Managementmodell für eine interne Erste-Hilfe-Schule

Fallstudie
11 Dezember 2023 🇷🇺 Originalsprache: русский

Erste Hilfe als Fundament des Vertrauens in den HSE-Bereich

Sicherheitsschulungen werden von Mitarbeitern oft als Formalität wahrgenommen. Die Einführung einer Unternehmenskultur beginnt am besten mit Themen, die einen offensichtlichen persönlichen Wert haben. In ihrem Vortrag erläutert Vera Konshina, warum gerade Erste-Hilfe-Kurse der ideale Einstiegspunkt sind. Es handelt sich um ein äußerst interaktives Training, das Barrieren zwischen HSE-Spezialisten und Mitarbeitern abbaut. Indem das Unternehmen zeigt, wie lebensrettende Fähigkeiten im Alltag nützlich sein können, baut es Loyalität auf: Nach der Ersten Hilfe sind die Mitarbeiter viel eher bereit, sich mit anderen, spezifischeren Regeln für sicheres Arbeiten zu befassen.

Auswahl und Stresstests für interne Trainer

Ein Hauptproblem bei Unternehmensschulungen ist der Mangel an engagierten Ausbildern. Die Referentin zeigt am Beispiel ihres Unternehmens, dass man für die Rolle eines internen Trainers nicht unbedingt einen fertigen Experten mit perfekten Kenntnissen der Vorschriften suchen muss. Viel wichtiger ist es, einen Mitarbeiter zu finden, der wirklich den Wunsch hat, sein Wissen zu teilen.

Zur Vorbereitung solcher Spezialisten wurde eine eigene mehrstufige Methodik entwickelt. Diese umfasst:

  • Train-the-Trainer-Seminare: Vermittlung von Instrumenten zur Aufmerksamkeitsbindung, zum Umgang mit Gruppendynamik und schwierigen Fragen. So lässt sich ein trockener Vortrag in einen interaktiven Prozess verwandeln.
  • Stressprüfungen (Abschlusskurse): Der Kandidat hält einen Kurs vor einem Expertengremium, das sich absichtlich wie undisziplinierte Zuhörer verhält – sie diskutieren, stellen unbequeme Fragen und stören den Ablauf. Dies ist notwendig, damit sich der Trainer in einem echten Publikum bei allen unvorhergesehenen Situationen sicher fühlt.

Programmmatrix: Von der Theorie zur Praxis im Dunkeln

Das Publikum in einem großen Unternehmen ist heterogen: Büroangestellte, Lagerarbeiter, Ingenieure. Einen einheitlichen Präsenzkurs für alle zu erstellen, ist ineffizient. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Ansatz zur Aufteilung der Programme:

  • Online-Grundkurs: Eine obligatorische Phase für alle Mitarbeiter. Die Verlagerung der Theorie in ein Online-Format (geschnittene Videolektionen mit Demonstrationen) spart Tage an Präsenzschulungen und bietet eine einheitliche Basis.
  • Praxismodule mit situativen Aufgaben: Präsenzsitzungen, bei denen die Teilnehmer in «Retter» und «Opfer» aufgeteilt werden. Um die Fähigkeiten unter Stress zu festigen, werden die letzten Aufgaben in völliger Dunkelheit durchgeführt (Simulation eines Stromausfalls im Gebäude). Dies baut ein starkes Muskelgedächtnis auf.
  • Auffrischungskurse: Kurze Wiederholungssitzungen nach ein bis zwei Jahren. Dank der hohen Qualität der Grundausbildung erreicht die Teilnahmequote an diesen freiwilligen Kursen bis zu 75 %.

Anwesenheitsmanagement und Gruppenkommunikation

Selbst der beste Kurs ist nutzlos, wenn die Leute nicht erscheinen. Ein Standard-Mailing mit Datum und Ort führt zu einem Verlust von bis zu 80 % der Teilnehmer, insbesondere in verteilten Teams. Um dieses Problem zu lösen, wird zwei Wochen vor Beginn ein Gruppenchat eingerichtet. Darin werden kurze Teaser-Videos verschickt, der Wert des Kurses erklärt und der Dozent vorgestellt. Dieses Aufwärmen des Publikums hat die Teilnahmequote auf 95 % erhöht.

Während des Trainings selbst nutzen die Ausbilder physiologische Experimente, um die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten. Um beispielsweise zu erklären, wie wichtig es ist, den Kopf des Opfers nach hinten zu neigen, um die Atemwege zu öffnen, werden die Teilnehmer gebeten, zu versuchen, mit nach hinten geneigtem Kopf Speichel zu schlucken. Die praktische Erfahrung festigt die theoretische Regel sofort.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie baut man ein System zur Ausbildung interner Trainer aus bestehenden Mitarbeitern auf, ohne sie von ihren Hauptaufgaben abzuziehen?
  • Wie nutzt man Stresstests, um die Bereitschaft eines Ausbilders für die Arbeit mit einem schwierigen Publikum zu prüfen?
  • Wie kombiniert man Online-Theorie und Präsenzpraxis, um die Schulungszeit ohne Qualitätsverlust zu verkürzen?
  • Welche Kommunikationsinstrumente vor Kursbeginn helfen, die Anwesenheit der Mitarbeiter auf 95 % zu erhöhen?
  • Wie berechnet man die optimale Anzahl interner Trainer in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße?
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