Von Botschaftern zu Beauftragten: Die Evolution der Sicherheitskultur
Die Entwicklung der Sicherheitskultur in Hochrisikounternehmen erfordert nicht nur administrative Entscheidungen, sondern auch die Einbindung der Mitarbeiter selbst. Der Vortrag beleuchtet detailliert die Erfahrungen des Konzerns "Rosenergoatom", wo die Initiative zur Schaffung einer Institution von "Sicherheitsbotschaftern" zu einem umfassenden System von Sicherheitskulturbeauftragten herangewachsen ist. Dieser Ansatz ermöglicht es, vertrauensvolle Beziehungen im Team aufzubauen und Sicherheit zu einem bewussten Wert zu machen, anstatt nur zu einem Regelwerk.
Rolle und Aufgaben der Sicherheitskulturbeauftragten
Der Referent analysiert die wesentlichen Unterschiede zwischen Sicherheitskulturbeauftragten und HSE-Spezialisten. Der Hauptunterschied ist das Fehlen von Inspektionsfunktionen. Ihre Aufgabe ist es nicht zu bestrafen, sondern zu helfen, zu beraten und durch persönliches Beispiel Engagement für die Sicherheit zu demonstrieren.
- Förderung der Sicherheitskultur: Einbindung neuer Mitarbeiter und junger Fachkräfte in die Sicherheitsprozesse.
- Entwicklung der Kommunikation: Schaffung einer Atmosphäre des Vertrauens, in der Mitarbeiter Probleme offen ansprechen und Verbesserungen ohne Angst vor Bestrafung vorschlagen können.
- Identifizierung informeller Führungskräfte: Zu Beauftragten werden Personen, die im Team Respekt genießen, was die Effektivität ihrer Arbeit erhöht.
Struktur und Arbeitsorganisation
Die Institution der Beauftragten hat eine klare vertikale Struktur, an deren Spitze ein Generalbeauftragter steht – ein Vertreter des Top-Managements. Dies gewährleistet die Unterstützung von Initiativen auf höchster Ebene.
- Wahl und Rotation: Die Beauftragten werden vom Team gewählt und vom Leiter bestätigt. Die Rotation erfolgt regelmäßig, was Burnout verhindert und neue Fachkräfte anzieht.
- Schulung und methodische Unterstützung: Es wurde ein spezielles Ausbildungsprogramm in der technischen Akademie entwickelt und eine einheitliche Richtlinie zur Regelung der Tätigkeit der Beauftragten erstellt.
- Erfahrungsaustausch: Jährliche Treffen (auch im Online-Format) ermöglichen es Beauftragten aus verschiedenen Regionen, Best Practices auszutauschen und gemeinsame Probleme zu diskutieren.
Motivation und Einbindung
Der Referent zeigt an einem Beispiel, wie wichtig es ist, die Motivation der Beauftragten aufrechtzuerhalten, da diese Rolle zusätzlichen Aufwand und Zeit erfordert.
- Materielle Anreize: Es wurde ein fester monatlicher Zuschlag eingeführt, der für alle Beauftragten unabhängig von ihrem Grundgehalt gleich ist.
- Immaterielle Motivation: Teilnahme an Fachkonferenzen, Foren mit dem Top-Management, Auszeichnung der besten Beauftragten auf Branchenebene.
- Umsetzung eigener Projekte: Die Beauftragten haben die Möglichkeit, Projekte zur Verbesserung der Sicherheit in ihren Unternehmen zu initiieren und umzusetzen.
Was Sie aus diesem Webinar lernen werden:
- Wie wählt und schult man Sicherheitskulturbeauftragte richtig?
- Wie unterscheidet sich die Funktion eines Sicherheitskulturbeauftragten von den Aufgaben eines HSE-Spezialisten?
- Wie baut man ein Motivationssystem für informelle Führungskräfte im Bereich Sicherheit auf?
- Welche Instrumente helfen, eine Atmosphäre der Offenheit und des Vertrauens im Team zu schaffen?
- Wie organisiert man einen effektiven Erfahrungsaustausch zwischen Beauftragten aus verschiedenen Niederlassungen?