Die Entwicklung praktischer Fähigkeiten im Bereich HSE erfordert einen grundlegend neuen Trainingsansatz. Traditionelle Vorlesungen und Standardprogramme von Schulungszentren liefern oft nicht das gewünschte Ergebnis, da der Fokus auf dem Inhalt und nicht auf der Art der Vermittlung liegt. Mikhail Omelchuk, Kurator für technische HSE-Trainingsprogramme bei Sibur, erklärt, warum eine hochwertige didaktische Komponente zum Schlüsselfaktor für die Effektivität von Unternehmensschulungen wird.
Die Einrichtung eines eigenen technischen Schulungszentrums wie SiburIntech ermöglicht es dem Unternehmen, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch nachhaltige praktische Fähigkeiten aufzubauen. Der Referent betont, dass moderne Ausrüstung nur ein Teil des Erfolgs ist. Ohne eine durchdachte Methodik können selbst die fortschrittlichsten Simulatoren nicht das erforderliche Maß an Materialaneignung und dessen anschließende Anwendung am Arbeitsplatz gewährleisten.
Der Vortrag beleuchtet detailliert den auf dem Kolb-Zyklus basierenden Ansatz zur Entwicklung von Trainingsprogrammen. Jedes Programm sollte mit der Problematisierung und Aktualisierung des Themas für den jeweiligen Mitarbeiter beginnen. Erst wenn der Lernende die Bedeutung des Materials für seine tägliche Arbeit erkennt, sollte man zur Theorie und zum Üben praktischer Handlungen übergehen.
Besonderes Augenmerk legt der Referent auf die Rolle interner Trainer – aktiver Mitarbeiter des Unternehmens (Meister, Bauleiter, Schlosser), die ihre praktischen Erfahrungen weitergeben. Der Einsatz von „spielenden Trainern“ erfordert die Erstellung möglichst detaillierter didaktischer Materialien, um identische Trainingsergebnisse zu garantieren, unabhängig davon, wer den Kurs leitet.
Dieser Ansatz verwandelt das Programm in eine Art „Karaoke“, bei dem jeder Trainer einem einheitlichen Standard folgt, was die Qualität des Trainings stabilisiert und dessen Ergebnisse vorhersehbar macht. Die finanzielle Motivation der internen Experten, die an ihr Grundgehalt gekoppelt ist, regt sie zu einer qualitativ hochwertigen Vorbereitung und Durchführung der Kurse an.
Das Training sollte nicht auf eine einzige Veranstaltung beschränkt sein. Mikhail zeigt an einem Beispiel, wie die Einführung von Pre-Trainings (kurze Webinare zur Bildung einer bewussten Motivation) und Post-Training-Support (Besprechung der Ergebnisse der Anwendung von Fähigkeiten nach einigen Monaten) die Gesamteffizienz des Prozesses erhöht. Dies hilft dem Wissen, sich am Arbeitsplatz zu „verankern“, und verringert das Risiko, zu alten, unsicheren Arbeitsmethoden zurückzukehren.
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