Notizen und Reden aus dem HSE DAYS Forum 2021. Eine Rückblende auf kommende Trends in Richtung Digitalisierung der HSE, Videoanalysen und post-pandemischen Anforderungen.
Einführung von Mitarbeiterunterstützungsprogrammen (EAP) zur Reduzierung von Arbeitsunfällen und Steigerung der Geschäftseffizienz. Die Praxis umfasst den vertraulichen 24/7-Zugang zu professionellen Beratern (Psychologen, Anwälten, Finanzexperten) zur Lösung persönlicher Probleme, die Konzentration und Arbeitssicherheit beeinträchtigen.
Aufbau eines technischen HSE-Schulungszentrums mit Fokus auf Didaktik und praktische Übungen. Einführung einheitlicher Lehrstandards ("Karaoke-Programme") unter Einbeziehung interner Experten (Meister, Schlosser) als bezahlte Trainer.
Schaffung und Entwicklung von HSE-Kulturgemeinschaften für den Übergang von formaler Regeleinhaltung zu bewusster Sicherheit. Die Praxis umfasst verschiedene Arbeitsformate: informelle Treffen, gemeinsame Initiativen, Qualitätszirkel und kreative Veranstaltungen, die darauf abzielen, das Personal einzubinden und nachhaltige Gewohnheiten für sicheres Verhalten zu bilden.
Entwicklung und Einführung einer mehrteiligen proaktiven Sicherheitskennzahl (Prävention der Verletzungsschwere) anstelle der reaktiven LTIFR. Die Kennzahl umfasst die Bewertung von Verbesserungsvorschlägen, die Einbindung in die Sicherheitskultur, die Erfassung von Mikrotraumata und unsicheren Handlungen sowie das Management operativer Risiken.
Systematisierung und Automatisierung des Prozesses der Personal-Kompetenzsicherung unter Verwendung des Konzepts des „Goldenen Mitarbeiters“ als Key Performance Indicator (KPI). Die Praxis umfasst die Personalkategorisierung, die Erstellung von Kompetenzprofilen und die Digitalisierung des Schulungsmanagements auf Basis der SAP-Plattform.
Übergang von reaktiven zu proaktiven HSE-Kennzahlen durch Ausschluss der Arbeitsunfallquote aus den KPIs der Führungskräfte. Einführung eines integralen Index für die Entwicklung des Sicherheitssystems, der Freizeitunfälle, Auditqualität und Beinaheunfälle (Near-Miss) unter Verwendung einer eigenen IT-Entwicklung berücksichtigt.
Übergang von einem strafenden System zu einer proaktiven Sicherheitskultur durch KPI-Änderungen und Mitarbeiterengagement. Einführung des Programms „10 Life Risk“ mit Fokus auf kritische Gefahren und Nutzung digitaler Plattformen (WhatsApp) für die Kommunikation.
Schaffung eines umfassenden automatisierten Systems der behördlichen Energieaufsicht (AS SWEN) für den Übergang von Papierakten zu einem digitalen Ökosystem. Einführung von Modulen zur Ausfallerfassung und Kontrolle von Korrekturmaßnahmen mit einer strengen Frist von 10 Arbeitsschichten sowie Entwicklung eines Mechanismus für Schreibtischprüfungen und Übergang zur prädiktiven Analytik.
Schaffung eines einheitlichen digitalen HSE-Raums in einem großen Industrieunternehmen. Einführung von Modulen für Vorfalluntersuchungen, Inspektionen, elektronische Arbeitsfreigaben und Gefahrenmeldungen mit Eskalationssystem.
Einführung eines dreistufigen HSE-Risikomanagementsystems unter Einsatz eines Komplexes von IT-Tools. Die Praxis umfasst die Digitalisierung von Vorfallszenarien nach der BowTie-Methodik, die Automatisierung der Kontrolle der Funktionsfähigkeit von Barrieren über mobile Apps und Dashboards sowie die Schaffung digitaler Zulassungsbarrieren für Auftragnehmer (Ferntests, elektronischer Pass, elektronischer Erlaubnisschein).
Einführung einfacher visueller Prüfkarten zur Kontrolle von Arbeiten mit hohem Risiko (in der Höhe, an Energiesystemen, mit Hebezeugen, in engen Räumen, Feuerarbeiten). Die Karten enthalten Piktogramme und 10-12 Fragen und werden von jedem Mitarbeiter vor Ort ausgefüllt, um Verstöße sofort zu erkennen und zu beheben.
Dreistufiges Risikomanagementsystem für Fremdfirmen bei Arbeiten mit erhöhter Gefahr. Umfasst kontinuierliche Überwachung, ein detailliertes Verstoßregister, praktische Kompetenzprüfungen und den obligatorischen Wechsel zu Modulgerüsten mit Zulassung durch unabhängige technische Aufsicht.