Das HSE-Management bei Auftragnehmern bleibt traditionell einer der schwierigsten Bereiche für Industrieunternehmen. Standardmethoden der Kontrolle und Strafen führen oft dazu, dass Auftragnehmer aus Angst vor Sanktionen beginnen, Vorfälle zu verheimlichen. In diesem Webinar analysiert Valentina Naumova den Transformationsprozess des HSE-Managementsystems bei der Arbeit mit Auftragnehmern und legt dabei den Schwerpunkt auf Kulturwandel und den Aufbau partnerschaftlicher Beziehungen.
Eine Analyse der Ursachen für unsicheres Verhalten zeigt, dass Verstöße oft nicht aus böser Absicht geschehen. Mitarbeiter von Auftragnehmern haben Angst, über Probleme zu sprechen, und ziehen es vor, „sich nicht einzumischen“, um dem Auftraggeber und dem eigenen Management keine Schwierigkeiten zu bereiten. Die Referentin betont, dass es ohne das Verständnis dieser Psychologie unmöglich ist, ein effektives System aufzubauen. Die Transformation beginnt mit der Erkenntnis, dass das Problem des Auftragnehmers auf dem Werksgelände ein gemeinsames Problem ist, das eine gemeinsame Lösung erfordert.
In der Präsentation wird eine aufschlussreiche Fallstudie über Arbeiten in der Nähe offener Öffnungen detailliert untersucht. Trotz bestehender Vorschriften wiederholten sich Verstöße regelmäßig. Eine gemeinsame Analyse zeigte, dass der Auftragnehmer oft in der Rolle der „Geisel“ ist: Der Arbeitsplatz wird ohne die notwendige Infrastruktur übergeben, und die Fristen drängen.
Runde Tische weichen der Kommunikation direkt am Arbeitsplatz. Die Referentin zeigt an einem Beispiel, wie gemeinsame Betriebsrundgänge die Einstellung zur Sicherheit verändern. Der Hauptunterschied des neuen Ansatzes ist das Vorhandensein strenger Kommunikationsregeln während des Rundgangs. Dies ermöglicht es, nicht nur Verstöße zu erfassen, sondern auch Feedback von den Arbeitern zu erhalten, organisatorische Mängel seitens des Auftraggebers aufzudecken und Vertrauen aufzubauen.
Besondere Aufmerksamkeit wird den finanziellen Aspekten der Gewährleistung der Sicherheit gewidmet. Oft sind Auftragnehmer gezwungen, aufgrund von Preisdumping bei Ausschreibungen an PSA zu sparen. Die Lösung ist eine detaillierte Ausarbeitung der technischen Spezifikationen vor Beginn der Arbeiten. Wenn für kurzfristige Arbeiten teure Gaswarngeräte oder komplexe Gerüste erforderlich sind, kann der Auftraggeber deren Bereitstellung übernehmen und so die Einhaltung hoher Sicherheitsstandards garantieren, ohne den Partner zu ruinieren.
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