Identifizierung und Management von Berufsrisiken

Fallstudie
8 September 2020 🇷🇺 Originalsprache: русский

Evolution des Risikomanagementsystems: vom Formalismus zum Arbeitsinstrument

Der Übergang von Unternehmen zu internationalen Sicherheitsstandards erfordert nicht nur das Vorhandensein einer Dokumentation zur Bewertung von Berufsrisiken, sondern auch die Schaffung eines wirklich funktionierenden Mechanismus, der in die Produktionsprozesse integriert ist. Im Rahmen des Webinars analysiert Mikhail Kobzev, stellvertretender Chefingenieur und Leiter der HSE-Abteilung der JSC "Mikhailovsky GOK", die praktischen Erfahrungen beim Aufbau eines solchen Systems in einem großen Bergbauunternehmen.

Das Hauptproblem vieler Risikomanagementsysteme ist die Trennung der Bewertung von den tatsächlichen Arbeitsplätzen. Um dies zu vermeiden, werden im Unternehmen Arbeitsgruppen zur Gefahrenerkennung auf der Mikroebene gebildet: in Werkstätten, in Abteilungen und in spezifischen Teams. Dies ermöglicht es, das Linienpersonal in den Prozess einzubeziehen, das die Besonderheiten und verborgenen Bedrohungen seiner Arbeitsbereiche am besten kennt.

Modifizierte Formel zur Risikobewertung

Die klassische Risikobewertungsmatrix basiert normalerweise auf zwei Indikatoren: der Schwere der Folgen und der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ereignisses. Der Sprecher zeigt, wie das Unternehmen zur Erhöhung der Objektivität einen dritten Koeffizienten eingeführt hat – die Wahrscheinlichkeit der Risikoerkennung.

Dieser Indikator (von 1 bis 10) bewertet, wie leicht eine drohende Gefahr zu erkennen ist. Wenn der Faktor offensichtlich und leicht zu kontrollieren ist, ist der Koeffizient minimal. Wenn die Gefahr jedoch plötzlich auftritt und bis zum Moment des Vorfalls nicht visuell oder instrumentell kontrolliert werden kann, erhält das Risiko die maximale Punktzahl. Dieser Ansatz ermöglicht es, die Aufmerksamkeit auf verborgene Bedrohungen zu richten, die oft aus den Standard-Gefahrenkarten herausfallen.

Bestimmung des akzeptablen Risikos und Bekämpfung von Manipulationen

Das Niveau des akzeptablen Risikos wird in der vorgestellten Methodik als arithmetisches Mittel aller bewerteten Risiken in einer spezifischen Gefahrenkarte berechnet. Alle Werte, die diese Grenze überschreiten, erfordern zwingend die Entwicklung von Korrekturmaßnahmen.

In der Präsentation wird das Problem möglicher Manipulationen detailliert betrachtet: Das mathematische Modell ermöglicht es, die durchschnittliche Punktzahl künstlich zu senken, indem viele unbedeutende Risiken zur Karte hinzugefügt werden, um die Arbeit an komplexen Problemen zu vermeiden. Der Sprecher merkt an, dass die Überwindung dieser Tendenz Zeit und eine Änderung der Sicherheitskultur erforderte, als das Personal erkannte, dass die Bewertung nicht zum Bestehen eines Audits durchgeführt wird, sondern zum tatsächlichen Schutz von Leben und Gesundheit.

Praktische Fallstudien: von der Bewertung zu technischen Lösungen

Die theoretische Basis wird durch die Analyse konkreter Situationen aus der Praxis der Bergbauabteilung untermauert, in denen inakzeptable Risiken identifiziert und effektive Managementmaßnahmen implementiert wurden:

  • Gefahr des Einsturzes von Gesteinsmassen an Umschlagplätzen. Das Risiko wurde mit 90 Einheiten bewertet. Anstatt die Unterweisungen zu verstärken, ging das Unternehmen den Weg, den Menschen aus der Gefahrenzone zu entfernen: Es wurde eine Videoüberwachung eingeführt, die es ermöglicht, den Prozess aus der Ferne zu steuern.
  • Explosionsgefahr einer nicht detonierten Ladung. Beim Abbau der Ortsbrust durch einen Bagger besteht die Wahrscheinlichkeit einer Kollision mit nicht initiiertem Sprengstoff (Risiko 96 Einheiten). Die Lösung war die Einführung einer obligatorischen Bereitschaft eines Sprengstoffexperten direkt in der Baggerkabine bei Arbeiten in potenziell gefährlichen Zonen.
  • Verletzungen beim Austausch des Seils zum Öffnen des Schaufelbodens. Der regelmäßige Vorgang des Seilschneidens führte zu Verbrennungen durch das Aufbiegen des gespannten Metalls. Der technologischen Karte wurde eine einfache, aber effektive Anforderung hinzugefügt: Vor dem Schneiden ist eine Bandage aus Bindedraht anzulegen, die die Bewegung der Seilenden blockiert.

Was Sie in diesem Webinar lernen werden:

  • Wie integriert man den Koeffizienten der "Erkennungswahrscheinlichkeit" in die Standard-Risikobewertungsformel?
  • Wie berechnet man das Niveau des akzeptablen Risikos für einen bestimmten Bereich oder eine Werkstatt?
  • Was ist der grundlegende Unterschied zwischen Gefahrenpräventionsmaßnahmen und Maßnahmen zur Risikominderung?
  • Wie verhindert man einen formalen Ansatz und Manipulationen bei der Erstellung von Gefahrenkarten?
  • Wie integriert man Risikomanagement-Indikatoren in die KPIs von Führungskräften auf Basis der LTIFR-Rate?
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