Kontext: Warum ein neuer Ansatz für die Verkehrssicherheit wichtig ist
Die Reduzierung der Unfallrate im Betrieb ist eine Aufgabe, die nicht nur Kontrolle, sondern auch eine tiefgehende Analyse der Unfallursachen erfordert. Unter den Bedingungen von Schichtarbeit sowie schwierigen Klima- und Straßenverhältnissen erweisen sich traditionelle Methoden des Verkehrssicherheitsmanagements oft als unzureichend. Dmitry Feoktistov, Leiter der Abteilung für Verkehrssicherheit der Irkutsk Oil Company, teilt seine Erfahrungen bei der Transformation des Verkehrssicherheitssystems, die es ermöglichte, die Anzahl der Verkehrsunfälle deutlich zu reduzieren.
Unfallanalyse: Suche nach verborgenen Mustern
Der Referent erläutert den Prozess der Unfallanalyse, der zum Ausgangspunkt für Veränderungen wurde. Anstelle der standardmäßigen Untersuchung jedes Einzelfalls wurde ein ganzheitlicher Ansatz angewendet: die Erfassung von Daten zu Dutzenden von Parametern, um verborgene Faktoren zu identifizieren. Es stellte sich heraus, dass herkömmliche Vorstellungen über Unfallursachen oft falsch sind.
- Einfluss der Berufserfahrung: Die Analyse zeigte, dass die allgemeine Fahrpraxis nicht mit der Unfallrate korreliert. Der Schlüsselfaktor war die Arbeitserfahrung am jeweiligen Standort: 50 % der Unfälle ereignen sich mit Fahrern, die weniger als ein halbes Jahr auf dem Gelände sind. Dies verlagerte den Fokus auf die Einarbeitung neuer Mitarbeiter.
- Arbeits- und Ruhezeiten: Es stellte sich heraus, dass die Arbeitsdauer während einer Schicht nicht die Hauptursache für Unfälle ist. Viel wichtiger sind Qualität und Dauer der Ruhezeit vor der Schicht. Ein Drittel der in Unfälle verwickelten Fahrer hatte unzureichende Ruhezeiten (5-7 Stunden statt der vorgeschriebenen 11).
- Straßenverhältnisse: Trotz schwieriger Bedingungen (Höhenunterschiede, unbefestigte Straßen) erkannten die Fahrer in den meisten Fällen die Gefahr rechtzeitig, trafen jedoch falsche Entscheidungen (z. B. falsche Gangwahl an einer Steigung).
Transformation der Instrumente für die Arbeit mit Fahrern
Der Vortrag beleuchtet detailliert den Prozess der Überarbeitung bestehender Schulungs- und Informationsinstrumente für Fahrer. Der Referent zeigt am Beispiel von Sicherheits-Stopps (Stop-Hours), wie deren Wirksamkeit gesteigert werden kann.
- Automatisierung der Information: Die Einführung eines automatischen Benachrichtigungssystems für Auftragnehmer über ein Partnerportal ermöglichte die Aktualisierung von Kontaktdaten und eine gezielte Informationsverteilung.
- Aufgabenmodul: Die Schaffung eines Aufgabensystems mit automatischen Erinnerungen erhöhte die Teilnahme an Sicherheits-Stopps erheblich.
- Elektronische Erfassung: Die Verwendung elektronischer Ausweise zur Anwesenheitserfassung bei Sicherheits-Stopps beseitigte routinemäßige Papierarbeit und ermöglichte die schnelle Erstellung von Teilnehmerlisten.
Was Sie in diesem Webinar lernen werden:
- Wie führt man eine tiefgehende Analyse von Unfallursachen durch und deckt verborgene Muster auf?
- Warum garantiert die allgemeine Fahrpraxis kein unfallfreies Fahren an neuen Standorten?
- Wie automatisiert man den Informations- und Kontrollprozess für die Schulung von Fahrern der Auftragnehmer?
- Welche Kennzahlen sollten zur Bewertung der Wirksamkeit von Verkehrssicherheitsmaßnahmen herangezogen werden?
- Wie baut man ein Kommunikationssystem mit Auftragnehmern auf, um Probleme auf den Straßen schnell zu lösen?