Angesichts wachsender Produktionskapazitäten und eines größeren Maschinenparks müssen Brandschutzfragen neu überdacht werden. Der Referent analysiert die Entwicklung des Brandrisikomanagements am Beispiel eines Unternehmens zur Herstellung von Einweggeschirr und -verpackungen. Ursprünglich wurden Brände innerhalb der Becherherstellungsmaschinen als geringfügiges Risiko eingestuft. Die zunehmende Brandlast und Vorfälle erforderten jedoch den Übergang von einem reaktiven Modell (Warten auf die Reaktion des Bedieners) zu einem proaktiven Ansatz (Modernisierung von Ausrüstung und Kontrollsystemen).
In dem Vortrag werden reale Brandfälle detailliert untersucht. Die Hauptursache für die meisten Vorfälle war das Gelangen von Papierzuschnitten auf Heizelemente, deren Temperatur 400°C erreicht. Die Analyse von Videomaterial zeigte, dass der menschliche Faktor eine bedeutende Rolle spielt: Bediener reagieren nicht immer richtig auf Ausnahmesituationen, ignorieren persönliche Schutzausrüstungen (Hitzeschutzhandschuhe) und machen Fehler bei der Verwendung von Feuerlöschern. Darüber hinaus wurden technische Mängel der Ausrüstung festgestellt, wie das Versagen optischer Sensoren und das Fortsetzen von Bewegungszyklen nach dem Anhalten der Maschine.
Angesichts der unzureichenden Reaktion der Maschinenhersteller auf die festgestellten Mängel war das Unternehmen gezwungen, selbst nach Lösungen zu suchen. Der Referent zeigt beispielhaft, wie die folgenden technischen Änderungen umgesetzt wurden:
Die technischen Lösungen wurden durch ein Bündel organisatorischer Maßnahmen ergänzt. Es wurde ein System zur zonenbasierten Brandmeldeüberwachung mit Flammenmeldern eingeführt, das eine schnelle Lokalisierung des Brandherdes ermöglicht. Die Kontrolle über den Zustand von Endschaltern, optischen Sensoren und Temperaturprofilen wurde verstärkt. Besonderes Augenmerk wird auf die Schulung des Personals gelegt: Es wurde eine Kompetenzmatrix entwickelt, und es finden regelmäßige praktische Übungen mit Feuerlöschern (Kohlendioxid, um Schäden an der Ausrüstung zu minimieren) und Löschdecken statt. Es wurde das Recht eingeführt, dass jeder Vorgesetzte die Arbeit stoppen kann, wenn eine potenziell gefährliche Situation erkannt wird.
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