometrischer personenbezogener Daten eingeholt wird (sofern personenbezogene Daten in der Videoanalyse verwendet werden).
Einführungsphasen oder womit wir bei der Implementierung der Videoanalyse konfrontiert wurden:
Wir haben ein Audit der Anlage durchgeführt – kritische Kontrollbereiche, die Liste der zu überwachenden PSA und die erforderlichen Blickwinkel für die Videoüberwachung festgelegt;
Wir haben die Ausrüstung installiert und konfiguriert – zusätzliche Videokameras zu den bestehenden installiert und die Blickwinkel für die Videoüberwachung angepasst;
Wir haben das Personal informiert – die Mitarbeiter über die Funktionsweise des Systems und seine Ziele im Bereich HSE und Anlagensicherheit aufgeklärt;
Während des Betriebs ist ein Nachlernen des Systems erforderlich – wir passen das System kontinuierlich an spezifische Arbeitsbedingungen an.
Universelle „Out-of-the-Box“-Lösungen, die auf dem Markt verkauft werden, berücksichtigen oft nicht die Besonderheiten einer bestimmten Anlage, was unter spezifischen Bedingungen zu geringer Genauigkeit und Fehlalarmen führt. Für einen korrekten Betrieb muss das System an die spezifischen Einsatzbedingungen angepasst werden: neuronale Netze für den Betrieb bei schwierigen Lichtverhältnissen nachtrainieren, die Erkennung spezifischer PSA konfigurieren und Module zur Überwachung der erforderlichen Produktionsprozesse hinzufügen.
Die Einführung der Videoanalyse in elektrischen Anlagen hat es uns ermöglicht, folgende Ergebnisse zu erzielen:
die Anzahl der Verstöße durch die präventive Erkennung von gefährlichem Verhalten der Mitarbeiter zu reduzieren;
eine Beweisgrundlage zu schaffen, um den Mitarbeitern Videomaterial zu Demonstrationszwecken für die weitere Schulung korrekter Handlungsweisen zu zeigen;
das Niveau der Sicherheitskultur zu erhöhen – das Bewusstsein für ständige Kontrolle veranlasst die Mitarbeiter, verantwortungsvoller mit den HSE-Anforderungen umzugehen.
Die Videoanalyse stellt ein qualitativ neues Niveau der Gewährleistung der Sicherheit in Produktionsprozessen dar. Durch die Kombination der Möglichkeiten künstlicher Intelligenz und moderner Ausrüstung ermöglicht sie den Übergang von reaktiven zu präventiven Maßnahmen. Bei sachgemäßer Implementierung unter Berücksichtigung der rechtlichen Anforderungen und der Produktionsspezifika wird die Videoanalyse nicht nur zu einem Kontrollsystem, sondern zu einem strategischen Instrument für die Schaffung einer sicheren Arbeitsumgebung, die das Leben und die Gesundheit der Mitarbeiter schützt.