Herabfallende Gegenstände bleiben eine der häufigsten Ursachen für schwere Unfälle in der Industrie. Oft berücksichtigt die anfängliche Schadensbewertung solcher Vorfälle nur die direkten Kosten für die Wiederherstellung der Ausrüstung und ignoriert die enormen Verluste durch Ausfallzeiten, Reputationsrisiken und vor allem die Gefahr für das Leben der Mitarbeiter. In diesem Webinar analysiert Andrey Grigoriev, HSE-Berater bei Salym Petroleum Development, die internationale Praxis des Managements dieses Risikos auf der Grundlage der DROPS-Methodik (Dropped Objects Prevention Scheme).
Statistiken der internationalen DROPS-Vereinigung zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der herabfallenden Gegenstände Ausrüstungsteile mit einem Gewicht von weniger als zwei Kilogramm sind. Vibrationen, Windlasten und technologische Prozesse führen zur Lockerung von Befestigungselementen, die beim Fall aus der Höhe eine kritische kinetische Energie entwickeln.
Der Referent untersucht detailliert das Konzept der vier Barrieren zur Vermeidung von Vorfällen: ständige Kontrolle, Arbeitsverfahren, technische Lösungen und der menschliche Faktor. Es ist der Mensch, der sich in unmittelbarer Nähe eines potenziellen Ereignisses befindet, und von seinen Handlungen hängt die Funktionsfähigkeit aller anderen Schutzebenen ab.
Das System zur Vermeidung herabfallender Gegenstände basiert auf drei grundlegenden Bereichen:
Der Vortrag zeigt, wie Standards, die ursprünglich vom Shell-Konsortium für Offshore-Plattformen entwickelt wurden, erfolgreich für Onshore-Felder mit in Russland hergestellter Ausrüstung angepasst wurden. Die zentrale Herausforderung besteht hierbei in der Einführung zusätzlicher Sicherungselemente ohne unbefugte konstruktive Änderungen, die Werksgarantien verletzen und die Festigkeitseigenschaften der Teile verringern könnten.
Um die Effizienz der Inspektionen zu erhöhen, hat das Unternehmen visualisierte Register eingeführt. Anstelle von Standardschemata verwenden die Prüfer aktuelle Fotos bestimmter Baugruppen mit genauer Angabe der Anzahl der Befestigungselemente. Dies ermöglicht die sofortige Identifizierung fehlender Teile. Zusätzlich wird die Praxis der Videoaufzeichnung bei der Inspektion schwer zugänglicher Ausrüstung in der Höhe angewendet, was es der Arbeitsgruppe ermöglicht, den Zustand der Baugruppen detailliert zu analysieren.
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