Im modernen Arbeitsschutz bleibt die „Betriebsblindheit“ eines der Hauptprobleme: Mitarbeiter nehmen alltägliche Gefahren an ihren gewohnten Arbeitsplätzen nicht mehr wahr. Traditionelle Unterweisungen und das Zeigen realer Fotos rufen oft nicht die gewünschte Reaktion hervor, da das Gehirn vertraute Bilder automatisch ignoriert. In diesem Webinar erläutert Svetlana Kautova einen unkonventionellen Ansatz zur Lösung dieses Problems – die Nutzung künstlicher Intelligenz zur Erstellung personalisierter Visualisierungen von Arbeitsplätzen mit absichtlich eingebauten Risiken.
Die Referentin zeigt am Beispiel der Nutzung neuronaler Netze (insbesondere der Plattform Leonardo), wie realistische Bilder von Werkstätten, Lagern und bestimmten Maschinen generiert werden. Diesen Bildern werden gezielt typische Verstöße hinzugefügt: fehlende PSA, verschüttete Flüssigkeiten, ungesicherte Lasten oder falsche Ergonomie.
Der Kern des Ansatzes besteht darin, kurze 15-minütige Treffen direkt in den Abteilungen abzuhalten. Die Mitarbeiter werden gebeten, die ausgedruckten Bilder zu analysieren und die eingebauten Gefahren zu finden. Dies verwandelt den Mitarbeiter von einem passiven Objekt der Unterweisung in einen aktiven Analytiker, stimuliert das kritische Denken und bildet die Gewohnheit, Abweichungen zu bemerken.
Der Vortrag beleuchtet detailliert den psychologischen Aspekt der Wahrnehmung visueller Informationen. Die Verwendung realer Aufnahmen von Arbeitsplätzen ruft oft eine Abwehrreaktion hervor, wird als Suche nach Schuldigen wahrgenommen oder verletzt die persönlichen Grenzen der Mitarbeiter. Darüber hinaus verringert eine absolut vertraute Umgebung die Konzentration.
Generierte Bilder lösen diese Probleme:
Ein wichtiges Element des Systems ist Gamification und ein kontinuierlicher Dialog. Die Mitarbeiter finden nicht nur die eingebauten Risiken, sondern schlagen auch eigene Gefahrenszenarien über QR-Formulare oder Fragebögen vor. Diese Vorschläge werden dann in neue KI-Generationen integriert. In den 5 Monaten des Pilotprojekts identifizierten die Mitarbeiter über 200 einzigartige Risiken, von denen die meisten Verhaltensgewohnheiten betrafen.
Dieser Ansatz ermöglichte es nicht nur, das Engagement des Personals zu erhöhen, sondern auch eine Reihe realer Bedrohungen in der Produktion schnell zu beseitigen – von der Installation von Kabelkanälen bis zur Beschaffung von Werkzeugständern, basierend ausschließlich auf der Initiative von unten.
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