Der Übergang zu den Einheitlichen Standardnormen (ETN) für die Ausgabe von PSA gemäß den Verordnungen 766n und 767n hat Schwachstellen in den etablierten Beschaffungsprozessen vieler Unternehmen aufgedeckt. Das Fehlen strenger Vorschriften, formlose Anforderungen von Abteilungen und langwierige Budgetgenehmigungen führen unweigerlich zu Verzögerungen bei der Versorgung der Mitarbeiter. Unter Bedingungen, bei denen mehrere Tausend Menschen im Unternehmen arbeiten und die Nomenklatur Dutzende von Positionen umfasst, wird eine manuelle Verwaltung ohne klare Struktur ineffizient. Die leitende HSE-Spezialistin von ODK-Klimov, Victoria Shevchuk, analysiert einen schrittweisen Algorithmus zur Optimierung der PSA-Versorgung, der es ermöglicht, Ordnung in die Prozesse von der Budgetplanung bis zur Ausgabe der Ausrüstung an den Endverbraucher zu bringen.
Der erste Schritt zu einem transparenten System ist die Abkehr von unzusammenhängenden Anforderungen. Der Vortrag beleuchtet detailliert den Prozess der Einführung von Unternehmensanforderungen an Arbeitskleidung — eine Art Brandbook des Unternehmens. Dies ermöglicht es, die Parameter der zu beschaffenden PSA zu vereinheitlichen, technische Spezifikationen festzulegen und das Auftreten von illiquiden Positionen in den Lagern zu minimieren.
Parallel zur visuellen und technischen Standardisierung muss ein strenges Versorgungsreglement eingeführt werden. Die Festlegung von Verantwortungsbereichen für bestimmte Abteilungen, Manager und die Mitarbeiter selbst schließt den Informationsverlust in den Genehmigungsphasen aus und beschleunigt den Prozess der Bedarfsübermittlung an die Beschaffungsabteilung.
Die Referentin zeigt an einem Beispiel, wie verstreute Daten in ein einheitliches Nomenklaturverzeichnis im 1C-System umgewandelt werden. Jede Position enthält nun klare anthropometrische Daten (Größe, Konfektionsgröße), Geschlechtszugehörigkeit und Hauptzweck. Dies vereinfacht die Erstellung von Anforderungen vor Ort und reduziert die Anzahl der Fehler bei der Preisgestaltung durch die Beschaffungsabteilung.
Die technische Spezifikation wird streng auf der Grundlage des genehmigten Brandbooks erstellt. Eine wichtige Neuerung war der Verzicht auf eine starre Aufschlüsselung nach bestimmten Größen in der Planungsphase. Stattdessen wird ein Größenbereich angegeben, und Verträge werden zu Stückpreisen abgeschlossen. Dies bietet Flexibilität: Das Lager bestellt genau das, was für das aktuelle Personal benötigt wird, und vermeidet Überbestände.
Schwierigkeiten bei der Budgetverteidigung entstehen oft durch die Intransparenz der Daten für die Finanzabteilungen. Die Einführung eines neuen Planungsformulars ermöglichte einen anschaulichen Vergleich der Indikatoren der vergangenen und aktuellen Perioden. Nun spiegelt das Dokument deutlich die Veränderung der Mitarbeiterzahl nach Berufen, Anpassungen der Ausgabenormen und Preisschwankungen auf dem Markt wider. Zusätzlich werden Lagerbestände berücksichtigt und eine Notfallreserve für den unvorhergesehenen Eintritt neuer Mitarbeiter gebildet, was einen Mangel an Ausrüstung ausschließt.
Besonderes Augenmerk wird auf die Eingangskontrolle und die Bewertung von Mustern vor Vertragsabschluss gelegt. Lieferanten sind verpflichtet, Kontrollmuster zur Verfügung zu stellen, die auf vollständige Übereinstimmung mit der technischen Spezifikation, bis hin zum Farbton des Stoffes, geprüft werden. Entspricht ein Muster nicht den angegebenen Eigenschaften, wird es noch vor der Massenbeschaffung aussortiert.
Die Ausgabe hochwertiger PSA ist jedoch nur die halbe Miete. Damit die Mitarbeiter den Schutz auch wirklich nutzen, muss er bequem sein. Zu diesem Zweck werden Vorprüfungen neuer Muster direkt am Arbeitsplatz unter Berücksichtigung der Besonderheiten der jeweiligen Werkstatt durchgeführt. Regelmäßige Mitarbeiterbefragungen ermöglichen es, Feedback zu erhalten, Qualitätsprobleme rechtzeitig zu erkennen und die Beschaffungspolitik anzupassen.
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